Heinsheimer Heber dürfen trainieren, aber nicht in die Saison starten

Gewichtheben  Der Saisonstart von Zweitligist Heinsheim ist in den Februar verlegt. Auch das normale Training war zunächst verboten. Nachdem sie die Geräte mit nach Hause geschleppt hatten, hieß es Kommando zurück, Training erlaubt.

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Erfolgserlebnis: Christian Martens und Co. dürfen normal trainieren.

Foto: Archiv

Bewegte Tage liegen hinter den Hebern des TSV Heinsheim. Ausräumen war am vergangenen Wochenende angesagt. Die Athleten fuhren reihenweise an der Josef-Müller-Halle vor, um sich für den Lockdown und seiner für den Amateursport einschränkenden Folgen mit den nötigen Trainingsutensilien einzudecken. Gewichte, Hantelstangen, Matten: Alles wanderte in Kofferräume und auf Anhänger-Ladeflächen, um danach in private Garagen und Kellerräume verstaut zu werden. Eine Plackerei.

Grundspannung halten

Aber eine notwendige, so schien es zumindest. "Es geht darum, dass unsere Athleten zu Hause wenigstens eine gewisse Grundspannung halten", sagte Ralf Fein. Dem Technischen Leiter des TSV war zwar schon bewusst, dass der für 21. November anvisierte Saisonstart in der zweiten Bundesliga sicher nicht würde stattfinden können. Abgesagt war der Wettkampf indes auch noch nicht. Und wer weiß in diesen Zeiten schon, wie es nach Ende des Monats November weitergehen würde. Also bereiteten sich die Heber brav aufs Heimtraining vor. Alleine der Kehraus der Trainingsräume dürfte als Einheit durchgegangen sein.

Kommando zurück nach einer E-Mail

Kaum aber waren die Hantelstangen und Gewichte an den neuen Bestimmungsorten, hieß es: Kommando zurück. Eine E-Mail bestätigte den Gewichthebern am Montagabend, dass sie laut Landesverordnung als Profis eingestuft sind. "Das heißt, die Bundesliga- und Kaderathleten dürfen normal trainieren", erklärte Fein. In den Tagen danach fuhren also an der Halle in Heinsheim erneut alle vor, um die Gerätschaften wieder zurückzubringen. Die ganze Plackerei: umsonst. "Aber zum Glück sind wir ja bei den Gewichthebern, da ist das nicht so tragisch", unkte die Abteilungsleiterin Martina Dosquet mit ein paar Tagen Abstand.

Während in Heinsheim geschuftet wurde, tagten die Verantwortlichen des Bundesverbands der Gewichtheber. Mit dem Ergebnis, dass der Saisonstart in den beiden Bundesligen wegen der Pandemie in das neue Jahr verlegt wird. Los geht es auch für die Heinsheimer am 6. Februar. "Wie genau diese Saison vonstattengeht, weiß im Moment kein Mensch", sagt Martina Dosquet. Zumal die Runde samt aller Entscheidungswettkämpfe um Meisterschaft und Aufstieg wegen der nahenden Olympischen Spiele nicht über den Mai hinausgehen darf. Es sind eben auch ungewisse Tage.

Starttermin auf Anhieb verschoben

Der Wunsch von Dosquet war es immer gewesen, dass die Saison früher begonnen worden wäre, Anfang Oktober. "Dann wären jetzt wenigstens zwei Wettkämpfe in trockenen Tüchern." Die Verschiebung leichter zu verkraften. Dass die Verantwortlichen den Starttermin auf Anhieb in den gefühlt fernen Februar verlegt haben, hat die Abteilungsleiterin etwas überrascht. Grundlegend kann Dosquet jedoch nachvollziehen, dass zumindest dieses Jahr nichts mehr geht. Die unterschiedlichen Verordnungen der einzelnen Bundesländer lassen es nicht anders zu. Die Heber im Ländle dürfen sich nämlich glücklich schätzen, dass sie normal trainieren dürfen.

"Das ist nicht in jeder Verordnung so festgehalten", verrät sie. Einige Konkurrenten der Heinsheimer Heber könnten derzeit nicht trainieren. Was einen Wettkampf unmöglich macht, zumal es immer einen gewissen Vorlauf bräuchte. Ein anderes Problem ist, dass im Gewichtheben zumindest in den Bundesligen viele Ausländer eingesetzt werden, die eigens zu Wettkämpfen anreisen. "Da kommt kaum ein Athlet aus einem Land, das inzwischen nicht zum Risikogebiet erklärt wurde", sagt Martina Dosquet.


Martin Peter

Martin Peter

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Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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