Die Bad Skids sind das Maß der Dinge

Ultimate Frisbee  Das Frisbee-Team aus Massenbach ist am Wochenende Ausrichter der deutschen Meisterschaft. Diesmal ist alles ein bisschen anders.

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Wer schnappt den Bad Skids den Titel weg? Oder setzt sich der Abonnement-Meister auch beim Turnier in der Heimat durch?

Foto: Bad Skids

Würde Mark Kendall wetten, dann "würde ich auf die Bad Skids setzen". Das ist keine große Überraschung, immerhin ist der 62-jährige US-Amerikaner der Organisator der deutschen Meisterschaft am Wochenende in Massenbach, der Heimat der Frisbee-Spieler der Bad Skids. Zudem ist das Risiko der Wette arg überschaubar: Die Bad Skids sind Titelverteidiger, haben den Titel acht Mal in Folge gewonnen. Zuletztim Jahr 2019, als es zum letzten Mal um die deutsche Vorherrschaft im Ultimate Frisbee ging.

Die Vorfreude auf das erste große Turnier im Freien seit nun zwei Jahren ist riesig. Wenngleich die Vorzeichen diesmal andere sind. "Es ist die Re-Start-Meisterschaft", betont Kendall den Unterschied. Von Verbandsseite ist das Turnier mit acht Mannschaften in zwei Gruppen am Samstag und Sonntag jeweils ab 9 Uhr auf den Sportplätzen in Massenbach sowie in Massenbachhausen zwar offiziell. "Aber die Nada hat ein Problem damit", sagt Kendall. Denn Dopingkontrollen finden dieses Wochenende keine statt.

Es spielt das Starterfeld von 2019

"Es ist alles ein bisschen anders", beschreibt der Organisator das Turnier. Wegen der Corona-Pandemie hat es keine Ausscheidungs-Turniere gegeben, an denen normalerweise Auf- sowie Absteiger ermittelt werden. "Wir spielen daher mit dem alten Feld von 2019." Also jenen acht Teams, die auch schon vor zwei Jahren den Meistertitel unter sich ausmachten. "Deswegen wissen wir nicht, ob es als neunter Titel in Serie gilt, wenn wir gewinnen", sagt Mark Kendall.

Das ändert freilich nichts an den Ambitionen des Abonnement-Meisters. Alles sind heiß und wollen unbedingt gewinnen", sagt er über das 21-köpfige Team, zu dem mit Holger Beutenmüller und Nico Müller die beiden besten Spieler Europas gehören. Die Motivation ist umso größer, als dass die Konkurrenz die Serie allzu gerne stoppen würde. "Alle wollen uns schlagen", sagt der Organisator über die Bad Skids. Dass das möglich ist, hat das Team MUC aus München vor ein paar Monaten in einem Testspiel bewiesen. "Da haben wir verloren", sagt Kendall. "Das ist eine super gute Mannschaft, wir sind absolut gewarnt."

Gibt es ein Wiedersehen mit dem Team MUC?

Da die Bayern aber in Pool B spielen und die Bad Skids in Pool A, treffen beide Teams frühestens im Halbfinale aufeinander - im Idealfall erst im Finale am Sonntag um 14 Uhr. Bis dahin müssen die beiden Topteams aber ihre Hausaufgaben machen. In Eppelheim und Berlin haben die Bad Skids, die ausschließlich in Massenbach spielen, es mit zwei guten Gegnern zu tun. Auch Berlin zählt zum erweiterten Favoritenkreis.

Die Konkurrenz richtig einzuschätzen ist in diesem Jahr aber schwieriger als sonst. "Wir wissen wenig", sagt Kendall angesichts fehlender Turniere in den vergangenen eineinhalb Jahren. Am Ende ändert es für den Titelverteidiger ohnehin wenig: Sie wollen Titel Nummer neun, egal ob er offiziell als solcher anerkannt wird oder nicht. Schließlich sind die Bad Skids das Maß der Dinge. Und zehn Titel in Serie: "Das wäre ein schönes Ziel", sagt Kendall. Er würde darauf wetten.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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