DSV arbeitet Vorwürfe gegen Lurz intern auf

Schwimmen  Die Aufgaben des Freiwasser-Bundestrainers Stefan Lurz, der sein Amt nach Vorwürfen sexualisierter Gewalt gegen ihn niedergelegt hatte, werden auf die anderen Trainer verteilt. Darunter auch auf Becken-Bundestrainer Hannes Vitense.

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Hannes Vitense

Foto:Jo Kleindl

Nach den vor einem Monat bekannt gewordenen Vorwürfen gegen Stefan Lurz hatte der Freiwasser-Bundestrainer sein Amt niedergelegt. Der Deutsche Schwimm-Verband entzog ihm die Trainerlizenz und stellte - wie die Heilbronner Stimme und verschiedene andere Medien berichteten - Sportdirektor Thomas Kurschilgen von seinem Amt frei.

Schwimmerinnen hatten Lurz sexualisierte Gewalt vorgeworfen, was von diesem bestritten wird. Kurschilgen soll davon durch eine Schwimmerin per Mail schon vor zwei Jahren in Kenntnis gesetzt worden sein.

DSV-Präsident Marco Troll hat sich entschuldigt

Die Würzburger Staatsanwaltschaft ermittelt, der DSV arbeitet die Geschehnisse zudem intern auf. "Nach unserem derzeitigen Erkenntnisstand sind in der Vergangenheit offenbar nicht immer alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen worden, um potenzielle Opfer und damit auch alle anderen Aktiven, darunter viele Schutzbefohlene, zu schützen", hatte sich DSV-Präsident Marco Troll im Namen des Verbandes bereits vor zwei Wochen im DSV-Verbandsmagazin "Swim&More" bei möglichen Betroffenen entschuldigt.

Im personellen Bereich muss auf diese Entwicklung reagiert werden. "Wir haben uns etwas anders sortiert", berichtet Bundestrainer Hannes Vitense (seit Februar 2019 im Amt), der von Januar 2018 an knapp eineinhalb Jahre lang an der Seite von Christian Hirschmann auch Trainer der Neckarsulmer Sport-Union war und auch weiterhin in Neckarsulm lebt.

Die Aufgaben wurden auf mehrere Schultern verteilt

Die Aufgaben des Freiwasser-Bundestrainers werden übergangsweise auf die Schultern des übergeordneten Teamcoaches Vitense, seinem Bundestrainer-Kollegen Bernd Berkhahn und dem restlichen Trainerteam aufgeteilt. "Das klappt ganz gut", berichtet Vitense. "Und nebenher wird an Lösungen gearbeitet, wie wir im DSV nach den Spielen in Tokio weitermachen wollen. Ich denke, das ist auch der richtige Weg."


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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