Heilbronn Miners setzen auf die Relegation

American Football  13:16-Niederlage im Kellerduell der Oberliga gegen Tauberfranken Wolfpack ist bedeutungslos. Positive Entwicklung des Teams erkennbar.

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Die 13:16-Niederlage gegen Bad Mergentheim war für die Heilbronn Miners verschmerzbar, da sie keine Auswirkung auf die Tabelle hatte.

Foto: Ralf Seidel

Die nackten Zahlen sind auf den ersten Blick nicht erbaulich. Sechs der sieben Oberligaspiele der verkürzten Saison 2021 haben die Heilbronn Miners verloren. Am vergangenen Samstag ging das Duell der Kellerkinder gegen das Tauberfranken Wolfpack mit 13:16 verloren. Auf die Tabelle hatte die Partie allerdings keine Auswirkung. Das offizielle Ligaspiel hatten die Miners Ende August mit 20:6 in Bad Mergentheim gewonnen. Das Duell im Frankenstadion war ein sogenanntes Kompensationsspiel, da Heilbronn in der Achter-Liga ein Heimspiel weniger ausgetragen hatte und besaß daher nur Testspielcharakter.

Nach 13:0-Führung am Ende 13:16 verloren

"Wir haben einiges ausprobiert, die jungen Spieler haben viel Spielzeit bekommen", sagte Philipp Schneider, zweiter Vorstand der Miners. Dadurch wurde aus der 13:0-Halbzeitführung am Ende noch eine 13:16-Niederlage. "Unser etatmäßiger Quarterback hat gar nicht gespielt, weil wir jedes Risiko vermeiden wollten", erklärte Schneider.

Denn die Saison dürfte für die Heilbronner in die Verlängerung gehen. Das hängt nun davon ab, wie das offiziell letzte Saisonspiel zwischen dem Wolfpack und Tabellenführer Fellbach Warriors am kommenden Samstag (15 Uhr) endet. "Dann werden wir alle große Fans der Fellbacher sein", kündigte Schneider an.

Miners im Überkreuz-Vergleich im Kampf gegen den Abstieg vor der Konkurrenz

Denn mit einem Sieg würden die Warriors die Meisterschaft einfahren und damit den Aufstieg in die Regionalliga klarmachen. Das Tauberfranken Wolfpack aus Bad Mergentheim würde in dem Fall aber ebenso wie Heilbronn und die Badener Greifs aus Karlsruhe die Saison mit 2:12 Punkten beenden. Im Überkreuz-Vergleich des punktgleichen Trios hat jedes Team einmal gewonnen und einmal verloren. Daher entscheiden die Spielpunkte untereinander über die Reihenfolge. Hier schneiden die Miners mit 20:12 am besten ab.

Als Tabellensechster bekämen sie dadurch die Chance über die Relegation doch noch die Klasse zu halten. Der Gegner für die zwei Partien steht mit dem Landesliga-Zweiten Leonberg Alligators bereits fest. Für diese beiden wahrscheinlichen Spiele Mitte und Ende November wurden am Samstag die etatmäßigen Kräfte geschont. "Natürlich wollen wir nicht absteigen und hätten es über die Relegation in der eigenen Hand. Ein Abstieg wäre aber kein Beinbruch, dann würden wir für nächste Saison die sofortige Rückkehr anstreben", sagte Schneider.

Aktuelle Saison war ein Neustart mit neuformiertem Team

Abseits der komplizierten Tabellen-Arithmetik und der offenen Abstiegsfrage war die Saison für die Heilbronner aus einer anderen Hinsicht bedeutsam. "Für uns war es ein Neustart mit einem zu 75 Prozent neuformierten Team. Uns war klar, dass wir nicht sofort mit den etablierten Teams in der Liga würden mithalten können. Es war aber eine klare Entwicklung nach oben erkennbar, das Team ist zusammengewachsen", zog Schneider ein durchweg positives Fazit. Gerade in der Offense haben die Miners unter Head Coach Sven Langhof deutliche Fortschritte gemacht. Das war etwa bei der 22:43-Niederlage in Fellbach vor Wochenfrist zu sehen.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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