Heilbronner Triathlon-Neustart am 20. Juni 2021

Triathlon  Für den Nachfolge-Wettkampf der Corona zum Opfer gefallenen Challenge Heilbronn ist ein Termin ins Auge gefasst worden. Der neue Veranstalter hat den Anmeldestart am 1. Dezember bestätigt.

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Viel beklatschter Lokalmatador in Heilbronn: Sebastian Kienle war oft das Zugpferd beim City-Triathlon und der Challenge, wie das Rennen ab 2015 hieß.

Foto: Andreas Veigel

Es ist heutzutage leider so, dass eine wichtige Ebene menschlicher Kommunikation den Masken-Geboten zum Opfer fällt. Die Mimik fehlt. Man kann dem Gesprächspartner zwar oberhalb der vorgeschriebenen Mund-Nasen-Bedeckung in die Augen schauen. Aber ob er lächelt oder missmutig das Gesicht verzieht, das lässt sich in Zeiten der Corona-Pandemie vielfach nur erahnen.

Es spricht viel dafür, dass Matthias Zöll gelächelt hat, als er am Donnerstagmittag sagte: "Wir haben den 20. Juni ins Auge gefasst." Zöll ist Geschäftsführer der Deutschen Triathlon Union (DTU) und in dieser Funktion ganz maßgeblich am Neustart-Projekt des Heilbronner Triathlons beteiligt.

Die Challenge Heilbronn gibt es nicht mehr. Sie ist zum wirtschaftlichen Opfer der Corona-Krise geworden. Aber es gibt immer konkreter werdende Planungen für einen Nachfolge-Wettkampf im Jahr 2021. Am 20. Juni soll es - wenn nicht irgendwelche Pandemie-Entwicklungen alle Planungen zunichte machen - wieder einen Triathlon mitten in der Stadt geben, angelehnt ans Ursprungskonzept der Gründer, die 2010 den City-Triathlon Heilbronn entwickelt hatten.

DTU garantiert Startgeld-Rückzahlungen

Schon in wenigen Tagen, am 1. Dezember, wird die Anmeldung für den Triathlon 2021 freigeschaltet. "Wir sind soweit", sagt Matthias Zöll. Und er fügt sogleich hinzu: "Denen, die sich bis zum 15. März 2021, bis zum Ende der zweiten Phase anmelden, garantieren wir, dass sie im Fall einer Corona-Absage zu hundert Prozent ihre Startgelder zurückbekommen würden."

Der Standort Heilbronn hat ein beträchtliches Imageproblem, seit die Athleten, die 2020 gerne bei der Challenge gestartet wären, durch das plötzliche Komplett-Aus der Veranstaltung seitens der damals verantwortlichen Agentur finanzielle Verluste erlitten haben.

Jetzt hat die DTU mit ihrer Veranstaltungs-Tochtergesellschaft Deutsche Triathlon gGmbH das Sagen. Matthias Zöll muss aber erstmal um neues Vertrauen werben. Der DTU-Geschäftsführer verspricht: "Aus unserer Sicht ist die Durchführung sichergestellt, es sei denn, es gäbe pandemiebedingte Restriktionen, das können wir natürlich schlecht abschätzen."

Infos auf der neuen Webseite

Die neue Seite www.triathlon-heilbronn.de ist als Informationsplattform geschaffen worden. Hier sind die geplanten Strecken ersichtlich, die Distanzen und die Startgelder. Einen vorläufigen Zeitplan gibt es auch. Einen Titelsponsor gibt es noch nicht. "Da sind wir noch nicht soweit, dass wir einen konkreten Namen der Öffentlichkeit präsentieren können", sagt Zöll im Gespräch mit der Heilbronner Stimme.

Der Grundcharakter der Veranstaltung soll sich nicht wesentlich von den zehn erfolgreich verlaufenen Auflagen unterscheiden, die es zwischen 2010 und 2019 gegeben hat. Möglich allerdings, dass zum Neustart 2021 keine Vielzahl großer Profi-Namen aufgeboten wird. "Wir engagieren uns in erster Linie, dass der Triathlon in Heilbronn erhalten bleibt", sagt DTU-Geschäftsführer Zöll. "Namhafte Sportler machen natürlich die Strahlkraft einer Veranstaltung aus, wir werden auf Athleten zugehen. Aber es geht vor allem darum, den Breitensportlern einen gesicherte Wettkampfmöglichkeit zu bieten."

In den vergangenen Jahren war oft Lokalmatador Sebastian Kienle, Ironman-Hawaii-Triumphator von 2014, das Zugpferd in Heilbronn. Auch bei den Weltklasse-Stars ist aber wegen der globalen Coronavirus-Pandemie noch gar nicht klar, wie der Wettkampfkalender 2021 letztlich aussehen wird.

Immerhin, für Heilbronn steht der Termin. Der 20. Juni wird kein langweiliger Sonntag sein.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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