Keine Siege für abstiegsgefährdete Neckarsulmer Teams

Tischtennis  Die Drittliga-Frauen der Neckarsulmer Sport-Union verlieren mit 4:6 gegen Stuttgart. In Liga zwei reicht es für die Männer der Sport-Union immerhin zu einem Punkt gegen Passau.

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Andrey Semenov jubelt nach seinem Sieg zum 5:5 mehr nach innen. Die Erleichterung, dem Druck standgehalten zu haben, war aber spürbar.

Ein Sieg für den Tabellenvorletzten war möglich, aber letztlich reichte es für das Männerteam der Neckarsulmer Sport-Union beim 5:5 im Kellerduell der 2. Bundesliga gegen den einen Rang besser stehenden TTC Fortuna Passau nur zu einem Punkt. Die Frauen der Sport-Union belohnten sich nicht für einen starken Auftritt, mussten sich dem Tabellendritten DJK Sportbund Stuttgart 4:6 geschlagen geben und rutschen auf Platz sieben ab. Der Heimspiel-Sonntag in der Ballei hätte für die beiden Gastgeber-Teams durchaus erfolgreicher ausfallen können.

Anfangs-Doppel kostet am Ende den möglichen Sieg

Bereits der Anfang ließ nichts Gutes ahnen. Das Einser-Doppel Julian Mohr und Josef Braun unterlag dem Passauer Duo Tom Jarvis/Csaba Andras in 2:3 Sätzen. Dafür lieferte das zweite Neckarsulmer Duo mit Liang Qiu und Andrey Semenov (3:2).

"Der Anfang war bitter, wir müssen mit einer 2:0-Führung aus den Doppeln herausgehen, dann gewinnen wir die Partie", ärgerte sich Trainer Alexander Mohr über das verschenkte erste Doppel, das "eigentlich hätte gewonnen werden können. Das war ein Knackpunkt."

Es ging wechselhaft weiter. Mohr, Semenov und Liang holten die weiteren Punkte zum 4:4-Zwischenstand. Und so war vor den letzten beiden Einzeln noch alles möglich. Doch bei Braun läuft es in diesem Herbst nicht. Der Team-Senior verlor auch sein zweites Spiel an diesem Tag, während an der Platte daneben Semenov gegen John Oyebode gerade mit 2:1-Sätzen in Führung lag. Braun saß enttäuscht auf seinem Stuhl, musste mit ansehen wie der Passauer zum 2:2 ausglich und jubelte dann, als Semenov dem Druck nervenstark standhielt und den fünften Satz 11:7 zum 5:5-Endstand gewann.

"In so einer Situation muss man die Ruhe bewahren und sich fokussieren, und genau überlegen wie man spielt", freute sich Semenov über seine insgesamt drei Mannschaftzähler gegen Passau. "Man darf nicht daran denken, das Spiel verlieren zu können, sonst kannst du nicht erfolgreich sein."

Überraschender Sieg von Hessenthaler machte Hoffnung auf Remis

"Ich bin mit der Leistung zufrieden", sagte Frauencoach Christian Hofmann und meinte beim Blick auf die Tabelle und die drohende Abstiegsgefahr: "Aber wir brauchen jetzt endlich mal wieder Punkte." Wie bei den Männern hätte das letzte noch geführte Einzel beim Stand von 5:4 für Stuttgart einen Punkt bringen können, doch Minh-Thao Nguyen unterlag Anja Eichner 1:3 zum 4:6-Endstand.

"Da haben wir uns eigentlich im Vorteil gesehen", war für Hofmann dieser Spielverlust nicht unbedingt eingeplant. Dafür war der Sieg von Kathrin Hessenthaler gegen Alexandra Schankula, die unter ihrem Mädchennamen Urban selbst einige Jahre für die Sport-Union an die Platte ging, auch "nicht erwartbar".

Keine Siege für abstiegsgefährdete Neckarsulmer Teams

Kathrin Hessenthaler spielte stark und besiegte die beiden ehemaligen Neckarsulmerinnen Alexandra Schankula und Ramona Betz.

Fotos: Alexander Bertok

Hessenthaler hatte zuvor auch schon ihr erstes Einzel gegen Ramona Betz, eine weitere Ex-Neckarsulmerin im Team der Stuttgarterinnen, gewonnen. Die restlichen beiden Punkte für die Unterländerinnen steuerten Thi Minh Thu Nguyen und das Doppel Min-Thao Nguyen/Felicia Behringer bei.

"Das war super, ich habe nie damit gerechnet, gegen sie zu gewinnen", meinte Hessenthaler zu ihrem Erfolg über Schankula. "Ich habe einfach von Punkt zu Punkt und von Satz zu Satz gespielt. Aber schade, nachdem ich gewonnen hatte, dachte ich, jetzt ist vielleicht ein 5:5 drin."

Hessenthaler ist nicht nur die Nummer eins in der Neckarsulmer Mannschaft, sondern auch mit erst 23 Jahren die älteste Spielerin. "Es macht mir Spaß mit den Mädels. Ich muss sie ein bisschen pushen und denke ich manage das ganz gut", sagte Team-Oldie Hessenthaler mit einem Lachen.

Betz ist für die finnische Nationalmannschaft viel unterwegs

Viel gelacht hat am Sonntagnachmittag auch Ramona Betz bei ihrem ersten Auftritt in der Ballei nach vier Jahren. "Es war schön, im Publikum und überall waren bekannte Gesichter", sagte die 17-Jährige und meinte zum Sieg ihrer Mannschaft: "Das war ein sehr spannendes Spiel, wir lagen ja 3:4 hinten."

Ansonsten kämpft Betz auch an anderen Fronten, bestreitet ihr Abitur-Schuljahr und ist viel auf Reisen in Sachen Tischtennis. "Mit der finnischen Nationalmannschaft", sagt die Löwensteinerin mit finnischer Mutter. "Ich fühle mich dabei sehr wohl, zwar muss ich in der Schule viel nachholen, aber das ist kein Stress für mich, es macht Spaß."

 

Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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