Das Ende der wettkampflosen Zeit nicht nur für Serafin Schefold und Max Hanselmann

Kunstrad  Am Samstag steht für den Kunstrad-Zweier vom RV Öhringen in der Schweiz der erste Weltcup an. Die Weltmeister planen nicht weniger als einen Weltrekord.

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Die dreimaligen Weltmeister Serafin Schefold (links) und Max Hanselmann haben in der coronabedingten Zwangspause weiter an ihrer Kür gearbeitet und freuen sich auf den Start der Saison.

Foto: Marc Schmerbeck

Es ist eine Mischung aus Vorfreude, vorsichtigem Optimismus und leichter Skepsis, die in der Worten von Jürgen Wieland mitschwingt. "Wir hoffen nicht, dass noch ein Störfeuer dazwischen kommt", sagt der Weltmeister-Trainer vom RV Öhringen. Denn am Wochenende beginnt nach langer Abstinenz die Saison der Kunstradfahrer mit einem Weltcup in Uzwil (Schweiz). Mit dabei auch Wielands Schützlinge Serafin Schefold und Max Hanselmann. Der Zweier strebt in dieser Saison den vierten WM-Titel an.

"Das wird eine spannende Geschichte, man hat sich lange nicht mehr gesehen", sagt Wieland. "Ich bin gespannt, was die anderen in der Pause so gemacht haben." Über Schefold/Hanselmann sagt er: "Die beiden waren sehr fleißig. Sie haben eine gute Selbstdisziplin und eine gewisse Professionalität. Dadurch haben sie die Zeit und das Handicap, dass sie eher im Mannheimer Raum und in der Pfalz trainieren, gut überstanden." Aber Wettkampf ist etwas anderes als Training. "Das absolute Leistungsvermögen kann man jetzt noch nicht auf die Fahrfläche bringen. Es gilt, erstmal reinzukommen."

WM ist für Ende Oktober in Stuttgart geplant

29 Starter haben für den Weltcup gemeldet. Darunter Einer-Weltmeister Lukas Kohl oder Milena Slupina. Schefold/Hanselmann werden es im Zweier-Wettbewerb mit ihren deutschen Konkurrenten Nina Stapf/Patrick Tisch zu tun bekommen. Diese beiden Paare dürften auch die Top-Favoriten bei den Weltmeisterschaften sein. "Wir sind sehr froh, dass es losgeht", sagt Serafin Schefold. "Bis zur Hauptsaison ist es ja gar nicht mehr so lange hin." Denn die WM soll - falls überhaupt möglich wegen der Corona-Pandemie - schon Ende Oktober in der Stuttgarter Porsche-Arena stattfinden. "Deshalb ist es gut, mal wieder den ersten Wettkampf zu fahren", sagt Schefold. Und die beiden wollen gleich ihr neues Element, den Sattel-Lenker-Handstand zeigen. "Es war jetzt auch für das Training gut, dass man sich wieder auf einen Wettkampf fokussieren konnte", sagt Schefold.

Die Konzentration ist durch die Perspektive wieder deutlich höher geworden. Ohne Ziel war es selbst für die so disziplinierten Serafin Schefold und Max Hanselmann schwer, die letzten Prozente herauszuholen. "Man macht ja Leistungssport für den Wettkampf, nicht für das Training. Deshalb gab es schon eine Durststrecke", sagt Schefold. "Wir schleifen jetzt noch etwas an unserer Kür und an derer Stabilität." Denn durch das neue Element sind sie etwas in Zeitnot geraten, müssen andere Elemente streichen oder etwas schneller ausführen. Und trotzdem wollen sie am Samstag 173 Punkte aufstellen. "Das hat noch kein Zweier bisher geschafft", sagt Schefold. Wenn sie ihre komplette neue Kür fahren, steht sogar eine 175,90 als Ausgangswert an.

Das Weltcup-Finale ist in Tailfingen vorgesehen

Wie es mit der restlichen Saison weitergeht, ist noch nicht zu 100 Prozent sicher. "Für den zweiten Weltcup, den wir ausrichten wollen, suchen wir noch einen Veranstalter", sagt Organisator Rolf Halter. Der Wettkampf war in der Slowakei geplant, dort ist es im Moment aber noch nicht möglich. "Das Finale findet dann im Oktober in Tailfingen statt", sagt Halter. Eine Woche vor der Weltmeisterschaft wird dies dann eine echte Standortbestimmung.

Und auch in der Region wird gefahren. Am 29. August richtet der RV Öhringen in Pfedelbach das erste German Masters aus, den ersten WM-Qualifikations-Wettbewerb. "Das ist mit der Stadt und dem BDR, der für das Hygienekonzept verantwortlich ist, abgesprochen", sagt Jürgen Wieland. "Wie es im Einzelnen aussehen wird, wissen wir noch nicht." Er geht aber davon aus, dass die Zuschauerzahl reduziert sein wird. Genaueres wird dann eher kurzfristig entschieden.

Das hat im Moment aber auch nicht die oberste Priorität. Zunächst sind alle froh, dass es wieder eine Perspektive auf Wettkämpfe gibt.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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