Jagd der NSU-Asse auf Norm-Zeiten ist eröffnet

Schwimmen  Schwimmer der Neckarsulmer Sport-Union starten am Stützpunkt Heidelberg in die Qualifikation zu den Olympischen Spielen und die Europameisterschaften. Trainer Christian Hirschmann hofft auf die esten Tickets und vor allem auf Eindhoven.

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Annika Bruhn gehört zu den aussichtsreichen NSU-Assen, die sich berechtigte Hoffnungen auf einen Olympia-Start machen.

Foto: HST/Archiv

Das Warten hat ein Ende. An diesem Wochenende beginnt für die Schwimm-Asse der Neckarsulmer Sport-Union die Jagd auf die begehrten Tickets zu den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) und den Europameisterschaften (10. bis 23. Mai) in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Von Freitag bis Sonntag ist ein Teil der Leistungsgruppe am Olympia-Stützpunkt Heidelberg am Start. Und das durchaus mit guten Aussichten. Es ist das erste von drei Wochenenden, an denen sich die NSU-Vertreter ihre Träume von Olympia und EM erfüllen wollen. Wobei bis auf Einzelfall-Entscheidungen die Athleten entweder in Japan oder in Ungarn an den Start gehen.

In Heidelberg werden die Neckarsulmer Farben durch Annika Bruhn, Nadine Laemmler, Celine Rieder, Marie Pietruschka, Fabian Schwingenschlögl und den für Aruba startenden Mikel Schreuders vertreten.

Bruhn und Schwingenschlögl sind in ganz ordentlicher Form

"Ich denke schon, dass Fabi über die 100 Brust den Sack zumachen kann, ebenso wie Annika auf den Strecken 100 und 200 Meter Freistil. Beide sind in einer ganz ordentlichen Form", hofft NSU-Trainer Christian Hirschmann auf die ersten beiden Olympia-Tickets. "Annika sollte zumindest so schwimmen, dass sie definitiv in den Staffeln dabei ist." Dazu muss Bruhn zu den vier oder fünf besten deutschen Schwimmerinnen auf ihren beiden Paradestrecken zählen.

Nur elf Hundertstelsekunden hatten Fabian Schwingenschlögl beim Testlauf in Zürich über die 100 Meter Brust zur Olympia-Norm gefehlt, er blieb dabei erstmals seit drei Jahren wieder unter einer Minute. Bei Schwingenschlögl liegt der Fokus ganz klar auf Olympia, schließlich hat man als 29-Jähriger nicht mehr viele Gelegenheiten, an Olympischen Sommerspielen teilzunehmen. Schon von daher passt der EM-Termin nicht in seine Planungen, in seinen Formaufbau. "Ich würde mich da lieber auf Tokio vorbereiten wollen, sofern ich mich qualifiziere", sagt Fabian Schwingenschlögl, der den Quali-Wettkämpfen mit großer Zuversicht entgegen sieht.

Tokio-Einsätze in Einzel, Männer-Lagen- und Mixed-Lagenstaffel?

"Wie heißt es so schön: Der Himmel ist das Limit", antwortet der Brustspezialist auf die Frage, was von der Zeit her noch möglich ist und ergänzt: "Eine halbe Sekunde sollte noch drin sein. Aber dazu müsste an einem Tag auch wirklich alles passen. Auch das Quäntchen Glück gehört dazu. Zwischen 59,0 und 59,5 Sekunden ist alles möglich", so Schwingenschlögl. Neben einem Einzelstart bei Olympia ist Schwingenschlögl auch ein Kandidat für die Männer-Lagen- und Mixed-Lagenstaffel.

Für Nadine Laemmler sieht Hirschmann die Qualifikation in Heidelberg bei der Jagd auf ein Olympia-Ticket noch eher als Aufbau-Wettkampf. "Sie wird sich aber hoffentlich schon mal für die EM qualifizieren", spekuliert Hirschmann. "Eine Woche später in Eindhoven sollte sie aber Richtung Olympia zuschlagen können."

Olympia dürfte für Celine Rider noch zu früh kommen

Für Celine Rieder dürften die Sommerspiele in diesem Jahr noch etwas zu früh kommen. "Das wird knapp, auch aus der Konkurrenz heraus in Deutschland", sagt Hirschmann. "Die EM-Norm sollte sie aber schaffen." Über 800 und 1500 Meter Freistil wird die 20-Jährige auf Position vier geführt. Hoffnungen auf Staffel-Nominierungen für Japan darf sich Marie Pietruschka machen.

"Unsere Testwettkämpfe waren ja ganz gut. Jetzt warten wir mal ab, wie sich die Konkurrenz präsentiert. Ich hoffe aber für uns, dass wir die ersten zwei oder drei Qualifikationen schaffen", sagt Hirschmann. "Das wäre ein befreiendes Signal und würde allen im Team gut tun." Bisher waren Wettkämpfe bedingt durch die Coronavirus-Pandemie rar, dennoch spekuliert der Neckarsulmer Coach, dass seine Asse "ein paar Knaller raushauen".

Der Haupt-Qualifikationswettkampf kommt noch

Die Konkurrenz an diesem Wochenende ist noch überschaubar. In der Woche danach geht es dann richtig in die Vollen, dennoch werden in Heidelberg einige deutsche Spitzenschwimmer vor Ort sein. "Es wird ein erstes vorsichtiges Herantasten", sagt Hirschmann, der für seine Schützlinge das Event in Eindhoven zum Haupt-Qualifikationswettkampf auserkoren hat.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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