Laura Raquel Müller verteidigt ihre DM-Titel

Leichtathletik  Der regionale Leichtathletik-Nachwuchs wird immer stärker: Die Verrenbergerin Laura Raquel Müller feiert einen Doppelsieg im Weitsprung und über 100 Meter, Dreispringerin Aliena Juliette Heinzmann holt Silber. Drei weitere Talente sorgen für bronzene Überraschungen.

Von Peter Schramm
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Im Endlauf über 100 Meter musste Laura Raquel Müller zwar ordentlich beißen, doch die 17-Jährige verteidigte ihren Titel von Heilbronn.

Foto: imago-images/Beautiful Sports

Bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock gab es nicht weniger als sechs Medaillen und damit so viele wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Dabei imponierte vor allem Laura Raquel Müller (ULG/TSG Öhringen), die ihren Doppelsieg im Weitsprung und über 100 Meter aus dem Vorjahr in Heilbronn an der Ostseeküste in eindrucksvoller Weise wiederholte. Dazu sagte Trainer und Vater Wolfgang Müller: "Der Doppelsieg in Rostock war wesentlich schwerer und wertvoller als im Vorjahr in Heilbronn, da ja vor Rostock noch die U20-Europameisterschaften in Tallin lagen und die abgesagten U18-Weltmeistschaften in Nairobi verkraftet werden mussten."

Schwierige Wetterverhältnisse

Wechselnde Winde prägten den Weitsprung der weiblichen U18. Nichtsdestotrotz präsentierte sich die Favoritin bärenstark. Die Serie der sechs Sprünge war glänzend, vor allem die letzten drei Sprünge zeigten die absolute Klasse der Verrenbergerin, denn nach windbegünstigten 6,60 Metern, dem Siegessprung im vierten Versuch, ließ sie noch gültige 6,48 m und 6,50 m folgen. Damit schob sie sich in der Weltbestenliste der U18 auf Platz eins. Am Ende lag sie 31 Zentimeter vor der nationalen Konkurrenz.

Am Sonntag musste Müller dann mächtig kämpfen, denn nach zwei Siegen mit 11,99 Sekunden im Vorlauf und 11,75 Sekunden im Halbfinale holte sie mit letzter Kraft im 100 -Meter-Finale in 11,81 Sekunden den zweiten Titel vor Annika Just (LAC Passau), die als Zweite 11,83 Sekunden lief.

Ostseewind einkalkurieren

Eine Medaille war das große Ziel von Aliena Juliette Heinzmann. Ein schwieriges von wechselnden Winden geprägtes Dreisprung-Finale wurde zu einem Dreikampf, zwischen der Jahresbesten Anna Gräfin Keyserlingk (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen), der zweitplatzierten Sarah-Michelle Kudla (SCC Berlin) und der dritten in der Bestenliste, Aliena Heinzmann (TV Eppingen).

Nach einem ersten ungültigen Versuch kam Heinzmann im zweiten Versuch auf 12,67 Meter. Mit dieser Weite schob sie sich auf den zweiten Platz hinter Kudla, die bereits in ihrem zweiten Versuch ihre Tagesbestweite von 12,90 m aufstellte. Während die Eppingerin wegen des Windes einen sehr guten dritten Versuch übertrat, sprang die Topfavoritin Keyserlingk auf 12,79 m und schob sich damit auf Platz zwei nach vorne. Auch in Versuch vier musste Heinzmann den Ostseewind einkalkurieren. Diesmal passte der Anlauf und Heinzmann sprang bis auf fünf Zentimeter an die Führungsweite heran. Starke 12,85 Meter bedeuteten die erneute Verbesserung auf Rang zwei und ihre zweitbeste jemals gesprungene Weite. Lediglich elf Zentimeter lagen am Ende zwischen Rang eins und drei. Die überglückliche Heinzmann gewann damit ihre erste Medaille bei deutschen Meisterschaften und diese glänzte silbern.

Zwei überraschende dritte Plätze

Laura Raquel Müller verteidigt ihre DM-Titel

Überraschende Bronzemedaillen gab es für die Fleinerin Amelie Essig im Hochsprung und für Noah Ruedel über 200 Meter.

Foto: Harald Ehlke

Noah Ruedel (ULG/TV Flein), der im Vorjahr in Heilbronn bereits Fünfter über 200 Meter war, bewies in Rostock, dass er in einem sehr starken Feld sehr gut mithalten kann. Der Schützling von Martina Ehlke musste schon im Halbfinale alles geben, um das Finale der acht Besten zu erreichen. Im Halbfinale steigerte er als Zweiter seinen eigenen Unterländer Rekord von 22,13 auf 22,05 Sekunden. Beim Finale nur eineinhalb Stunden später jubelte das regionale Aufgebot, denn Ruedel holte sich in 22,15 Sekunden Bronze.

Bereits am Freitag zum Auftakt gab es für die TSG Heilbronn eine Bronzemedaille. Marie Kraft aus Unterheinriet hatte zuletzt mit ihrem Unterländer Rekord über 3000 Meter von 9:40,42 Minuten für Aufsehen gesorgt. Sie hielt vom Start unter den 23 Läuferinnen an der Spitze mit und konnte sich auf der Zielgeraden ihre Bronzemedaille in 9:56,20 sichern.

Für den perfekten Abschluss sorgte Amelie Essig (ULG/TV Flein). Die U18-Hochspringerin sprang von Beginn an sehr sicher. Bei 1,71 Metern hatte sie zwar einen Fehlversuch, sprang dann 1,74 m auf Anhieb und schaffte mit 1,77 m eine persönliche Bestmarke. Mitdiesem Unterländer Rekord gewann sie überraschend Bronze. Es siegte Johanna Göring (SV Salamander Kornwestheim) mit 1,80 m. 

 

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