Laura Raquel Müller springt auf Rang zwei in der Welt

Leichtathletik  Die Verrenberger Weitspringerin beeindruckt in ihrer Altersklasse mit 6,47 Meter. Unterländer Rekord für Noah Ruedel.

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Hohe Anlaufgeschwindigkeit, sicherer Absprung, saubere Flugphase und Landung: Laura Raquel Müller hat das Meeting-Motto beim "Tag der Überflieger"in Essen-Überruhr wörtlich genommen und ist erneut Bestleistung gesprungen.

Foto: Nils Ehrlein

Konstanz ist ein wichtiges Merkmal für sportliche Entwicklung. Auf vortreffliche Weise hat das Laura Raquel Müller (Unterländer LG/TSG Öhringen) am Sonntag in Essen-Überruhr umgesetzt. Mit einer exzellenten Serie von sechs Versuchen - vier davon werden mit 6,26 Meter und weiter gemessen - hat die Weitspringerin aus Verrenberg nicht nur den Wettbewerb der U 18 dominiert und mit satten 64 Zentimetern auf Maja Huesmann gewonnen. Sondern auch das Meeting-Motto "Tag der Überflieger" überaus wörtlich genommen und ihre Bestleistung mit 6,47 Meter erneut gesteigert. Ganz nebenbei verbessert das Talent aus dem Hohenlohischen damit auch den württembergischen Rekord U 18 von Lisa Maihöfer um fünf Zentimeter.

Nur ein Zentimeter fehlt auf die Chinesin Yingying Huang

Diese 6,47 Meter sind mehr als eine Zahl, sie sind auch auf internationalem Terrain ein klares Statement, liegt Laura Raquel Müller damit in der Weltjahresbestenliste doch an Position zwei - auf die Chinesin Yingying Huang fehlt der Gymnasiastin, die von der Sporthilfe Unterland gefördert wird, nur ein Zentimeter. "Als ich das erfahren habe, dachte ich mir, den hätte ich auch noch geschafft", sagt Laura Raquel Müller und lacht.

Die 17-Jährige verspürt in Essen tiefe Glücksmomente: "Da weiß ich, dass sich das Training in Stuttgart lohnt. Auch Tamas Kiss hat sich sehr darüber gefreut. Vor allen Trainern zu zeigen, was man kann, ist toll." Und die sind in Essen-Überruhr alle versammelt, darunter auch die in der Region unter ihrem Mädchennamen Stahl bekannte Elke Bartschat. Die aus Leingarten stammende ehemalige Weitspringerin ist inzwischen Chef-Bundestrainerin Nachwuchs beim Deutschen Leichtathletik-Verband.

Freude über eine problemlos verlaufende Saison

Laura Raquel Müller realisiert während des Wettkampfes nicht, wie weit sie sich katapultiert, dass auf kontinentalem Niveau bisher einzig Larissa Iapichino mit 6,56 Meter weiter geflogen ist. Doch die Italienerin ist bereits zwei Jahre älter als Müller.

Die gibt sich auch am Tag danach entspannt, freut sich einfach, dass die Saison bisher problemlos läuft, die Konstanz ihr großer Pluspunkt ist, sie ihre Anlaufgeschwindigkeit dank einer geringen Streuung am Brett gut in Weite umsetzt - "und ich die Qualifikation schon abgehakt habe, da habe ich keinen Stress mehr."

Müller genießt es, ohne Druck zu laufen

Auch nicht am Wochenende in Regensburg, wo Laura Raquel wieder ihre Sprintfähigkeiten belegen möchte. Das Ziel der Bundeskaderathletin: Um die 11,66 Sekunden, gerne auch noch ein wenig schneller. Die Elftklässlerin genießt es, ohne Druck zu laufen. Der kommt erst Anfang Juli bei der Junioren-Gala in Mannheim wieder, wenn es dann final um die Nominierungen für die Europameisterschaft im estnischen Tallinn geht. Bevorzugt mitgenommen wird, wer die Verbandsvorgaben erfüllt und im Badischen zu den Top drei gehört hat. Dass sich Laura Raquel Müller damit nicht zu früh beschäftigt, dafür sorgen die zahlreichen Klassenarbeiten, die in der Schule anstehen.

Jara Ellinger wird erneut Dritte

Ebenfalls in Essen ist Jara Ellinger (TSG Heilbronn) gestartet - und wie in der Vorwoche bei den deutschen Meisterschaften Dritte im Hochsprung geworden. Erfreulich: Die 19-Jährige bleibt mit 1,80 Meter wiederum fehlerfrei. "Wenn es drauf ankommt, bei gleicher Höhe vorne sein - das ist, was ich immer erreichen möchte", sagt ihr Trainer Harald Ehlke. Ellingers Plus diesmal: Sie verdrängt Charlotte Haas und Bianca Stichling. Allerdings reißt die Sportstudentin 1,84 Meter knapp - und damit die Norm für die U 23-EM. Noch aber bleiben der Unterländer Sportlerin des Jahres zwei Chancen. Gut präsentiert sich auch Amelie Essig (ULG/TV Flein) als Dritte der U 18 mit 1,71 Meter.

Unterländer Rekord gebrochen

Im Münchner Dantestadion sorgte das Fleiner Sprinttalent Noah Ruedel (ULG/TV Flein) über 100 Meter der U 18-Jugendklasse für einen Paukenschlag. Der Athlet von Martina Ehlke steigerte den Unterländer Rekord, den Armin Seitz (TG Heilbronn) seit 1977 mit handgestoppten 10,8 Sekunden gelaufen ist, auf 11,00 Sekunden. Umgerechnet bedeuten die 10,8 Sekunden elektronisch gestoppte 11,04 Sekunden. Noah Ruedel wird seit drei Jahren von Ehlke trainiert und hat bei den deutschen Meisterschaften U 18 im September 2021 in Heilbronn als Fünfter über seine Spezialstrecke, die 200 Meter, erstmals den großen Durchbruch geschafft. Regelmäßig fährt Noah Ruedel, der ebenfalls von der Sporthilfe Unterland unterstützt wird, samstags zu Landestrainer Valerij Bauer nach Mannheim - ab und an auch im Auto von Wolfgang Müller, der mit seiner Tochter Laura Raquel ebenfalls bei Bauer trainiert. ps


Stefanie Wahl

Stefanie Wahl

Leiterin der Sportredaktion

Sport bedeutet mehr als Sieg und Niederlage: Seit 2005 leitet Stefanie Wahl das Ressort bei der Stimme. Die ehemalige Leichtathletin beschäftigt sich mit Wintersport und fungiert seit 2007 als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e.V.

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