K.o.-Runde mit ungewohntem Modus

Basketball  Hin- und Rückspiel entscheiden im Final-Turnier der Basketball-Bundesliga über das Weiterkommen. Ludwigsburg trifft am Mittwochabend auf den amtierenden Meister aus München. Trainer John Patrick glaubt, dass die Tagesform entscheiden wird.

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Die Teamchemie kann im Viertelfinale den Ausschlag geben. Beim Grillabend im Hotel zeigten die Ludwigsburger, dass diese bei ihnen stimmt.

Foto: imago images/BBL-Foto

Es folgt ein nächster Schritt ins Unbekannte. Schon mit dem Final-Turnier betraten die deutschen Basketballer wegen der Corona-Pandemie Neuland. Nach der Gruppenphase beginnen nun heute mit den Viertelfinals die Playoffs. Und auch diese stellen eine ganz besondere Herausforderung für die Mannschaften dar. Denn der Modus ist gänzlich neu.

Die beiden bislang ungeschlagenen Teams, Alba Berlin und Ratiopharm Ulm, hinterließen den besten Eindruck und gehen als Favoriten in die Playoffs. Sie haben mit den jeweiligen Vierten der anderen Gruppen auch die vermeintlich leichteren Aufgaben im Viertelfinale. Berlin trifft auf Göttingen und Ulm auf Frankfurt.

Lieber gegen Göttingen gespielt

Die Riesen Ludwigsburg müssen als Gruppenzweiter den schwierigen Weg gehen. "Wir hätten natürlich lieber gegen Göttingen gespielt", sagt Trainer John Patrick. Wegen der Niederlage gegen Alba Berlin beginnt die zweite Phase des Bundesliga-Final-Turniers für die Riesen heute Abend um 20.30 Uhr (Sport1) gegen den amtierenden deutschen Meister Bayern München. Im Halbfinale könnte dann Ulm warten. Eröffnet werden die Playoffs heute um 16.30 Uhr von Ulm und Frankfurt. Den Hinspiel-Abschluss bildet die Partie Bamberg gegen Oldenburg (Donnerstag, 20.30 Uhr) .

Der Modus ist ungewohnt und unbekannt. Es gibt keine Best-of-five-Serie wie sonst in den Playoffs. Es gibt nur ein Hin- und Rückspiel. "Es ist nun eben ein 80-Minuten-Spiel mit einer langen Halbzeit", sagt Patrick. Wer nach zwei Spielen mehr mehr Körbe erzielt hat, kommt weiter. Eine Verlängerung gibt es nur im Rückspiel. Theoretisch kann Partie eins also auch unentschieden enden - ungewohnt für Basketballer. "Es ist komisch, weil man bis zur letzten Sekunde durchspielen muss und es um jeden Korb geht. Man darf sich keine Schwächephase leisten", sagt Ludwigsburgs Hans Brase. "Es ist anders. Eher wie im Fußball. Aber anders kann auch richtig gut sein."

Bei München hat sich zuletzt ein Lagerkoller eingestellt

Richtig gut müssen die Ludwigsburger sein, um gegen München eine Chance haben zu können. Dabei kommt es auch auf den Teamgeist an. Und der ist bei den Riesen einfach riesig. "Wir haben schon eine gute Truppe", sagt Brase. "Man muss auch mal Spaß haben, wenn man drei Wochen zusammen in einem Hotel wohnt. Da darf man nicht immer alles nur ernst nehmen."

Das könnte ein entscheidender Faktor für das Viertelfinalduell mit München sein, dessen Rückspiel am Freitag um 16.30 Uhr stattfindet. Denn bei den Münchnern hat sich zuletzt schon eher ein kleiner Lagerkoller eingestellt. Auch die Leistungen der Gastgeber im heimischen Audi Dome waren in der Gruppenphase nicht überzeugend.

Davon lässt sich Patrick nicht täuschen. "Wir werden kämpfen", kündigt er an. "Wir versuchen uns auf unser Spiel zu fokussieren. Es gibt keinen echten Heimvorteil, aber München ist zu Hause natürlich der Favorit. Aber wir fühlen uns in den letzten Wochen auch zu Hause in München." Er setzt auf die Schnelligkeit seiner eher kleinen Spieler. Probleme könnte die Riesen-Abwehr gegen die im Durchschnitt größeren Münchner bekommen. "Das ist eine hochklassige Truppe", sagt Patrick über den Gegner. "Die sind sehr giftig. Aber wir werden versuchen, mit Energie dagegen zu halten. Ich glaube, die Tagesform wird entscheiden."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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