Erst die Abreibung, dann der Abstieg

Turnen  Der Zweitliga-Klassenerhalt ist für die KTV Hohenlohe nicht mehr zu schaffen: Das Team geht in Koblenz unter und nach der Saison runter, da sich auch die letzte Resthoffnung in Luft auflöste.

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Die Hängepartie bei der Frage nach dem Zweitliga-Klassenerhalt ist für Benjamin Hofmann und die KTV Hohenlohe vorzeitig beendet.

Foto: Marc Schmerbeck

Es war ein enttäuschender Tag. In doppelter Hinsicht. Als das Team der KTV Hohenlohe nach einer echten Abreibung beim aktuellen Zweitliga-Primus Koblenz mit 6:91 Scorepunkten und 0:12 Gerätepunkten geknickt in der Kabine saß, gab es beim Blick aufs Handy auch das zweite unerwünschte Ergebnis.

Statt ebenfalls mit 0:12 Gerätepunkten gegen Monheim zu verlieren und den Hohenlohern damit noch eine kleine Restchance auf den Klassenerhalt zu lassen, schaffte Grünstadt ein 6:6, den knappen 36:30-Sieg und besiegelte damit den Abstieg der KTV.

Ohne Gastturner Adam Tobin geben die Hohenloher in Konstanz ein ernüchterndes Bild ab

"Die Hoffnung war schon noch da, dass man es noch auf den letzten Wettkampf verschiebt und noch ein bisschen Spannung da ist - jetzt ist das Ding eben durch", sagte Mannschaftsführer Philipp Schmidt. Während des aussichtslosen Duells mit Koblenz habe es keine Infos über Zwischenstände in Grünstadt gegeben, "da waren wir fokussiert - aber direkt danach haben dann schon alle, jeder für sich, aufs Smartphone geschaut und geguckt". Der Blick lohnte nicht. Auch vorab hatten die Hohenloher selbst ohne Gastturner Adam Tobin ein ernüchterndes Bild gegen Koblenz abgegeben. "Wir haben nicht unsere beste Leistung gebracht", gestand Schmidt.

Koblenz hingegen zeigte beim letzten Heimwettkampf der Saison seine bislang beste, fast fehlerfreie Leistung in der aktuellen Wettkampfserie, obwohl sie von den Hohenlohern kaum gefordert wurde. Der überforderte Gast leistete sich dagegen einige Patzer an den Geräten. Nur Silas Bortt (2) und Mike Hindermann (4) punkteten.

Sich überhaupt auf dem Niveau gemessen zu haben, kann der KTV keiner mehr nehmen

"Es ist die 2. Liga, die Konkurrenz ist hart. Gegen Grünstadt nächste Woche wird es auch nochmal ein superhartes Ding", betonte Philipp Schmidt, den der bereits vorab besiegelte Abstieg genau wie das gesamte KTV-Team nicht aus heiterem Himmel traf. "Es war schon klar, dass es eher enger werden wird. Man hat damit gerechnet, dass es passieren kann." Trotzdem sei es "eine super Erfahrung gewesen - wobei super Erfahrung vielleicht nicht ganz passend formuliert ist, wenn man jedes Mal eine Klatsche bekommt". Sich überhaupt auf diesem Niveau gemessen zu haben, kann der KTV aber keiner mehr nehmen. "Anfangs war vielleicht mehr drin, wäre vielleicht etwas machbar gewesen, aber auch da waren es eben schon gute Gegner und wir ohne Adam", sagt Schmidt.

Gastturner Tobin wird auch bei der Hohenloher Abschiedsvorstellung in heimischer Halle gegen Grünstadt nicht mit dabei sein können. "Ich habe am Sonntag die Info bekommen, dass er immer noch nicht ganz fit ist und nicht kommen kann", erklärt Schmidt. "Eigentlich war schon der Plan, sich bestmöglich zu verabschieden. Und dann geht es eben zurück in Liga drei."

Wie und mit wem es in der nächsten Saison weitergeht, ist noch offen

Ob es ein schnelles Wiedersehen in der 2. Liga gibt, ist eine schwere Gleichung mit vielen Variablen, wie der Mannschaftsführer verrät: "Was wir dann vorhaben, ist bisher noch nicht so raus. Wie weit die Mannschaft zusammen bleibt, ist noch ein bisschen offen." Vor allem hinter dem wichtigen KTV-Punktelieferant Hindermann steht noch ein Fragezeichen. "Wir wollen schon wieder oben mitturnen. Ob mit Gastturner oder ohne, ob mit Mike Hindermann oder ohne - das ist alles noch offen", sagt Mannschaftsführer Philipp Schmidt. Klare Signale habe es von Hindermann noch nicht gegeben: "Wir wissen nicht, was er vorhat. Nicht nur bei ihm kann noch ein bisschen was passieren. Aber irgendwann nächstes Jahr wird er es uns schon sagen. Bis zur nächsten Saison ist es ja noch lang. Noch sind wir ja sogar in dieser."

Und auch den allerletzten Zweitliga-Wettkampf wollen die Hohenloher möglichst würdevoll über die Bühne bringen. Enttäuschungen hat es zuletzt schließlich schon genug gegeben.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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