Das nächste erste Mal

Basketball  Mit einem 65:63-Sieg gegen Ludwigsburg ziehen die Crailsheim Merlins ins Pokal-Viertelfinale ein. In einem intensiven Spiel dominieren vor allem die Defensiven beider Teams.

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Intensiv ging es im Pokalspiel zwischen den Merlins Crailsheim und Ludwigsburg zu. Riese Yorman Polas Bartolo (rechts) verteidigt gegen T.J. Shorts.

Foto: Marc Schmerbeck

Hemd, Krawatte und Jacket waren in der Kabine geblieben. Für die Pressekonferenz hatte sich Sebastian Gleim ein T-Shirt übergezogen. Die Anspannung nach 45 Minuten Pokalkampf war dem Trainer der Hakro Merlins Crailsheim noch deutlich anzusehen. Aber auch die Freude über den 65:63-Sieg gegen die MHP Riesen Ludwigsburg im Achtelfinale des BBL-Pokals. "Das war eine Schlacht, ein ganz harter Kampf", sagte Gleim. "Es war wichtig für uns, so ein enges Spiel zu gewinnen. Das war unser Ziel."

Und damit stehen die Crailsheimer zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Viertelfinale. "Da sind wir stolz drauf", sagte Gleim. Es ist die nächste Premiere in der noch jungen Crailsheimer Bundesliga-Geschichte.

Glück beim Schuss hatte kaum ein Akteur auf dem Parkett

Beide Mannschaften legten am Samstagabend viel Wert auf die Defensive. Knapp 2000 Zuschauer in der Arena Hohenlohe sorgten für die passende Stimmung für ein "super intensives Spiel", wie sich Ludwigsburgs Trainer John Patrick ausdrückte. Er hatte Neuzugang Justin Simon, der am Samstag erst vorgestellt wurde, den Vorzug vor Jalen Hands gegeben, der als überzähliger Ausländer pausieren musste. Simon stand dann auch fast 38 Minuten auf dem Feld. "Er bringt viel Energie. Allerdings hatte er heute kein Glück mit seinem Schuss." Das hatte aber kaum ein Akteur auf dem Parkett.

Topscorer war der Crailsheimer T.J. Shorts mit 20 Punkten. Bei Ludwigsburg kam Yorman Polas Bartolo auf 13 Zähler. Auch die Wurfquoten, die bis auf die Freiwürfe bei nur knapp über 30 Prozent lagen, zeigen, wie schwer sich die Teams in der Offensive taten. Aus dem Dreierbereich trafen die Ludwigsburger gar nur drei von 22 Versuchen - 14 Prozent. "Es gab viele Defensiv-Highlights", sagte Patrick und dachte unter anderem an ein, zwei starke Blocks seines Teams. Die höchste Führung im Spiel gab es nach rund dreieinhalb Minuten beim 14:7.

Die Abstände bleiben innerhalb von vier Punkten

Danach hatte keine Mannschaft mehr einen Lauf. Keiner konnte sich entscheidend absetzen. Die Abstände blieben innerhalb von vier Punkten. Mit 19:19 ging es in die erste Pause. Im zweiten Viertel lag Ludwigsburg meist knapp in Front, bis die Gastgeber kurz vor der Halbzeit in Führung gingen und ein 35:33 zur Pause heraus spielten. Noch weniger Körbe fielen im dritten Viertel. 10:10 lautete die magere Offensivbilanz - 45:33. Und als ob dies nicht wenig genug an Offensivausbeute war, wurde es im letzten Viertel noch einmal getoppt: 8:10 aus Sicht der Merlins.

Mit 53:53 ging es in die Verlängerung, in der übernahm zunächst Shorts viel Verantwortung, dann sorgte Jaren Lewis mit einem Dreier kurz vor dem Ende für das 65:63. Bei ihrem letzten Angriff ließen die Ludwigsburger Johan Radebaugh und Tremmell Darden ihre Chancen zum Ausgleich liegen. "Es war ein tolles Kampfspiel", sagte Crailsheims Sportlicher Leiter Ingo Enskat. "Es war natürlich nichts für Offensivfeinschmecker." Aber es lebte von der Intensität und Energie der beiden Teams. "Was gekämpft wurde, war unglaublich", sagte Enskat. "Ich fand die Energie auf dem Feld bockstark. Das war ein Wahnsinssspiel, das richtig Spaß gemacht hat."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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