Eisgekühlte Riesen wollen München ärgern

Basketball  Die Riesen Ludwigsburg treffen im Playoff-Halbfinale auf den Meisterfavoriten FC Bayern München. Respekt ist vorhanden, aber keine Angst.

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Jonah Radebaugh empfängt mit den Riesen nun München.

Foto: Marc Schmerbeck

Regeneration hatte erste Priorität bei den MHP Riesen Ludwigsburg. Der 95:73-Sieg am Donnerstagabend war noch nicht allzu lange unter Dach und Fach, da saß Kapitän Jonas Wohlfarth-Bottermann schon in der Eistonne. Der 39-jährige Routinier Tremmell Darden veröffentlichte ein Bild, wie er seine Füße in Eiswasser kühlt. Fünf Viertelfinalspiele gegen Brose Bamberg haben Kraft gekostet. Und jetzt wartet im Halbfinale der große Titelfavorit FC Bayern München. Die Best-of-Five-Serie beginnt an diesem Samstag um 20.30 Uhr. Am Montag (19 Uhr) geht es erneut in Ludwigsburg weiter, bevor es nach München geht.

"Bayern war und ist der Favorit auf den Titel. Sie sind die tiefste und talentierteste Mannschaft der Liga, eine Top-Fünf-Mannschaft der Euroleague. Einige Spieler könnten auch in der NBA spielen", sagte Riesen-Trainer John Patrick. "Wir haben großen Respekt vor München. Die haben 80 Spiele in dieser Saison absolviert. Das ist fast unmenschlich. Wir müssen uns einen Gameplan überlegen." Dabei verloren die Riesen keine Zeit. Die Assistenzcoaches hatten Videomaterial vorbereitet. Einen Teil davon wollte das Trainerteam bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag studieren.

In der Serie 2014 musst ein Spiel wiederholt werden

Drei Mal standen sich die beiden Teams in den Playoffs gegenüber. 2014 und 2016 gewann München, 2020 Ludwigsburg. Den Münchnern in unangenehmer Erinnerung dürfte noch das Aufeinandertreffen der Saison 2014 sein. Damals war die vierte Viertelfinalpartie wiederholt worden, da Ludwigsburg gegen einen Schiedsrichterfehler Protest eingelegt und Recht bekommen hatte. Die neu angesetzte Partie gewann München mit 86:68, zog ins Finale ein und gewann den Titel. Überhaupt spricht die Bilanz für Bayern: Von 30 Duellen entschied der deutsche Meister von 2014, 2018 und 2019 gleich 24 für sich.

Doch in der Viertelfinal-Serie mit Crailsheim zeigte sich München verwundbar, verlor eine Partie und wirkte in den anderen nicht immer souverän. "Ich glaube, Crailsheim hat uns gut in die Playoffs geführt, mit viel Defense und vielen Aufgaben. Ich denke, wir sind jetzt drin in den Playoffs", sagte Paul Zipser.

Münchens Coach erwartet eine sehr schwere Aufgabe

Viel Respekt vor dem Gegner hat Trainer Andrea Trinchieri, der mit Bamberg immerhin drei deutsche Meistertitel gewann: "Die Story dieser Serie ist sehr einfach, denn Ludwigsburg ist das beste Team der BBL, nachdem sie sehr verdient, mit exzellenten Leistungen über die gesamte Saison und ohne jeden Zweifel Tabellenerster der regulären Runde geworden sind. Das wird eine sehr schwere Aufgabe für uns, weil sie mit viel Energie und Intensität spielen."

Und genau das schmeckte den Münchnern auch gegen Crailsheim nicht. Gerade, wenn die Merlins mit viel Tempo spielten, hatte München Probleme. Und auch die Riesen haben die Möglichkeiten zu schnellem Spiel.

Die Riesen sind seit über zwei Jahren zu Hause ungeschlagen

Dazu kommt die Heimbilanz. Seit mehr als zwei Jahren sind die Ludwigsburger in der MHP Arena ungeschlagen. Das würden sie gerne beibehalten. Selbst wenn es nach der Serie gegen Bamberg in die Eistonne ging, kalte Füße haben die coolen Riesen vor dem Halbfinale gegen Bayern München keine

Die zweite Halbfinalserie bestreiten Ratiopharm Ulm und Alba Berlin ab Sonntag, 15 Uhr.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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