Eine Niederlage, die dem Aufsteiger KTV Hohenlohe Mut macht

Turnen  Ohne Gastturner ist die KTV Hohenlohe beim Zweitliga-Saisonauftakt gegen Großen-Linden chancenlos. Trotz der 22:57-Niederlage bewiesen die Hohenloher in Öhringen, dass sie konkurrenzfähig sind.

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Der 16-jährige Jonas Albrecht zeigte eine gute Premiere für die erste Mannschaft der KTV Hohenlohe. Am Sprung holte er einen Punkt.

Foto: Marc Schmerbeck

Als Mike Hindermann nach seiner Kür am Reck auf dem wackligen Mattenboden sicher stand, konnte er sich ein breites Lächeln nicht verkneifen. Es war definitiv die richtige Entscheidung, dass er nach Motivationsproblemen während der Corona-Pandemie und extrem eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten, dann doch noch für die Mannschaftssaison der KTV Hohenlohe zusagte.

Noch nicht topfit, dafür aber top motiviert und mit viel Freude an den Geräten, war er der beste Hohenloher Punktesammler beim Zweitliga-Auftakt gegen den TV Großen-Linden in der heimischen Hohenlohehalle.

Gastturner konnte nicht mitmischen

"Schade, dass unser Gastturner nicht dabei war, mit ihm hätten wir sogar eine Chance gehabt", sagte Hindermann nach der 22:57-Niederlage. Der Brite Adam Tobin hatte kurzfristig absagen müssen, weil er wegen einer Corona-Infektion derzeit in Quarantäne ist. "Mit ihm haben wir eine Chance, in der Liga zu bestehen", sagt auch KTV-Geschäftsführer Ruben Krause.

Vor dieser Saison hatten die Hohenloher noch kein Glück mit ihren Gastturnern. Marton Földes, der in den vergangenen Jahren für die KTV turnte, beendete im vergangenen Jahr seine Karriere.

Für ihn sollte Bence Talas an die Geräte gehen, dann brach er sich den Arm. Der Belgier Michael Sorokine sagte schließlich ab, weil er sich auf die WM vorbereitet. Vor zwei Wochen sagte schließlich Tobin zu, um dann kurzfristig wieder abzusagen. Aber seine Quarantänezeit endet am Mittwoch, so könnte er bereits am Wochenende beim Wettkampf gegen die TG Saar II mit dabei sein - wenn alles glatt läuft.

Kleine Fehler aber keine großen Patzer

Nicht ganz glatt, aber eher mit kleinen Fehlern und ohne große Patzer feierte der Aufsteiger dann einen soliden Einstand in der zweiten Liga. "Es war besser als gedacht, da wir ja auf Adam Tobin verzichten mussten", sagte Jan-Moritz Bortt. "Es war ein erstes Abtasten nach der Corona-Zeit." Durch die zwar guten, aber doch eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten, turnten die Hohenloher noch nicht alle ihre neuen Übungen, gingen eher auf Sicherheit und saubere Ausführung als auf Höchstschwierigkeiten.

"Trotz der Niederlage macht der Wettkampf Mut", sagte Jan-Moritz Bortt. "Wir hatten Respekt vor der 2. Liga, aber wir können es schaffen. Wir müssen die Übungen noch verbessern, dann ist alles drin."

Zur Halbzeit liegt KTV schon weit zurück

Allerdings leisteten sie sich am Boden einige kleine Wackler und lagen nach dem ersten Gerät schon mit 4:11 in Rückstand. Lediglich Silas Bortt hatte für die KTV gepunktet. Eine starke Premiere zeigte auch der erst 16-jährige Youngster Jonas Albrecht bei seiner Premiere in der ersten Mannschaft. Zwar gab er am Boden vier Punkte ab - allerdings gegen Nico Köhler, den stärksten Punktesammler (23) des Tages.

Die Überraschung gelang der KTV dann am Pferd - normalerweise nicht gerade die Lieblingsdisziplin. Mit 6:4 Punkten (Jan-Moritz Bortt und Hindermann holten je drei) entschied sie die Gerätewertung für sich - nutzte dabei die Unsicherheiten des Gegners aus. An den Ringen gab es dann aber mit 0:13 nichts zu holen. Und so führte Großen-Linden zur Wettkampf-Halbzeit schon deutlich mit 28:10.

Hohenloher punkten immer wieder

Am Sprung holte dann Albrecht einen Punkt, Hindermann zwei und Micha Joel Schmidt drei. Und so ging auch der Sprung mit 6:3 an die Hohenloher - obwohl hier mit Mannschaftskapitän Philipp Schmidt ein solider Punktesammler verletzt vermisst wurde.

Am Barren waren die Gäste dann wieder zu stark - 13:3. Lediglich Benjamin Hofmann punktete. Das gleiche Resultat ergab sich am Reck - mit Punkten des lächelnden Hindermanns, der nur an drei Geräten an den Start ging und dabei aber acht Punkte für die KTV holte. "Wir müssen immer abwägen, ob wir auf Sicherheit oder Risiko gehen", meinte Jan-Moritz Bortt. "Was sich aber ein bisschen gezeigt hat, wir hatten zwar relativ niedrige Ausgangswerte, haben aber sauber geturnt und wurden dafür mit relativ wenige Abzügen belohnt."

Am Samstag geht es nun um 16 Uhr bei der TG Saar II weiter. "Die sind sehr stark. Da hoffen wir, dass wir ein paar Scorepunkte holen. Ich schätze die deutlich stärker als Großen-Linden ein", sagte Jan-Moritz Bortt. Mit Adam Tobin könnte die KTV noch stärker sein. Allerdings verlor die TG gegen die TSG Grünstadt ihren ersten Wettkampf deutlich mit 25:51. Nach der langen Pause ist eben alles schwer einzuschätzen.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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