Hohenloher auf großen Tennisbühnen der Welt zu Hause

Tennis  Heilbronn, Paris, London, Tokio. Ralf Weigel aus dem hohenlohischen Ingelfingen ist auf den großen Tennisbühnen zu Hause - und derzeit beim Neckar-Cup der Frühaufsteher.

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Hat ein paar tausend Euro in der Hand: Ralf Weigel aus Ingelfingen.

Foto: Veigel

Das ist großes Tennis: Erst Heilbronn, dann Paris, London und Tokio. Das ist die Reiseroute von Ralf Weigel. "Jetzt geht es hoffentlich wieder los!", sagt der 60-Jährige aus dem Ingelfinger Teilort Lipfersberg ("Wir haben etwa 130 Einwohner"). Die großen Tennisbühnen sind das Zuhause des Tüftlers, der einst die elektronische Netzüberwachung erfunden und somit Tennis ein bisschen gerechter gemacht hat. Wenn sein Sensorensystem mit einem Piep sagt, der Ball hat beim Aufschlag das Netz berührt, dann war es auch so. Der Heilbronner Neckar-Cup ist quasi der Aufgalopp für Weigels Neustart nach dem Lockdown.

Hars- und Software testen

Ralf Weigel ist der frühe Vogel, früh auf den Tennisplätzen am Trappensee. Zum einen, weil er Software und Hardware testet, zum anderen, weil er auch nach seiner ersten Corona-Impfung Menschen meidet, zur ATP-Blase gehört. Der drahtige Hohenloher ist Einzelkämpfer, "schon immer".

Seit nun 25 Jahren macht der Präsident der Kunstturnvereinigung Hohenlohe diesen Job, "aber ich bin vor dem Start eines Turniers immer noch nervös wie vor dem erste Mal". Der größte Gegner sei die Betriebsblindheit, die größte Herausforderung, während der Turnierwoche "das Gewicht zu halten". Beispiel French Open im Oktober: "Ich bin jeden Tag vom Hotel auf die Anlage und zurück gelaufen." Weigel ist in Pandemie-Zeiten Teil der Turnier-Blase, jeder Kontakt darüber hinaus ein Risiko. Mutig sei es gewesen, das Grand-Slam-Turnier in Paris durchzuführen, "aber es hat sich gelohnt". Freilich auch finanziell. Die Frage, wie die Geschäfte seit dem Ausbruch von Corona gehen, beantwortet Ralf Weigel mit vier Wörtern: "Weniger Tennis, weniger Geld."

Fernbetreuung bei den Australian Open

Bei den Turnieren zu Jahresbeginn in Dubai und bei den Australian Open war Technik aus Hohenlohe im Einsatz. "Ich habe von Deutschland aus Fernbetreuung gemacht", sagt Ralf Weigel, der die Geräte vom Hersteller geleast hat. Jedes der Kästchen - in Heilbronn waren drei im Einsatz - koste ein paar tausend Euro.

Los ging es übrigens 1994/1995 bei den Heilbronn Open in Talheim: "Turnierdirektor Uli Eimüllner ließ mich einfach mal testen." Aber der Blick von Ralf Weigel geht nicht zurück, sondern nach vorne: "Jetzt geht es hoffentlich wieder los!" Weiter geht es mit den French Open, dann kommen Wimbledon und die Olympischen Spiele in Japan.


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

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