Heilbronn Reds haben höchstens Luxusprobleme

Basketball  Ein solider 80:51-Oberliga-Auftakt der Reds untermauert ihre Aufstiegsambitionen. Das Hygienekonzept in der Mörikehalle funktioniert.

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Obenauf: Simon Schmitz (weißes Trikot) war für Vaihingen-Sachsenheim kaum zu halten. 31 Punkte machte der Heilbronner Center.

Foto: Christiana Kunz

Eine richtig deutliche Ansage mit Maske vor dem Mund - bei den Reds Heilbronn ist das kein Widerspruch. Und zwar ganz ohne Worte. Immer wieder war die zentrale Botschaft des Oberligisten während des Saisonauftakts am Sonntag präsent. Bei Mannschaft, Verantwortlichen, Helfern und auch einigen Fans.

"Defense wins Championships - die Defensive gewinnt Meisterschaften", war in der Mörikehalle zwar nicht in aller Munde, aber doch vor vielen Mündern. In weißen Lettern stand es an der linken Seite des schwarzen Mund-Nasen-Schutzes gegenüber des Reds-Logos. Das wichtigste Stückchen Stoff beschriftet mit dem wichtigsten Motto der Heilbronner - die eigens angefertigte Maske trug ein Teil der 120 Zuschauer abseits des eigenen Sitzplatzes stolz zur Schau. Auch der Standard-Mund-Nasen-Schutz saß bei allen anderen an notwendiger Stelle ganz selbstverständlich.

Hygiene-Maßnahmen verantworltungsvoll eingehalten

Die verantwortungsvolle Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen war der wichtigste Erfolg beim ersten Heimspiel nach einer sehr langen Corona-Pause. Doch auch sportlich lief es bei den Reds äußerst erfolgreich. Mit 80:51 fegten die Heilbronner den chancenlosen Gast BSG Vaihingen-Sachsenheim aus der Halle.

2,07-Meter-Mann Simon Schmitz präsentierte sich dabei direkt in Hochform. Der Heilbronner Center steuerte als Topscorer satte 31 Punkte zum Auftaktsieg bei. "Ich hab schon beim Aufstehen gedacht - erstes Spiel, Vollgas", sagte Schmitz: "Es war richtig schön vor Zuschauern mit so einer Führung zu gewinnen." Komplett zufrieden waren die ambitionierten Heilbronner trotzdem nicht. "Wir hatten noch Höhen und Tiefen im kompletten Spielverlauf, aber das ist am Anfang normal", befand der Mann des Matchs.

Eine gute Defense, aber es geht noch besser

Auch Reds-Spielertrainer Goran Milic will künftig noch mehr sehen von seinen Jungs, soll es mit dem anvisierten Aufstieg klappen: "Nur 50 Punkte zu kriegen ist schon eine gute Defense, aber es geht noch besser. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir noch besser werden. Jeder muss noch ein bisschen mehr geben."

Richtig gut war gegen Vaihingen-Sachsenheim der Heilbronner 17:3-Start. Bis zur ersten Viertelpause erlaubten sich die Reds beim 18:9 aber einen kleinen Bruch. Auch auf dem Weg zur 42:20-Pausenführung verpasste es Heilbronn, den phasenweise überforderten Gegner noch deutlicher in die Schranken zu weisen. Im dritten Viertel kam Vaihingen-Sachsenheim nach dem 59:25 der Reds dann sogar kurz richtig ins Rollen und auf 39:61 heran.

Spielzüge richtig gut hinbekommen

Wirklich ins Wackeln brachte das die überlegenen Heilbronner aber nicht. In den letzten zehn Minuten sorgten sie schnell wieder für klare Verhältnisse und brachten ihre Fans zum Jubeln. "Was wir trainiert haben, ist perfekt aufgegangen. Wir haben unsere Spielzüge richtig gut hinbekommen", sagte Simon Schmitz, sprach aber auch eine kleine Mahnung an Teile des Teams aus: "Alle müssen mental da sein.Wenn neue Spieler reinkommen, müssen sie sofort mit hundert Prozent da sein - aber das ist ein Luxusproblem."

Dass sich die Reds damit aber dennoch direkt beschäftigten, unterstreicht ihre Ansprüche. Gerne würden sie am Ende der Saison in die Regionalliga aufsteigen. Manager Matthias Götz sieht die Zeit reif dafür: "Wir haben hier alle Voraussetzungen was Halle, Sponsoring und das Drumherum betrifft. Auch das nötige Spielermaterial können wir liefern." Das Problem der Reds sei einfach, "dass wir im Nachwuchs noch ein bisschen nachbessern müssen", sagt Götz.

An deutlichen Ansagen hindert das die Heilbronner aber nicht. Sie werden sich in dieser Saison trotz Maske nicht verstecken. Der Anfang dafür ist gemacht.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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