Die Crailsheimer Merlins benötigen noch etwas Zeit

Basketball  Der Crailsheimer Bundesligist ist zwar kurz vor dem Saisonstart auf einem guten Weg, aber nicht bei 100 Prozent. Eine Zwangspause könnte bei dem komplett neuformierten Team gravierende Auswirkungen haben.

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Der Crailsheimer Chefcoach Tuomas Iisalo (rechts) und sein Co-Trainer Joonas Iisalo haben noch einiges zu besprechen.

Foto: Archiv/Schmerbeck

Die Pokal-Saison ist für die Hakro Merlins Crailsheim beendet - beinahe zumindest. Denn es steht noch das Nachholspiel gegen Bayreuth aus. Dieses ist wegen eines Corona-Falls beim Gegner abgesagt worden und wird nun nachgeholt. Doch für die Crailsheimer besteht nach zwei Niederlagen in der Vierergruppe keine Chance mehr auf den Einzug ins Top-Four. Das war in einer Gruppe mit dem FC Bayern München auch zu erwarten.

Trotz der beiden Niederlagen gegen Weißenfels und München konnten die Crailsheimer einige Erkenntnisse vor dem Saisonstart in eineinhalb Wochen gewinnen. Schließlich ist der Kader des Überraschungsteams der vergangenen Saison völlig neu zusammengestellt.

Trae Bell-Haynes hinterlässt guten Eindruck

Spielmacher Trae Bell-Haynes hinterließ in den Pokalpartien einen sehr guten Eindruck, war gegen München der Crailsheimer Topscorer. Allerdings lastet derzeit viel Verantwortung auf seinen Schultern. Denn mit Nimrod Hilliard fällt der zweite Merlins-Point-Guard noch einige Wochen verletzt aus. "Das ist eine große Herausforderung für uns. Nimrod kreiert sehr viel für die anderen Spieler. Jetzt muss Trae noch mehr machen", sagte Trainer Tuomas Iisalo im Interview mit Magenta Sport. "Aber er ist ein sehr schneller Spieler, der Euro-Cup und Bundesliga-Erfahrung hat." Gegen München durfte ihn Youngster Aleksa Kovacevic entlasten. Es bleibt abzuwarten, ob die Merlins vordem Saisonstart am 7. November (20.30 Uhr) zu Hause gegen Chemnitz noch eine Nachverpflichtung tätigen.

Zumindest phasenweise war schon wieder etwas von dem Teambasketball und der guten Abwehrarbeit der vergangenen Saison bei den Merlins zu sehen. "Dass die Strukturen, die Tuomas vorgibt, taktisch auf einem sehr gute Level sind, da sind wir uns einig. Ich glaube, es dauert trotzdem noch eine Weile, bis die Mannschaft an dem kratzen kann, was die letztjährige Truppe geleistet hat", sagte der Sportliche Leiter Ingo Enskat: "Das Team ist noch ein Stück jünger als im letzten Jahr. Man kann schwer einschätzen, wie es mit der Entwicklung, die Corona auf den Sport hat, vorangeht. Wenn wie bei anderen Clubs so eine Sperre kommt, eine Quarantäne, dann kann einen das ein Stück weit zurückwerfen."

Das A und O ist, sich an die Regeln zu halten

Zwei Wochen Zwangspause, wie sie Alba Berlin einlegen musste, könnten bei einem komplett neu formierten Team gravierende Auswirkungen haben. Weniger Probleme sieht Enskat da in vereinzelten Spielausfällen, wie jetzt gegen Bayreuth: "Diese werden etwas sein, das uns durch die Saison immer wieder begleiten kann. Damit können wir alle auch umgehen. Das ist eben die Situation mit Corona." Das A und O sei, sich an die Regeln zu halten: "Was am Ende von den Gesundheitsämtern vorgegeben wird, darauf haben wir keinen Einfluss. Sicherheit steht an erster Stelle."

Zuletzt gab es aufgrund der Spielausfälle im Pokal und der Quarantänemaßnahmen Diskussion. So monierte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz: "Es steht in keinem Verhältnis, wenn wir eine Infektion im erweitertem Mannschaftskreis mit einer Geringen Viruslast haben und eine ganze Mannschaft mit 20 Leuten für zwei Wochen weggesperrt wird. Wenn das die Regel wird, funktioniert es definitiv nicht mehr."

Immer wieder wird auch auf den Fußball verwiesen, wo nur die jeweiligen positiv getesteten Spieler nicht auflaufen dürfen. Enskat sieht aber auch diesen Sachverhalt nüchtern: "Einige Dinge sind schon komisch, dass in anderen Sportarten schnell wieder gespielt wird. Ich kann auch nicht einschätzen, welchen Einfluss es hat, dass wir eine Hallensportart sind. Jede Situation ist da anders. Ich habe da kein Patentrezept, bin auch froh, dass ich keines liefern muss. Aber sich an die Vorgaben halten, wird das wichtigste sein."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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