Bronze für den Eppinger Dreispringer Mairhofer garniert mit Kopfschütteln

Leichtathletik  Der Eppinger Dreispringer deutet sein Potenzial an und springt 15,47 Meter. Trotzdem gibt es mit Blick auf den Anlauf noch Luft nach oben.

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Felix Mairhofer

Foto: Archiv/Krüger

Die wenigen Treppenstufen hinauf zu seinem Sitzplatz in der Coachingzone fällt es Holger Prestor schwer sich zu beruhigen. Immer wieder schüttelt er vehement den Kopf. "In einem Versuch, bei dem im Anlauf nichts stimmt, haut er trotzdem 15,47 Meter raus", sagt der Trainer von Felix Mairhofer, "das macht ihm hoffentlich endlich klar, dass er weit über 16 Meter springen kann."

Bronze garniert mit einem Schrei

Auf der eigens für Deutschlands beste Drei- und Weitspringer in den Rasen des Eintracht-Stadions verlegte Anlage, zeigt der Eppinger gar zu große Variationen im Anlauf - obwohl er im Training gezielt und gekonnt genau daran gearbeitet hat. Doch im Wettkampf läuft alles anders. Im sechsten und letzten Versuch dribbelt Felix Mairhofer, verschenkt zu viel Raum vor dem Brett samt dessen Katapultwirkung - und landet doch mit Saisonbestleistung auf Rang drei. Bronze, garniert mit einem lauten Schrei. Der Frust muss raus, ehe sich dieser in Freude über die Medaille hinter dem Europameister von 2016, Max Heß (16,51), und Christoph Garritsen (15,78) verwandelt.

"Es war für alle ein komischer Wettkampf"

Der 26-Jährige im Trikot der MTG Mannheim weiß um seine Schwierigkeiten und sagt: "Es war für alle ein komischer Wettkampf, die Weiten zeigen es ja." Doch: Bronze ist besser als Blech. In der Halle ist es der undankbare vierte Platz gewesen. "Bei Meisterschaften zählt eben der Platz", sagt Felix Mairhofer.

Für Holger Prestor steht fest, dass sein Athlet noch drei, vier Wettkämpfe braucht - und das in den nächsten zwei Monaten. Danach ist der Lehrer nämlich weg. Für ein Jahr. Auf Weltreise. Startpunkt ist Mexiko, nach Weihnachten steht Südostasien an. Zuvor aber soll der Kraichgauer sein enormes Potenzial auf einer Ergebnisliste umsetzen. "Wir haben die vergangenen Wochen und Monate toll gearbeitet, und es ist so viel mehr drin", sagt Holger Prestor.

Und das, obwohl Felix Mairhofer inzwischen bei Pflanzen Kölle als Energiemanager arbeitet. In Vollzeit.

Jede Woche 900 Kilometer Fahrt

"Ich fahre jeden Tag von Eppingen nach Heilbronn, danach ins Training nach Mannheim. Pro Woche sind das 900 Kilometer", meint Mairhofer. Wenn er spürt, dass beispielsweise nach Überstunden nicht mehr viel in einer Einheit geht, akzeptiert Prestor das - und reduziert das Programm. Denn: "Manchmal erwartet Felix sehr viel von sich. Es kommt vor, dass er hart mit sich ins Gericht geht. Auf der anderen Seite hat er in den vergangenen Jahren gelernt, auf seinen Körper zu achten. Es ist dadurch nicht immer alles super, aber es sind keine Verletzungen mehr da."

Das ist eine wichtige Basis, um sich weiter zu entwickeln - und noch mehr Stabilität in die Sprünge zu bekommen. Felix Mairhofer sagt nur: "Ich habe noch was vor." Was genau, darüber schweigt er - und grinst.


Stefanie Wahl

Stefanie Wahl

Leiterin der Sportredaktion

Sport bedeutet mehr als Sieg und Niederlage: Seit 2005 leitet Stefanie Wahl das Ressort bei der Stimme. Die ehemalige Leichtathletin beschäftigt sich mit Wintersport und fungiert seit 2007 als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e.V.

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