Magische Merlins dürfen den Fokus nicht verlieren

Basketball  Merlins Crailsheim gehen als Tabellenzweiter der BBL ins letzte Spiel des Jahres am Dienstag-Abend gegen Ulm

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Crailsheims Kapitän Fabian Bleck lobt die Struktur in der Mannschaft und im Verein. Die Merlins gehen als Zweiter ins letzte Spiel des Jahres.

Foto: Marc Schmerbeck

Rein sportlich gesehen, geht für die Hakro Merlins Crailsheim ein zauberhaftes Jahr zu Ende. Heute Abend (20.30 Uhr) steht in der heimischen Arena Hohenlohe das letzte Spiel für 2020 an. Und die Crailsheimer gehen als Tabellenzweiter der BBL ins Spitzenspiel-Derby gegen Ratiopharm Ulm (7.).

Merlins-Kapitän Fabian Bleck warnt aber davor, die Tabellensituation zu sehr in den Fokus zu rücken. Denn zu schnell kann sich dann eine gewisse Lässigkeit einstellen und der Fokus auf das Wesentliche verloren werden.

Erfolgshunger bleibt ein wichtiger Faktor

"Es geht darum, sich immer weiter zu verbessern", sagt Bleck. Erfolge tun gut, Erfolgshunger bleibt aber ein wichtiger Faktor in dieser Saison, um weiter im vorderen Tabellenbereich mit dabei zu bleiben. Schließlich sind erst neun Spiele absolviert. "Uns zeichnet aus, dass wir sehr hart arbeiten und auch als Organisation an einem Strang ziehen", sagt Bleck. "Wir haben sowohl im Verein als auch in der Mannschaft eine gute Struktur. Dazu kommen Trainingseifer und Disziplin."

Und ein glückliches Händchen bei Neuverpflichtungen. Das beste Beispiel ist Trae Bell-Haynes. Auf dem Spielmacher lastet eine große Verantwortung, denn mit Nimrod Hilliard IV. fällt der zweite Point Guard seit Saisonbeginn aus. Der Kanadier - einst in Frankfurt ausgemustert, dann in Finnland zu Hause - stellte sich der Aufgabe, übernahm Verantwortung, steht mehr als eine halbe Stunde pro Spiel auf dem Parkett ist bisher kaum zu halten und führt die Statistiken in der BBL in den Bereichen Punkten (21,9 im Durchschnitt pro Spiel und Assists (8,4) an.

Mannschaftsdienlicher Punktesammler

Und was will ein Trainer mehr als einen mannschaftsdienlichen Punktesammler. "Er ist ein sehr kluger Spieler, der die anderen sehr gut einsetzt und sich sehr gut ins System eingefügt hat", sagt Bleck. Wenn Bell-Haynes dann mal eine Pause braucht, springt Tim Coleman auf der für ihn ungewohnten Position ein und fühlt sich dort auch immer wohler. Nicht zu vergessen bei den starken Neuen sind Jamuni McNeace, der mit seiner großen Sprungkraft immer für spektakuläre Aktionen am Korb gut ist, sowie die beiden Nachverpflichtungen Elias Lasisi und Bogdan Radosavljevic, der zuletzt aber verletzt ausfiel.

In Vechta zeigte sich nun am Sonntag ein weiterer wichtiger Faktor: Die Merlins können mit Rückschlägen umgehen und lassen sich nicht total aus dem Konzept bringen. Ein ganz schwaches zweites Viertel führte zu einem Halbzeitrückstand. "Da hatten wir eine Konzentrationsschwäche", sagt Bleck. "Wir waren nicht bereit, in der Defensive nicht da."

Gegen Vechta zu sehr zurückgelehnt

Nach der Pause stand eine verbesserte Truppe auf dem Feld und drehte die Partie zum 98:81-Sieg. Unter anderem durch einen beeindruckenden 220-Lauf im dritten Viertel. So meinte auch Trainer Tuomas Iisalo: "Mit meinem Job in der Vorbereitung auf dieses Spiel bin ich nicht zufrieden. Denn meine Spieler haben sich heute in vielen Phasen des Spiels zurückgelehnt, sie waren nachlässig in der Verteidigung. Ich hatte immer das Gefühl, dass wir zu langsam und Vechta einen Schritt schneller ist als wir."

Er sah aber auch positive Dinge: "Aber wir haben in dieser Saison auch schon viele Spiele gewonnen, diese Erfahrung hat uns heute in den schwierigen Momenten geholfen. Dass es diese gibt, ist bei unserem jungen Kader auch ganz normal, denn in jungen Jahren ist man schon einmal etwas nachlässig. Aber es ist unsere Aufgabe als Coaches, das nicht zu akzeptieren."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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