Im Basketball sind noch alle Optionen für eine Saisonfortsetzung offen

Basketball  Die meisten Sportverbände in Baden-Württemberg haben die Saison abgebrochen. Im Basketball pausiert bei den Amateuren der Spielbetrieb aber lediglich. Die Basketballer aus Kupferzell halten sich fit.

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Ob es diese Saison noch ein Derby zwischen dem TSV Ingelfingen mit Konstantin Kisser (rechts) und dem TSV Kupferzell gibt, ist fraglich. Derzeit ist die Spielzeit nur unter, und nicht abgebrochen.

Foto: Kurt Gesper

"Davon, dass es wieder einen Wettbewerb geben kann, sind wir weit weg", sagt Steffen Dzieciuch, Trainer und Abteilungsleiter des Landsligisten TSV Kupferzell. "Meiner Meinung nach gehört bei uns die Saison annulliert. Ich bin davon überzeugt, dass wir es auch im Sommer nicht hinbekommen. Auch wenn es mit der Hallenbelegung funktionieren müsste."

Stufenplan für Lockerungen im Hallensport machen nur bedingt Mut

Doch der Verband hält sich noch alle Optionen offen. "Mittlerweile gehen wir davon aus, dass nichts mehr passiert. Es ist ja schon fast normal, dass sich die Basketballer nicht äußern. Da wird beispielsweise im Tischtennis, wo man ja flexibler ist, abgebrochen und wir halten uns alle Möglichkeiten offen. Eine offizielle Aussage gab es noch nicht, da sieht man wie amateurhaft es bei uns im Verband zugeht", sagt Dzieciuch. Der Stufenplan für die Lockerungen macht da für Hallensportarten auch nur bedingt Mut.

Trotzdem versucht auch Dzieciuch seine Jungs so gut es geht fit zu halten. "Wir machen zwei Mal die Woche ein Workout per Zoom", sagt er. "Zunächst hatte ich mich da aber auch nicht federführend rangetraut." Doch nachdem die Berührungsängste überwunden waren, lief es. "Wir hatten bei einem Basketball-Individualtrainer eine Einheit gewonnen. Das kam ehr gut an. Die meisten hatten Spaß daran. Und wir haben uns darauf geeinigt, es bei uns zu machen, erzählt Dzieciuch. Er und Spieler im Wechsel leiten nun immer wieder eine Einheit. Zuvor gab es lediglich gemeinsame Video-Konferenzen um den Kontakt nicht zu verlieren.

Nach dem Lockdown wird es große Unterschiede bei Fitnesszustand der Spieler geben

Und auch wenn sich seine Spieler so etwas fit halten. "Wenn je wieder Spiele erlaubt sind, brauche ich trotzdem eine lange Vorbereitung. Ich habe ja Spieler mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen", sagt Dzieciuch. Hier die kleinen, wendigen Spieler, dort die großen, kräftigen Akteure. Da benötigt es unterschiedliche Übungen. Nach dem Lockdown wird es große Unterschiede geben, was den Fitnesszustand der einzelnen Spieler angeht. Seit November führt Dzieciuch außerdem Einzelgespräche mit den Themen Perspektive, Zufriedenheit und Ziele. "Es geht dabei auch darum, die Zeit zu überbrücken und Kontakt zu halten", sagt Dzieciuch. Außerdem wollte er ausloten, wie die Spieler die bisherige Saison sahen. Schließlich hatte er erst wieder das Traineramt übernommen.

Dzieciuch fordert Annullierung der Saison

"Bei uns war die Motivation ja schon sehr hoch, da wir erfolgreich gestartet sind." In vier Spielen gelangen vier Siege. Damit führen die Kupferzeller die Landesliga an. "Auch wenn es schade für uns ist, muss man eigentlich sagen, Strich drunter und annullieren. Es ist ärgerlich, dass es so gelaufen ist. Wir wollten ja einen Neustart machen. Das ist jetzt wieder ein verlorenes Jahr", sagt Dzieciuch. "Wir hoffen, dass die nächste Saison normal wird und wir dann weder starten dürfen." Dann wollen die Kupferzeller erneut durchstarten. Noch heißt es aber abwarten, ob für diese Saison noch eine Entscheidung fällt. "Ich bin jedenfalls keiner, der die Sache verharmlost, weil man auch sieht, wie schnell es Infektionsketten geben kann", sagt Steffen Dzieciuch. Man sollte da vorsichtig sein." Deshalb hätte er gerne eine klare Ansage.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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