Merlins beenden das Jahr 2020 ohne Heim-Niederlage

Basketball  Der Bundesligist aus Crailsheim schlägt Ulm mit 86:84 und verteidigt den zweiten Platz in der Tabelle. Vor allem in der Schlussphase des dritten Viertels geht es heiß her.

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Crailsheims Trainer Tuomas Iisalo beschwert sich lautstark. Zu laut nach Meinung der Schiedsrichter, die ihn mit zwei Technischen Fouls bedachten.

Foto: Marc Schmerbeck

Für den Trainer war das letzte Spiel des Jahres vorzeitig beendet. Viereinhalb Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels beschwerte sich Tuomas Iisalo zu stark über eine Schiedsrichter-Entscheidung, kassierte zwei Technische Fouls in Folge und musste damit den Innenraum der Arena Hohenlohe verlassen. Dadurch verpasste er am Dienstagabend ein dramatisches Schlussviertel, in dem die Hakro Merlins Crailsheim aber den knappen 86:84 im Derby gegen Ratiopharm Ulm sicherten. "Es war ein intensives Spiel. Ulm ist ja kein Gegner, an dem man einfach so vorbeiläuft", meinte Crailsheims Maurice Stuckey.

Es war der sechste Erfolg in Serie, der neunte Sieg in zehn Spielen und noch dazu der elfte Heimsieg in diesem Jahr, das die Merlins damit ungeschlagen in eigener Halle beenden. Zwar sind dies lediglich Zahlen und Statistiken, doch sie unterstreichen die gute Arbeit, die im Verein geleistet wird. Die Belohnung ist der zweite Platz in der BBL. Viel Zeit, all dies zu feiern, bleibt jedoch nicht - bereits am Sonntag sind die Zauberer zu Gast in Würzburg. Beginn in der s.Oliver-Arena ist bereits um 15 Uhr.

Vor allem Kampfgeist und Aggressivität waren entscheidend

Zumindest gestern gab es trainingsfrei. Doch eine kurze Zeit zur Regeneration sind die Merlins mittlerweile gewohnt, auch nach dem Auswärtssieg in Vechta am Sonntag stand zwei Tage später die Partie gegen Ulm an. "Wir haben einfach unser Ding durchgezogen, haben hart gespielt. Wir hatten zwar einen kleinen Durchhänger, da ist es aber wichtig, Wege zu finden zu gewinnen", sagte Stuckey. Vor allem Kampfgeist und Aggressivität waren entscheidend.

Das Spiel begann zwar mit den ersten beiden Crailsheimer Punkten, doch dann stand es auf einmal 7:2 für Ulm. Es wurde ein ausgeglichenes erstes Viertel, in dem die Gäste zunächst ihre Führung verteidigten und auch beim 16:11 noch vorne lagen. Eine Auszeit von Iisalo zeigte Wirkung und so erkämpften sich die Crailsheimer bis zur ersten Pause eine 19:16-Führung.

Die Schlusspahse des dritten Viertels hat es in sich

Den Merlins gelang es in den ersten fünf Minuten des zweiten Viertels, ihre Führung auf 27:21 auszubauen. Im weiteren Verlauf unterstrichen die Gastgeber ihre starke Defense und hielten die Ulmer im ersten Durchgang bei nur 33 Punkten zur Pause. Selbst kamen sie auf 41 Zähler. Bis zum 59:46 (25.) dominierte Crailsheim. Doch durch einen 13:5-Zwischenspurt verkürzte Ulm auf fünf Punkte (28. Minute). Die Schlussphase des dritten Viertels hatte es dann so richtig in sich: Iisalo kassierte die Technischen Fouls, Per Günther glich aus und brachte Ulm das erste Mal wieder mit 69:67 in Führung.

In dem nun aufgeheizten Spiel kamen die Gäste zu einfachen Punkten. Doch Crailsheim hielt dagegen. Aller Widrigkeiten zum Trotz glich Highsmith (34.) aus, Coleman brachte die Führung zurück auf die Seite der Gastgeber (76:74). Es blieb dann bis zum Ende eng - erst mit der Schlusssirene, als ein Versuch des Ulmers Thomas Klepeisz auf den Ring klatschte, durften die Merlins über den Sieg jubeln. "Das Team hat Charakter gezeigt und es trotz der Schwierigkeiten geschafft, gegen eines der besten Teams der Liga zu gewinnen", sagte Iisalo. "Einen Sieg gegen ein Eurocup-Team zu holen, ist natürlich eine große Sache für uns."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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