Das sind die Gewinner und Verlierer beim VfB Stuttgart

Fußball  Mehr als die Hälfte der Hinrunde ist gespielt: Wer hat beim Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart überzeugt? Wer ist aktuell hinten dran?

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Immer eng dran. Wataru Endo (links) im Duell gegen Serge Gnabry glänzt auch in der Bundesliga durch seine Zweikampfstärke.

Mehr als die Hälfte der Hinrunde in der Fußball-Bundesliga ist nun absolviert. Zeit für ein Zwischenzeugnis. Beim VfB Stuttgart gibt es erste Gewinner und Verlierer dieser Erstliga-Saison.

Gewinner

Nicolas Gonzalez (Fünf Spiele/drei Tore): Der argentinische Nationalstürmer ist derzeit eher von Verletzungen zu stoppen als von Gegenspielern. Noch im Sommer wollte er weg, nun hat er seinen Vertrag bis 2024 verlängert. "Wenn jemand gute Leistungen bringt, dann muss man das belohnen", sagte Sportdirektor Sven Mislintat am Sonntagabend im SWR. Angesichts des finanziellen Corona-Lochs, der Kurzarbeit bei VfB-Mitarbeitern und des beantragten KfW-Kredits fügte Mislintat noch hinzu: "In einem gesunden Rahmen." Planungssicherheit über den Sommer hinaus besteht bei Gonzalez nicht. "Es kann ja trotzdem sein, dass etwas kommt, das wir nicht ablehnen können", sagte Mislintat, der einen Gonzalez-Abgang schon jetzt im Januar ausschloss. Der 22-Jährige steht kurz vor der Rückkehr ins Teamtraining.

Wataru Endo (Neun Spiele): Pellegrino Matarazzo hat am Samstag ziemlich treffende Worte gefunden, um das Wirken von Wataru Endo zu beschreiben: "Er sagt nicht viel, aber marschiert wie ein Soldat." Als Chefkommunikator soll der Japaner auch gar nicht fungieren. "Man spürt, wie wichtig er ist, wie viele Räume er schließt. Das Spiel verlagert. Er ist ein Dreh und Angelpunkt für unser Spiel", sagte der VfB-Trainer über den 27-Jährigen, der gerade erst seinen Vertrag bis 2024 verlängert hat. Vor ziemlich genau einem Jahr, im Derby gegen den KSC, erlebte der Japaner seine Premiere. Seitdem ist er gesetzt und praktisch nicht wegzudenken. Seinen Marktwert hat er auf sechs Millionen Euro gesteigert. Kein anderer Bundesligaspieler hat so viele Zweikämpfe (145) gewonnen wie Endo. "Das ist unser Bodyguard, mit Orel Mangala das Herz des VfB", sagte Mislintat, der Endo im belgischen St. Truiden entdeckte. Er konnte ihn 2019 nur verpflichten, weil er in Belgien nicht auf seiner Spezialposition vor der Abwehr agierte. Mislintat hatte ihn auch schon beim BVB und bei Arsenal auf dem Zettel.

Silas Wamangituka (Neun Spiele/drei Tore): Auch wenn es dafür keine Bundesligapunkte gibt: Der schnellste Akteur beim 1:3 gegen die Bayern am Samstag hieß Silas Wamangituka. Der Mann aus dem Kongo ist wie ein Hochgeschwindigkeitszug, der sein Tempo auch erst auf großen Strecken ausspielt. "Er ist ein Spieler, der Raum braucht, um sich zu entfalten", sagt sein Trainer. Den bieten Teams wie die Bayern nun eher als Zweitligisten wie Osnabrück oder Kiel. Seine Dribblings sind zudem zielgerichteter als noch in der Vorsaison, der 21-Jährige verfügt über mehr Zweikampfhärte (63 Prozent gewonnene Zweikämpfe gegen die Bayern). Wamangituka ist nun wieder in der Form vom Saisonbeginn. Er ist der größte Marktwertgewinner im VfB-Kader, der seinen Wert von 6,3 auf 10 Millionen Euro steigerte.

Das sind die Gewinner und Verlierer beim VfB Stuttgart

Aktuell außen vor: Innenverteidiger Marcin Kaminski.

Verlierer

Marcin Kaminski (Drei Spiele): Im Gegensatz zu vielen seiner Team-Kollegen verfügt der Pole über reichlich Erstliga-Erfahrung. Fast 100 Bundesligaspiele weist die Statistik für ihn aus. In dieser Saison reichte es nur zu einem Startelf-Einsatz. Zu langsam, mitunter zu hüft-steif und zu fehleranfällig präsentierte sich der 28-Jährige, der seit Ende Oktober nicht übers Reservistendasein hinauskommt und sich im Verteidiger-Ranking hinten anstellen muss.

Hamadi Al Ghaddioui (Drei Spiele): Im Stürmer-Ranking liegt der 30-Jährige hinter all seinen Konkurrenten, das war auch schon vor einer Schambeinentzündung der Fall, die ihn wohl bis Januar außer Gefecht setzt. Mehr als 18 Minuten in drei Kurzeinsätzen stehen somit nicht zu Buche. Viele dürften nach Lage der Dinge auch nicht mehr hinzukommen bis zum Ende seines Vertrags im Juni 2021.

Philipp Klement (Sechs Spiele): "Wir haben nach vorne auf vielen Positionen das Tempo, um die Räume zu bespielen, die es in der ersten Liga eher gibt als in der zweiten Liga", sagt Sven Mislintat. Philipp Klement gehört wie Daniel Didavi eher nicht dazu, sondern Akteure wie Silas Wamangituka, Nico Gonzalez, Roberto Massimo und Mateo Klimowicz. 100 Spielminuten in sechs Einsätzen sind für den Spielgestalter Klement unbefriedigend.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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