Boxer Slawa Spomer holt den Intercontinental-Titel

Boxen  Bei seinem Heimspiel in der Römerhalle holt Superweltergewichtler Slawa Spomer dank eines souveränen Auftritts gegen den Spanier Jose Gregorio Suero seinen ersten internationalen Titel. Auch Hakan Tosun und Kastriot Sopa gewinnen ihre Kämpfe bei der Fight Night.

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Slawa Spomer siegt gegen den Spanier Jose Gregorio Suero. Damit darf er nun im nächsten Jahr auf ein Duell um die Weltmeisterschaft hoffen. Foto: Mario Berger

Slawa Spomer wusste schon viel früher als alle anderen, dass er seinen ersten internationalen Titelkampf gewinnen würde. "In der zweiten Runde habe ich gemerkt, dass ich schneller bin als mein Gegner. Da war mir klar, dass ich mir den Kampf nicht nehmen lasse. Jetzt fühlt es sich an, als ob ich Geschichte geschrieben habe", sagte der 29-jährige Superweltergewichtler nach seinem einstimmigen Punktsieg gegen den bis dahin ungeschlagenen Spanier Jose Gregorio Suero. Für Spomer war es der 15. Sieg im 15. Profikampf seiner Karriere und der Gewinn des Intercontinental-Titel nach Version der International Boxing Organization (IBO). Damit darf er nun im nächsten Jahr auf ein Duell um die Weltmeisterschaft hoffen.

 

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Spektakuläre sechste Runde

Von der ersten Runde an war Spomer am Samstagabend bei seinem Heimspiel in der Römerhalle dominant. Keine Runde wollte er seinem Gegner schenken. Sehr gezielt setzte er seine Attacken. "Wir haben sehr an der Genauigkeit der Schläge gearbeitet, um Suero zu knacken. Das ist aber ein harter Hund, der durchgehalten hat", war Trainer Zoltan Lunka sehr zufrieden mit seinem Schützling, zollte aber auch dem Gegner Respekt. Höhepunkt des Kampfes war die sechste Runde. Zunächst setzte Suero Spomer kräftig zu, brachte ihn sichtlich in Bedrängnis. "Die Schläge habe ich gespürt", gab Spomer hinterher zu, doch das weckte seinen Kampfgeist erst so richtig. "Das hat mein Ego angekratzt, da musste ich nochmal raushauen." Ergo sah sich Suero in der Schlussphase der Runde einem Schlaghagel ausgesetzt, dem er sich kaum mehr erwehren konnte. Der Gong rettete den 28-Jährigen schließlich, sonst hätte der Ringrichter den Kampf wohl abgebrochen.

 

 

In der Schlussrunde suchte der tapfere Spanier ein letztes Mal die Chance auf einen Lucky Punch. Doch Spomer brachte den Sieg abgeklärt über die Zeit, ohne unnötige Risiken einzugehen. Eine reife Leistung - zweifelsohne. "Das war der vielleicht beste Spomer, den es bisher gab, aber das war noch nicht das Limit", sagte der frischgebackene Intercontinental-Champion, dem sein neuer 8,5 Kilo-Gürtel auf der Schulter langsam schwer wurde. "Ich freue mich jetzt auf die Pause fast so sehr, wie ich mich auf heute Abend gefreut habe. Ende Juli hat meine Vorbereitung begonnen, das war schon eine sehr lange Zeit." 

Nach monatelangem Warten aufs Profidebüt ließ sich Hakan Tosun von einer Erkältung nicht stoppen

Nicht nur vier Monate, sondern eineinhalb Jahre hatte Hakan Tosun auf sein Profidebüt warten müssen. Gegen Pierre Wolosiyinski lieferte der 27-Jährige einen starken Einstand. Über sechs Runden schenkten sich die beiden Weltergewichtler nichts. "Ich wollte gleich zu Anfang einen starken Gegner, damit ich einen guten Kampf abliefern kann", freute sich Tosun. Über Nacht hatte ihn noch eine Erkältung erwischt, bis vier Uhr früh hatte er kein Auge zugemacht. Dafür agierte er im Ring dann aber äußerst dynamisch. "Ich musste mit meinen Kräften ein wenig haushalten, aber es war echt gut", sagte Tosun hinterher erleichtert darüber, dass er sich nun endlich Boxprofi nennen darf.

Fertig geschminkt zur Geburtstagsparty

Durchaus gezeichnet erschien Kastriot Sopa nach seinem Sieg gegen Bazargur Jogdar. Der gebürtige Mongole mit Wohnsitz in Tschechien setzte dem mehrmaligen Amateurmeister an seinem 29. Geburtstag gewaltig zu. "Ich bin in der fünften Runde ein bisschen aus meinem Konzept gekommen, konnte das zum Glück aber hinten raus kompensieren", sagte der gebürtige Stuttgarter. Mehr als zwei Jahre war es für Sopa her, dass er vor Zuschauern in einer Halle geboxt hatte. "Das war Hammer heute, hier in Heilbronn zu boxen, bei meinem alten Verein." Sorgen, dass er aufgrund der sich abzeichnenden Veilchen unter den Augen, in keinem Club mehr seinen Geburtstag würde feiern könnten, hatte er nicht: "Ich bin schon fertig geschminkt.

 

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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