KTV Hohenlohe mit zweitem Anlauf in der 2. Liga

Turnen  Die Hohenloher starten mit Neuzugang aus England gegen Großen-Linden in die Saison. Heimkampf an diesem Samstag in Öhringen.

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In der neuen Landshuter Halle versucht sich Mike Hindermann nach einer langen Pause für seine Einsätze in der 2. Turn-Bundesliga fit zu machen.

Foto: Kurt Gesper

Es ist unumgänglich ein wenig zurückzublicken. Doch schon bei den Jahreszahlen denkt Philipp Schmidt, Mannschaftskapitän der KTV Hohenlohe, mitunter einen Moment länger nach, um keinen Fehler in die Chronologie zu bringen. Denn ein Weilchen ist es inzwischen her, als das Drittliga-Team 2019 im Liga-Finale Dritter wird. Zu Beginn dieses Jahres bietet sich im Nachrückverfahren etwas überraschend die Möglichkeit für die nächsthöhere Klasse. Der Grund: Weil sich die zweite Riege der KTV Straubenhardt zurückzieht. Im vergangenen Jahr wird die Saison nach zwei Wettkampftagen annulliert, weil die Pandemie mehr nicht zulässt. Obendrein werden die Ergebnisse von 2019 für das Nachrückverfahren herangezogen. An diesem Samstag (17 Uhr) startet die KTV daher nun in der Öhringer Hohenlohehalle gegen den TV Großen-Linden in das große Abenteuer 2. Bundesliga. Das Ziel ist ebenso klar wie knifflig: Klassenerhalt.

Das Ziel ist der Klassenerhalt

Mithelfen, diese Mission zu erreichen, wird der Brite Adam Tobin. Dass der 20-Jährige die Qualifikation zur Weltmeisterschaft Mitte Oktober im japanischen Kitakyushu als Fünfter der nationalen Meisterschaften knapp verpasst hat, ist das Glück der Hohenloher. Seine Zusage hat die KTV jedoch erst zwei Tage vor Ende der Meldefrist erreicht. "Mit ihm sehe ich die Chance, dass wir Wettkämpfe gewinnen - vielleicht schon gegen Großen-Linden", sagt Philipp Schmidt, "ansonsten wäre das eine harte Nummer."

Neuzugang Adam Tobin ist ein Punktegarant

In der vergangenen Saison hat der Mann aus dem im Südwesten gelegenen Devon beim Drittligisten TSG Sulzbach bereits erste Erfahrungen in der Deutschen Turnliga (DTL) gesammelt - und dort bewiesen, dass er im Sechskampf ein sehr stabiler Punktlieferant ist.

Als Kontrahenten, den es zu schlagen ist, haben die Hohenloher die Riege der KTV Fulda ausgemacht. Denn die TSG Grünstadt, die KTG Heidelberg und die KTV Koblenz sind aller Voraussicht nach zu stark.

Mike Hindermann war schon in der Zweitliga-Saison 2012 für die Hohenloher am Start

Über Jahre hinweg ist Mike Hindermann eine große Stütze gewesen. Schon beim ersten Zweitliga-Auftritt 2012 gehört der Öhringer zur Mannschaft. Inzwischen ist das Eigengewächs 26 Jahre alt und studiert in Landshut. Sein Problem: Erst seit wenigen Monaten ist dort die neue Halle fertig, so dass Hindermann beinahe eineinhalb Jahre pausiert hat. Aus diesem Grund zieht er im Frühjahr seine Zusage zunächst auch wieder zurück. Erst als Mike Hindermann nach einigen Einheiten merkt, dass seine Darbietungen doch noch ausreichen, gibt er dem Team erneut sein Ja. Anders als Tobin wird er jedoch nur an zwei bis drei Geräten eingesetzt.

Zweiter Neuzugang: Jonas Albrecht aus Markelsheim

Neu in die KTV-Mannschaft rutscht Jonas Albrecht. Der 16-jährige Nachwuchsmann aus Markelsheim kommt aus dem eigenen Stützpunkt und trainiert auch in Ingelfingen, wo die Hohenloher zwei ihrer insgesamt vier Heimkämpfe austragen werden. Lange Zeit ist ungewiss, ob sie überhaupt in der Öhringer Hohenlohehalle antreten, da diese über Monate hinweg als Impfzentrum fungiert. Doch die Rückbauarbeiten sind gerade noch rechtzeitig zum Saisonauftakt abgeschlossen worden. Für Jonas Albrecht bedeutet das, dass er am Sprung und vielleicht auch am Boden vor heimischer Kulisse, Freunden und Bekannten erste Bundesliga-Erfahrungen sammeln darf.

Drei Brüderpaare am Start

Zur Riege gehören darüber hinaus die Brüderpaare Jan-Moritz und Silas Bortt, Philipp und Micha Joel Schmidt sowie Bastian und Benjamin Hofmann. Dazu kommen Joachim Glock, Michael Hemming (beide Crailsheim), Johannes Gerlach und Mario Müller. Nach seiner Verletzung ist Philipp Schmidt zum Zweitliga-Start zwar noch nicht wieder einsatzbereit, doch der Routinier hofft bis Oktober fit zu sein, um der Mannschaft nicht einzig als Motivator zur Seite zu stehen.

Mehr Informationen

www.deutsche-turnliga.de

 

Stefanie Wahl

Stefanie Wahl

Leiterin der Sportredaktion

Sport bedeutet mehr als Sieg und Niederlage: Seit 2005 leitet Stefanie Wahl das Ressort bei der Stimme. Die ehemalige Leichtathletin beschäftigt sich mit Wintersport und fungiert seit 2007 als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e.V.

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