Erfolgreicher Ausflug an die alte Wirkungsstätte für Riesen-Coach patrick

Basketball  Die MHP Riesen Ludwigsburg gewinnen in Göttingen, dem Ex-Club von John Patrick, mit 90:81. Crailsheim verliert in Frankfurt.

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Tremmell Darden war gegen Göttingen der beste Ludwigsburger Punktesammler. Wenn es eng wurde, übernahm der Routinier Verantwortung.

Foto: Marc Schmerbeck

Für die Hakro Merlins Crailsheim gab es am Sonntag einen kleinen Dämpfer. Mit 84:92 verlor der BBL-Fünfte aus Hohenlohe bei den Fraport Skyliners (10.). Die Frankfurter hielten sich damit ihre Minimalchance auf die Playoffs offen, weil der Tabellenachte Brose Bamberg gegen die Hamburg Towers (6.) unterlag.

Die MHP Riesen Ludwigsburg festigten dagegen ihre Tabellenführung mit einem 90:81-Sieg bei der BG Göttingen. Für Ludwigsburgs Trainer John Patrick lohnte sich der Ausflug in seine alte Heimat also. Von 2003 bis 2005 und 2006 bis 2011 coachte er die Göttinger. Eine seiner beiden Töchter lebt noch in Niedersachsen, sie konnte er bei der Gelegenheit mal wieder sehen.

Zuverlässiger Routinier Tremmell Darden

Verlass war bei den Ludwigsburgern auf Routinier Tremmell Darden. Der 39-Jährige übernahm wenn es nötig war die Verantwortung und kam auf 21 Punkte. Aber auch für die Ludwigsburger Nachverpflichtung Oscar Da Silva war es eine wichtige Partie. Erst zum dritten Mal stand er für die Riesen auf dem Parkett und kam auf zehn Punkte. "Es ist ein neues System für ihn", sagte Patrick. "Aber er ist ein hoch intelligenter Spieler. Er wird schnell lernen. Es sind einige Dinge, die in den europäischen Profiligen anders sind als auf dem amerikanischen College."

Dass er dazu gelernt hat, zeigte Da Silva. "Der große Unterschied ist, dass man Entscheidungen viel schneller treffen muss. Außerdem darf man nicht so viele Fehler machen. Das war heute wichtig für mein Selbstvertrauen. Wir haben hart gespielt und sind fokussiert geblieben", sagte er. Und so kassierte Göttingen nach drei Siegen in Folge mal wieder eine Niederlage.

Göttingen macht es den Riesen lange schwer

Allerdings machte es der Tabellen-Zwölfte, der mit der Niederlage wohl auch die Minimalchancen auf den Playoff-Einzug einbüßte, den Riesen lange schwer. Mit einem knappen 24:20 ging es in die erste Pause. Im zweiten Viertel blieb es lange eng, ehe sich die Riesen nach einem 37:38 bis auf 50:40 absetzten. Nach der Halbzeit verloren die Ludwigsburger kurz den Fokus. Und mit einem zwischenzeitlichen 11:0-Lauf übernahm Göttingen die Führung - 66:62. Mit zwei Körben in Folge sorgte Darden dann für ein 66:66 nach 30 Minuten. Kurz nach Wiederbeginn musste BG-Coach Roel Moers die Halle verlassen. Er holte sich zwei Technische Fouls Nacheinander ab. Nun übernahm Ludwigsburg wieder die Kontrolle. Beim 81:71 lagen sie zehn Punkte vorne, Göttingen steckte zwar nie auf, kam aber nur noch bis auf 79:83 ran, ehe die Riesen wieder davonzogen und durch den Schlusspunkt von Darden den 90:81-Sieg klar machten.

Damit bleiben die Ludwigsburger unangefochten mit erst zwei Saison-Niederlagen auf dem ersten Platz. Alba Berlin folgt mit vier Niederlagen. Bayern München (sechs Niederlagen nach dem 94:95 gegen Gießen) und Oldenburg folgen punktgleich.

Crailsheim kommt zunächst gut ins Spiel

Fünfter ist weiter Crailsheim, das gegen Frankfurt zunächst gut ins Spiel fand, um dann die achte Saison-Niederlage zu kassieren. Vor allem Bogdan Radosavljevic stemmte sich dagegen. Die ersten sieben Punkte der Merlins gingen auf sein Konto. Bei der 20:10-Führung nach sieben Minuten schien das Spiel den erhofften Verlauf zu nehmen. Doch die Merlins ließen die Konsequenz vermissen. Frankfurt kam wieder ran - 21:22 nach einem Viertel. Ähnlich sah es in den zweiten zehn Minuten aus. Crailsheim setzte sich etwas ab, Frankfurt kam zurück und hielt das Spiel offen. So hieß es zur Pause 44:42 für Crailsheim. Trotz zwischenzeitlicher 44:36-Führung.

Die Frankfurter kamen besser aus der Kabine und übernahmen zunächst die Kontrolle. Dann wechselte die Führung ständig, ehe sich die Skyliners zum Ende des Viertels ein 63:59 erarbeiteten. Im letzten Abschnitt ließen sich die Gastgeber das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen und gewannen nach zuvor drei Niederlagen in Folge mit 92:84 mal wieder eine Partie.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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