Ein Ausrufezeichen von Markus Pommer zum Abschluss?

Motorsport  Ohne Chance auf den Titel wollen die Fahrer von Callaway Competition in Oschersleben zumindest noch einmal satte Punkte für den Rennstall aus Leingarten einsammeln.

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Jeffrey Schmidt und Markus Pommer möchten die Corvette C7 von Callaway Competition ein letztes Mal erfolgreich über die Strecke steuern.

Foto: imago-image/Eibner

Einfach den Fuß vom Gas nehmen, ist nicht ihr Naturell. Weder das von Markus Pommer und seinem Teamkollegen Jeffrey Schmidt, noch das ihres Leingartener Corvette-Rennstalls Callaway Competition. Eigentlich wollten sie in dieser GT-Masters-Saison einmal mehr um den Titel fahren. Doch schon vor dem Abschluss in Oschersleben an diesem Samstag und Sonntag (je 13.10 Uhr/Sport1) sind sie längst aus dem Meisterrennen.

"Trotzdem würden wir ganz gerne nochmal ein Ausrufezeichen setzen und möglichst viele Punkte holen", sagt der Heilbronner Pommer.

Zumindest in die Top Ten möchte das Corvette-Duo noch vordringen, um eine ernüchternde Runde halbwegs versöhnlich über die Ziellinie zu bringen. Schon das wird als aktuell 14. der Fahrerwertung schwer genug.

Nicht die Stärke des Autos

Die diesjährigen Probleme von Callaway Competition sind schon vor dem Saisonstart losgegangen. Denn der war mit Anfang August wegen der Coronavirus-Pandemie zwei Monate später als im Vorjahr. Bereits im Oktober wurde 2019 gar nicht mehr gefahren. Jetzt muss die Corvette C7 sich durch die nass-kalte Herbstzeit pflügen - überhaupt nicht die Stärke des US-Schlittens. "Die Kälte war sicher nicht perfekt für unser Fahrzeugkonzept - ärgerlich", sagt Markus Pommer.

Der 29-Jährige war also ganz froh, als er die trockene Wetterprognose des Wochenendes gesehen hatte: "Es ist hier auch nicht so kalt wie in der Lausitz." Die Erinnerungen an Oschersleben lösen in Pommer ohnehin ein wohlig-warmes Gefühl aus. Hier hat seine Zeit bei Callaway Competition 2019 für ihn begonnen. Und zwar direkt mit einem Sieg. "Das war schon ziemlich gut damals. Da wurden wir sogar im Regen Erster. So einen Achtungserfolg versuchen wir auch jetzt nochmal herauszufahren - mal sehen, ob es klappt. Es wird schwierig."

Gespräche nach der Saison

Auch wohin es nach den beiden finalen GT-Masters-Rennen für Markus Pommer geht, vermag er noch nicht zu beantworten: "Um ehrlich zu sein, ist noch gar nichts geplant. Die Gespräche gehen erst nach der Saison los. Man muss auch schauen, wie sich die ganze Situation mit Corona entwickelt. Ich mache mir da keinen Stress. Ein guter Abschluss wäre aber auch dafür wichtig." Eine weitere Saison mit Callaway Competition hält der 29-Jährige aber für eine naheliegende Lösung: "Ich denke, die machen weiter, ich mache weiter - wenn alles klappt, kommen wir bestimmt wieder zusammen. Gespräche führen wir aber eben erst nach der Saison."

Nach der Saison könnte in diesem Jahr bei Markus Pommer tatsächlich schon direkt nach Oschersleben sein. Zwar hatte er, wie in den vergangenen Jahren, auch Angebote für andere Rennen im Ausland, aber "wahrscheinlich lasse ich es dieses Mal". Zu wackelig sei die Situation gerade außerhalb Deutschlands: "Ich würde schon gerne noch weiter fahren, aber es ist einfach schwierig. Dann unterschreibt man für etwas und es findet am Ende wegen Corona doch nicht statt - das ist so kompliziert. Da hilft dann auch schönes Wetter im Ausland nichts."

Guter letzter Eindruck

Umso hilfreicher wäre da ein guter letzter Eindruck in Oschersleben. Danach soll auch Markus Pommers Master-Arbeit ihren Abschluss finden. Den Fuß komplett vom Gas wird der Heilbronner aber auch dann nicht nehmen. Er startet direkt mit der Vorbereitung für die nächste Saison.

"Fitness-Programm, Simulator-Fahrten - das bleibt alles beim Alten. Nur dass wir im Süden testen, das ist momentan eher unwahrscheinlich", sagt Pommer. Nicht nur deshalb wollen er und sein Leingartener Team zum Abschluss in Oschersleben noch einmal so richtig Vollgas geben.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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