Höhen und Tiefen einer Tennisrunde

Tennis  So lang hat die Mannschaftsrunde im Tennis noch nie gedauert, mehr oder weniger drei Monate lang wurde auf den Plätzen in der Region um Sieg oder Niederlage, Aufstieg, Klassenerhalt oder Abstieg gekämpft - natürlich, die Pandemie ist verantwortlich für den verspäteten Start und die erstmalige Verlängerung der Medenspiele über die Sommerferien hinaus. Seit Sonntagabend herrscht auch in den letzten Ligen Klarheit.

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Die Verbandsligazeiten sind vorerst vorbei: Hagen Hochmuth und seine Mannschaftskollegen vom TC Lauffen sind in die Bezirksoberliga abgestiegen − in fünf Spielen gab es fünf Niederlagen (dreimal 3:6, einmal 4:5).

Foto: Archiv/Schmerbeck

Wie haben die Frauen- und Männerteams aus der Region, die auf Verbandsebene aufschlagen, abgeschnitten? Das ist der finale Überblick:

TSV Künzelsau

Die Verbandsliga-Männer aus Hohenlohe sind die Mannschaft des Jahres, haben am Sonntagabend ungeschlagen den Aufstieg in die Oberliga gefeiert. "Grundsätzlich bleibt das Team zusammen", sagt Mannschaftsführer Marino Höhnke zum größten Erfolg der Tennisabteilung des TSV Künzelsau. Das 8:1 am Sonntag zu Hause gegen den TV Oeffingen war ein genussvolles Schaulaufen. Herausragender Mann war der Tscheche Jan Hebelka, der als Nummer zwei alle Einzel und alle Doppel gewann. Landsmann Matej Kracik, die Nummer eins, steuerte 9:1 Punkte bei.

TC Lauffen

Erfolg und Misserfolg liegen manchmal eng beieinander. Das gilt vor allem für die Gruppe 8 der Verbandsliga der Männer, in der Künzelsau als Tabellenerster auf- und der TC Lauffen als Tabellenletzter absteigt. 13 der 15 Matches in der Gruppe endeten 5:4 oder 6:3 beziehungsweise 4:5 oder 3:6. Am Sonntag gab es die beiden Ausnahmen: Den 8:1-Sieg der Künzelsauer und die 0:9-Niederlage der Lauffener beim TC Mössingen. "Wir hatten zu wenige Spieler, deshalb sind wir nicht angetreten", sagt Trainer Hansi Hochmuth, dessen an Position eins spielender Sohn Hagen beispielsweise umgeknickt war. "Es war klar, dass es eine schwere Saison werden würde." Denn schon in der Corona-Runde 2020 waren die ohne ausländischen Spieler aufschlagenden Lauffener in vier Spielen sieglos geblieben. Wenn die Erfolgserlebnisse ausblieben, habe jeder Spieler daran zu knabbern, so Hochmuth. "Aber die Mannschaft bleibt zusammen, wir versuchen nächstes Jahr wieder aufzusteigen." Was Mut machen sollte: Die Mannschaft war besser, als es der erste Blick vermuten lässt: Man verlor dreimal 3:6, einmal 4:5.

TC Heilbronn

Mit einer positiven Bilanz, aber ohne Erfolgserlebnis haben die Verbandsliga-Männer vom Trappensee die Saison in der Gruppe 7 abgeschlossen. Drei Siege, zwei Niederlagen sowie Platz drei galt es am Sonntag bei der Saisonabschlussfeier zu bilanzieren. "Wobei es sich mit einem Sieg immer einfacher starten lässt", sagt Mathieu Meyer nach dem 2:7 gegen den TC Hirschlanden. Der Mannschaftsführer hofft, 2022 endlich in die Oberliga zurückzukehren: "Wir gehen davon aus, dass dann im Gegensatz zu dieser Saison auch wieder Juan Cruz Scoppetta und Rudi Christiansen dabei sein werden."

TC Bad Friedrichshall

Mit breiter Brust ziehen die Verbandsliga-Männer aus Bad Friedrichshall den Schlussstrich. Zum Abschluss gab es ein 9:0-Erfolgserlebnis beim TC Bernhausen II, der nur mit fünf Spielern angetreten war. Mit zwei Siegen und drei Niederlagen ist es in der Gruppe 7 Platz vier geworden. Für die Oberliga-Frauen reichte es zum Abschluss zu Hause gegen die Sportfreunde Schwendi nicht zum zweiten Saisonsieg. Mit drei Niederlagen im Match-Tiebreak hieß es für die bereits eine Woche zuvor als Absteiger feststehende junge Mannschaft 4:5.

TC Oberstenfeld

"Wir sind stolz auf diese Saison, es ist super gelaufen", sagt Dirk Rumler, der Erste Vorsitzende des TCO, "wobei wir auch ein bisschen Glück gehabt haben." Die beiden besten Mannschaften der Region, die Württembergliga-Frauen und -Männer, haben beide den Klassenerhalt geschafft, hatten bereits Anfang August ihren letzten Spieltag. Wobei die Frauen noch zwei Wochen zittern mussten. Erst nach dem Aufstieg des württembergischen Mannschaftsmeisters VfL Sindelfingen II in die Regionalliga (dank eines 5:4-Sieges gegen den TC Bad Homburg) ist klar, dass das Abenteuer in der vierthöchsten Spielklasse im nächsten Sommer weitergeht. Doch jetzt steht erst einmal die offiziell am 1. Oktober beginnende Winterrunde an. Es wird weiter am Langzeitprojekt der Männer des TC Oberstenfeld gewerkelt: "Mittelfristig wollen wir den zehnten Titel als württembergischer Hallenmeister", sagt Dirk Rumler. Acht haben die Jungs vom TCO schon.


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

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