Das Riesen-Abenteuer in München soll weitergehen

Basketball  An diesem Freitag geht es für Ludwigsburg im Rückspiel gegen Bayern München um den Halbfinal-Einzug. Es dürfte wieder intensiv werden.

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Ludwigsburgs Hans Brase (Mitte) war für München kaum zu stoppen.

Foto: dpa

Viel war vor dem Playoff-Start beim Final-Turnier der Bundesliga in München spekuliert worden, welchen Reiz der Modus hat. Gleich am ersten Tag wurden bei den beiden Spielen der Vor- und Nachteil aufgedeckt: Im Duell zwischen den Riesen Ludwigsburg und Bayern München ist heute um 16.30 Uhr ein dramatischer Schlagabtausch zu erwarten.

Beim Abendspiel zwischen Ulm und Frankfurt (20.30 Uhr) scheint hingegen schon vorher alles entschieden. Die Ulmer gewannen das Hinspiel mit 101:61. 40 Punkte scheinen nicht mehr einzuholen. In einer gewohnten Serie wäre die Höhe der Niederlage aus Sicht der Frankfurter eher egal gewesen.

Die Riesen schauen nicht auf den Vorsprung

Anders ist dies eben bei der Vier-Punkte-Differenz nach dem 87:83-Sieg der Ludwigsburger gegen Bayern. "Das ist gar nichts", sagt Münchens Leon Radosevic. Ähnlich sehen dies auch die Riesen. "Wir schauen nicht auf den Vorsprung", sagt Marcos Knight. Wir wollen wie im gesamten Turnier spielen und fokussieren uns darauf, zu gewinnen."

Das große Plus der Ludwigsburger ist die Stimmung im Team. Die Chemie in der Mannschaft passt. Es wird für den anderen gekämpft, nicht nachgelassen. Die Riesen zeigen schon von Beginn an viel Spielfreude. Auch die Zeit im Hotel wird professionell hingenommen. Ohne Murren, ohne großen Lagerkoller.

Außergewöhnlich gute Laune bei Ludwigsburg

So herrschte beim Mannschafts-Grillen außergewöhnlich gute Laune bei den Riesen. Die Anfeuerungen von der Bank während des Spiels pushen die Kollegen auf dem Feld unheimlich. "Man spürt den Support, da spielt man auch gerne hart", sagt Center Jonas Wohlfarth-Bottermann. "Mir macht es Spaß. Es ist schön, so eine Atmosphäre kreieren zu können." Und bei einer Geisterkulisse immens wichtig.

Auch Coach John Patrick nahm es bislang gelassen, die Zeit im Quarantäne-Hotel verbringen zu müssen. "Für einen Basketball-Nerd wie mich ist das kein Problem. Man redet viel mit Kollegen oder Beratern." Und noch etwas macht ihm den Hotel-Aufenthalt leichter: Zwei seiner Söhne, Jacob und Johannes, stehen mit im Kader. "Ich hoffe, dass wir das Abenteuer auch nach Freitag weiter haben werden", sagt er.

Patrick: Es gibt noch nichts zu feiern

Und über das Duell mit München meint John Patrick: "Es ist erst Halbzeit. Da gibt es noch nichts zu feiern. Aber wir haben gesehen, dass wir eine Chance haben." Weil seine Mannschaft Moral zeigte und nie aufgab. "Es war ein sehr intensives Spiel. Ich glaube, eines der intensivsten Spiele, das ich in meinen 20 Jahren als Trainer gecoacht habe. Ich bin sehr stolz auf meine Führungsspieler."

Ein ähnlich intensives Aufeinandertreffen ist auch heute zu erwarten. Die Bayern erden alles dafür tun, im heimischen Audi Dome ins Halbfinale einzuziehen. "Wirwussten, dass Ludwigsburg mit viel Kampf und Energie spielt", meinte Münchens Paul Zipser. "Aber es war unglücklich, dass wir phasenweise unkonzentriert waren. Das müssen wir besser machen." In den Schlussphase ließen sich die Gastgeber das Spiel noch aus der Hand nehmen. Zeitweise hatten sie mit mehr als zehn Punkten geführt. "Das müssen wir besser machen, dann wird es schon gut führ uns ausgehen", sagt Zipser.

Gefährlich Ausgangslage gegen München

Wie Radosevic wies aber auch Wohlfarth-Bottermann darauf hin: "Es ist erst eine Halbzeit gespielt. Vier Punkte sind so gut wie gar nichts. Die sind schnell wieder weg. Das ist sehr gefährlich. Gerade gegen München." Und das ist der Unterschied zum anderen Viertelfinale. "Wir wissen danach gegen wen wir spielen", sagt Ulms Patrick Heckmann, obwohl das Rückspiel gegen Frankfurt erst am Abend ansteht. Auch er kann sich vorstellen, dass es im Halbfinale gegen Bayern gehen könnte: "Die haben schon die Qualität dazu. Wenn Ludwigsburg es aber schafft, mal wegzuziehen, wird es eng."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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