Corona-Zwangspause sorgt für neue Überlegungen in verschiedenen Sportarten

Sportpolitik  Bereits an diesem Wochenende gibt es kaum Veranstaltungen. Die Zwangspause wegen der Corona-Pandemie erfordert nun ein Umdenken. Können die Saisons normal bis zum Ende gespielt werden oder werden Alternativ-Modelle gebraucht?

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Maximilian Wunderlich und die Waldenburger Landesliga-Volleyballer haben jetzt schon ihre Zwangspause.

Foto: Marc Schmerbeck

In einigen Verbänden ist der Spielbetrieb für dieses Wochenende nicht komplett abgesagt. Wettkämpfe finden aber trotzdem nur wenige statt. So ist in der Basketball-Landesliga das Heimspiel des TSV Ingelfingen noch angesetzt, der TSV Kupferzell spielt hingegen nicht. Im Volleyball sind die Partien der Landesligisten SG Sportschule Waldenburg und SG Untersteinbach/Öhringen abgesagt.

Die Spielpause von mindestens vier Wochen wirft in den meisten Sportarten nun auch die Frage auf, wie die Saison zu Ende gebracht werden kann.

Die Situation der Hohenloher Basketballer

"Wir hätten vom Verband aus spielen dürfen", sagt Steffen Dzieciuch Abteilungsleiter und Trainer beim SV Kupferzell. "Es wurde den Beteiligten der Spiele freigestellt, was sie an diesem Wochenende machen." Er selbst hätte gerne gespielt. Seine Mannschaft hatte gerade einen starken Lauf, blieb in vier Spielen ungeschlagen, führt die Landesliga Nordwürttemberg an und hätte am Samstag das Spitzenspiel beim SV Fellbach/ESV RW Stuttgart gehabt, der auch noch ungeschlagen ist.

Doch dann kam am Freitagmorgen "von unserem Hauptverein, dass der Sportbetrieb ab sofort ruht. Da wollten wir keine Extrawurst machen", sagt Dzieciuch. Also sagte er Spiel am Samstag und Training am Freitag ab. "In schlechten Zeiten muss man zusammenstehen", sagt Dzieciuch. "Ich finde es auch richtig, dass es jetzt eine übergreifende Lösung gibt und nicht in jedem Kreis andere Regeln herrschen. Gesundheit geht vor. Auch wenn es so vielleicht hart ist. Und wenn man die ganze Entwicklung der Pandemie sieht, auch in anderen Ländern, muss man sagen, dass bei uns bisher vieles richtig gemacht wurde, weil es uns bisher nicht so hart getroffen hat."

Corona-Zwangspause sorgt für neue Überlegungen in verschiedenen Sportarten

Während das Spiel des TSV Kupferzell abgesagt wurde, ist die Heimpartie von Konstantin Kisser und dem TSV Ingelfingen noch angesetzt.

Foto: Kurt Gesper

Er geht davon aus, dass bis Weihnachten nicht mehr gespielt wird - auch wenn die Regelung im Moment nur bis Ende November gilt. Aber so eine lange Pause würde Probleme mit sich bringen. "Wir haben eine 13er-Liga, es wird sehr schwer, diese Saison durchzubekommen. Man wird sehen, wie es weitergeht", sagt Dzieciuch. Die Kupferzeller haben im Moment vier von 24 Spielen absolviert. Ein Teil der Liga noch weniger. "Es wird spannend." Nicht abgesagt ist bisher die Partie des TSV Ingelfingen. Das Tabellen-Schlusslicht empfängt heute um 18.30 Uhr den MTV Stuttgart II.

Volleyballer haben nun ein Terminproblem

Die Landesliga-Männer der SG Sportschule Waldenburg hätten heute ihren ersten Heimspieltag der Saison gehabt. Dieser ist nun abgesetzt. Von Verbandsseite aus hätte an diesem Wochenende noch gespielt werden dürfen. Aber bei einem Inzidenzwert ab 50 im Kreis bei einem der beteiligten Mannschaften kann der Spieltag verlegt werden. "Kurz vor dem Lockdown unbedingt nochmal zu spielen, hätte wenig Sinn gemacht", sagt Trainer Sebastian Schwiertz aufgrund der knapp über 50 liegenden Inzidenz im Hohenlohekreis. Also beantragte er eine Verlegung des Spieltages.

Nun ruht der Spielbetrieb der Volleyballer ab Montag definitiv bis Ende November. In einer Regelung zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs heißt es: "So lange es behördlich erlaubt ist, werden wir den Spielbetrieb fortsetzen." Als Vorgabe gilt auch bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs: Ab einem Corona-Inzidenzwert von 35 sollte in kleinen Hallen ohne Zuschauer gespielt werden. Und: Grundsätzlich strebt der VLW an, weiterhin so viele Spiele wie möglich durchzuführen, so dass eine Wertung am Ende der Saison möglich ist. Es gibt auch die Überlegung, ob die Spielzeit über Ende März hinaus verlängert werden kann.

"Bei den Gegnern gab es Bedenken wegen der Corona-Zahlen beziehungsweise sogar einen Verdachtsfall", sagt Willi Böhringer, Abteilungsleiter bei Untersteinbach/Öhringen. "Deshalb wurden die Spiele der ersten Frauen- und Männermannschaft abgesagt. Es ist schade, weil wir gut gestartet sind." Er könnte sich vorstellen, dass bis Weihnachten nicht mehr gespielt wird. "Vielleicht ist ein Spieltag noch möglich. Aber wenn der Lockdown vorbei ist, braucht man ja noch Zeit, um zu trainieren. Es gibt ja auch jetzt keine Möglichkeiten dazu. Leider darf man ja noch nicht einmal Krafttraining in Kleingruppen machen", sagt Böhringer. "Vielleicht könnte man ja in den Ferien dann spielen. Wir müssen da jetzt einfach mal überlegen und verschiedene Möglichkeiten in Betracht ziehen."

Pfedelbacher Kegler spielen dieses Jahr nicht mehr

Verschiedene Landesverbände haben dann bereits den für den 31. Oktober geplanten Spieltag abgesagt. Dem hat sich nun auch der Badische Landesverband angeschlossen. Damit entfällt auch für den TSV Pfedelbach der für diesen Samstag angesetzte dritte Saisonspieltag mit der Partie beim SKC Edingen-Neckarhausen. Der Verbandsbeschluss sieht vor, dass die Saison am 8./9. Januar 2021 mit dem dritten Spieltag weitergeführt wird. Auch im Dezember werden also - nach derzeitigem Stand - keine Spiele mehr ausgetragen. Die Liga-Leitung hofft, dass im neuen Jahr die Saison dann zu Ende gespielt werden kann.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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