Kommt Ludwigsburg noch einmal zurück?

Basketball  München gewinnt Spiel drei des Playoff-Halbfinals knapp. Die Riesen sind am Freitag in einem Do-or-die-Spiel gefordert.

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John Patrick

Foto: Marc Schmerbeck

Es war alles andere als eine Machtdemonstration. Statt im ersten Heimspiel ein Zeichen zu setzen, zeigte sich der FC Bayern München am Mittwochabend von seiner nachlässigen, schlampigen Seite. Vor allem in der ersten Halbzeit waren die Riesen Ludwigsburg in Spiel drei der BBL-Playoff-Halbfinalserie das bessere Team. Aber die Gäste ließen zu viele Chancen liegen. So gewannen die Münchner auch durch eine Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte mit 81:78 und führen mit 2:1. Heute Abend (20.30 Uhr) können sie mit einem weiteren Sieg den Finaleinzug klar machen.

Aber die Ludwigsburger haben bewiesen, dass mit ihnen zu rechnen ist. Und sie tankten trotz der Niederlage Selbstvertrauen. "Wir haben das Spiel im dritten Viertel verloren", sagte der Ludwigsburger Guard Jonah Radebaugh. "Wir kämpfen am Freitag mit allem, was wir haben. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand." Dass sie mit Druck umgehen können, bewiesen die Riesen schon im Viertelfinale gegen Bamberg, als sie in Spiel fünf eine ganz starke Leistung abriefen.

John Patrick hat keine Angst, fordert Selbstvertrauen

"Ich glaube, dass wir es schaffen können", sagte Riesen-Trainer John Patrick. Vor den Do-or-die-Partien, wenn es also um alles oder nichts geht, hat er keine Angst: "Wir müssen gut verteidigen und mit Selbstvertrauen in der Offensive spielen."

So begannen die Riesen auch am Mittwoch. Sie hatten mehr Energie, drückten dem Spiel den Stempel auf, hatten mit Jaleen Smith (29 Punkte) den Topscorer und erzwangen reihenweise Münchner Ballverluste. Das Problem: Sie nutzten die Münchner Nachlässigkeit nicht aus. Zu viele einfache Würfe fanden das Ziel nicht. "Am Ende entscheiden dann die Details: Wir lassen neun Korbleger ungenutzt, während wir Bayern zwei, drei 1:0-Lay-Ups gestatten", sagte Patrick. "Da hätten wir mehr tun können."

Ludwigsburg führt über weite Strecken in Spiel drei

So führten die Ludwigsburger zwar über weite Strecken der ersten Halbzeit, konnten sich aber nicht entscheidend absetzen: 21:19 nach zehn Minuten, 39:37 nach 20 Minuten. Dabei hätten es zehn Punkte und mehr Unterschied sein können. "Wir haben gut angefangen und bis zur 18. Minute unseren Gameplan umgesetzt. In den letzten zwei Minuten der ersten Halbzeit und im dritten Viertel hat bei uns die Intensität gefehlt", sagte John Patrick.

Bayern legte nach der Pause einen 13:0-Lauf hin, zog von einem 44:47 bis auf 57:47 davon. Bis zum Viertelende gelang Ludwigsburg noch Schadensbegrenzung. Mit einem 53:59-Rückstand ging es in den am Ende dramatischen Schlussabschnitt. Denn nun kam wieder der Münchner Hang zur Lässigkeit durch. Und Leon Radosevic sagte: "Wir spielen ja so schon die ganze Saison, die letzten fünf Minuten sind immer ein Krimi. Es ist unser größtes Problem, dass wir häufig aufhören zu spielen, wenn wir zehn Punkte vorne sind, weil wir denken, dass es vorbei ist, da fehlt uns dann irgendwie der Hunger. Stattdessen sollten wir noch einen kleinen Lauf starten, um den Sack zuzumachen." Das verpasste sein Team. Ludwigsburg blieb dran. Auf einmal stand es nur noch 79:78. Doch der letzte Korb gelang den Münchnern.

"Am Ende ist Bayern besser, trifft die Big Shots. Nun haben wir ein Do-or-die-Spiel und müssen bereit sein, um noch einmal unser Bestes zu geben", sagte Patrick.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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