Fehler am Mittag, starkes Finale am Abend

Kunstradfahren  Das Kunstradfahrer Serafin Schefold und Max Hanselmann bleiben beim German Masters knapp unter ihrem eigenen Weltrekord. Im Gegensatz zum Finale lief die Vorrunde des Öhringer Duos aber nicht nach Plan.

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Serafin Schefold (vorne) und Max Hanselmann, der Kunstrad-Zweier des RV Öhringen, blieben in Denkendorf knapp unter ihrem eigenen Weltrekord.

Foto: privat

Gestern Nachmittag machte sich Serafin Schefold gut gelaunt auf zum Training. Er und Max Hanselmann können schon fast mit dem WM-Ticket planen. Auch beim 2. German Masters am vergangenen Wochenende bestätigte der Kunstrad-Zweier des RV Öhringen seine Form. Nur 0,01 Punkte blieben sie in Denkendorf hinter ihrem eigenen Weltrekord. Mit 173,49 Punkten gewannen sie das Finale des zweiten Wettkampfes der WM-Qualifikations-Serie.

Nicht ganz zufrieden zeigte sich Schefold mit der Vorrunde. Beim Maute-Sprung stieg Schefold vom Rad. Schon in den ersten Sekunden ihrer Übung waren damit zehn Punkte weg. Trotzdem blieben sie ruhig und kamen auf 157,24 Punkte. Diese reichten aber nur zu Platz zwei hinter Patrick Tisch und Nina Stapf (SG Denkendorf/Magstadt), die mit 162,28 Punkten eine persönliche Bestleistung fuhren. "Das war schon ärgerlich", sagte Schefold, "weil die Übung im Training eigentlich stabil ist. Aber beim Sprung kann immer etwas passieren." Bei ihrer Weltrekordfahrt in Pfedelbach wackelte Hanselmann bei dieser Übung, konnte einen Sturz aber gerade noch vermeiden.

Zum WM-Ticket fehlt dem Duo nur noch eine akzeptable Wertung

Im Finale agierten Schefold/Hanselmann dann konzentriert und ruhig. Die taktischen Aufwertungen beim Handstand und bei den Lenkerdrehungen fügten sich reibungslos und ohne Zeitverlust ins Programm. Selbst das laute Piepsen während der letzten fünf Sekunden brachte die beiden nicht aus der Ruhe. "Wir haben bestätigt, dass wir das fahren können", sagte Schefold. "Das war nochmal ein top Ergebnis. Wir brauchen noch eine akzeptable Wertung, dann müsste das WM-Ticket sicher sein." Zwei Mal 173 und 167 Punkte haben Schefold/Hanselmann bisher eingefahren. Die 157,24 Punkte könnten zum Streichergebnis werden.

Tisch/Stapf kamen im Finale auf 160,85 Punkte und liefern sich in der Qualifikationsserie einen Zweikampf mit Styber/Rödiger (RSV Langenselbold/152,46 Punkte) um den zweiten Startplatz bei der Weltmeisterschaft Ende Oktober in der Stuttgarter Porsche Arena. Und dass diese wie geplant stattfinden soll, wurde auch nochmal bestätigt. "Im Moment ist mit der 3G-Regel fast eine Vollauslastung der Halle möglich", sagt Schefold.

Duo feilt weiter an seiner Kür

Doch zunächst geht es in zwei Wochen in Nufringen mit dem 3. German Masters weiter. Die letzte Qualifikations-Wertung ist dann das Finale bei der deutschen Meisterschaft in vier Wochen. "Danach stehen noch ein Kader-Lehrgang sowie das Weltcup-Finale in Albstadt an, bevor die WM kommt", sagt Schefold. Er und Hanselmann feilen nun weiter an ihrer Kür. Gerne würden sie etwas ausweiten und ein paar Punkte mehr aufstellen. "Dann hätten wir ein etwas größeres Polster, falls eine Übung schief geht", sagt Schefold.

Während die Öhringer bei ihrem Heimwettkampf in Pfedelbach für einen Weltrekord sorgten, trumpfte in Denkendorf Milena Slupina (TSV Bernlohe) im Einer der Frauen auf und verbesserte ihre eigene Bestmarke auf 197,71 Punkte. Bei den Männern verpasste der ehemalige Öhringer Emilio Arellano im Einer knapp das Finale, dafür erfüllte sich Max Maute seinen persönlichen Geburtstagswunsch und fuhr im Finale mit 200,75 eine neue persönliche Bestleistung und zum ersten Mal einen Wert über 200 ein.

Tim Weber, Trainigspartner von Max Hanselmann und Serafin Schefold in Böhl-Iggelheim, bestätigte ebenfalls sein Können in der Vorrunde mit 199,58 Punkten. Hier bleibt es spannend und es wird eine knappe Entscheidung, wer Titelverteidiger Lukas Kohl (Kirchehrenbach) zur WM begleiten wird.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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