Keine Angst vor wilden Tieren

Schießsport  Drei Hohenloher Nachwuchsathleten im Bowhunting beweisen Präzision und gewinnen bei den deutschen Meisterschaften der Recurve Bogenschützen in Fulda die Goldmedaille.

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Leo Demuth (von links), Erik Hannemann und Bastian Lienhardt freuen sich über den deutschen Meistertitel im Bowhunter.

Foto: privat

Schon der Weg sorgt für das richtige Gefühl für den Sport. Er führt oberhalb von Diebach über das freie Feld am Waldrand entlang zu einer rustikalen Hütte. Dort werden Besucher durchaus herzlich empfangen. Oder an diesem Abend die erfolgreichen Sportler. Gleich drei Schützlinge von Eberhard Mugler, dem Betreiber des Bogenparcours Hohenlohe holten bei der deutschen Meisterschaft Bowhunter in der Fasanerie Fulda den Titel.

Erfolgreiches Trio bei DM

Leo Demuth aus Waldenburg gewann in der Klasse Barebow Recurve der Junioren. Bastian Lienhardt (Künzelsau) ist ebenfalls Junior und schoss mit dem Recurve Bogen. Der Schüler Erik Hannemann (Ingelfingen-Weldingsfelden) vervollständigt das erfolgreiche Trio mit dem Bowhunter Recurve. Im vergangenen Jahr war Lienhardt noch Dritter geworden. Dass er nun die Abläufe besser kannte, machte es einfacher. "Ich hatte nun einfach auch mehr Übung", meinte er. "Es hilft schon, wenn man weiß, wie so ein Wettkampf abläuft." Drei Rundem galt es bei der deutschen Meisterschaft zu absolvieren. Dabei geht es bei den Bowhuntern nicht darum, die höchste Ringzahl auf Scheiben zu erzielen. Sie schießen auf Gummimodelle von Tieren. Bären, Fasane, Hirsche, Füchse oder auch mal ein Krokodil sind in einem Parcour frei sichtbar aufgestellt. Es gilt dabei eine bestimmte Zone pro Tier zu treffen. Auf zwei Mal 14 Ziele legten die Schützen in drei Runden an - zuerst mit drei Pfeilen pro Ziel, dann mit zwei und schließlich mit einem. Die Entfernung beträgt - je nach Alter - maximal 36 bis 54 Meter.

"Insgesamt haben wir gerade acht Kinder und Jugendliche, die zur Bogenjugend gehören", sagt Mugler. "Und wir werden im Frühjahr die Türen wieder aufmachen. Wir wollen in dem Bereich gerne zehn bis zwölf Schützen haben."

Hoher finanzieller Aufwand für Jugend

Und mit diesen will Mugler vermehrt Meisterschaften besuchen. Nächstes Jahr (Ende Juni, Anfang Juli) fahren sechs Diebacher zur Europameisterschaft nach Frankreich in die Nähe von Bordeaux. Die bringt einen beträchtlichen finanziellen Aufwand mit sich.

"Mal sehen, wie weit wir dort kommen", sagt Mugler. "Wir als Trainer sind ja auch stolz, wenn sich die Arbeit in Erfolgen niederschlägt." Aber insgesamt gilt Deutschland als eine der starken Nationen in Europa. "Ich denke, Österreich ist noch einen Tick stärker", sagt Eberhard Mugler. Im Gegensatz zu den olympischen Bogenschützen, die dem Deutschen Schützenbund zugeordnet sind, gehören die Bowhunter dem Deutschen Feldbogen Sportverband (DFBV) an. "Bei uns gibt es auch von regionalen bishin zu Weltmeisterschaften alles", sagt Eberhard Mugler. "Nur sind wir keine olympische Disziplin." Ein Manko.

Heimische Tierarten aus Plastik

Trainiert wird normalerweise auf dem 40 Hektar großen Anlage des Bogensportparcours Hohenlohe in Diebach. Dort stehen die Modelle von überwiegend heimischen Tierarten wie Bär, Biber, Fuchs oder Fasan. Hin und wieder taucht aber auch mal ein exotisches Tier auf. Im Eingangsbereich gibt es auch Scheiben für die Übungseinheiten. Gerade für die Sportler stellt Mugler meist ein Thema in den Vordergrund. Zum Beispiel die Entfernung, um einschätzen zu können, in welchem Winkel der Pfeil abgeschossen werden muss. Schließlich wird in keiner gerade Linie geschossen, sondern in einer Kurve.

Herbstfest

Am Wochenende kann in Diebach jeder den Sport kennenlernen.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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