Bodenständige Ziele, vorsichtiger Optimismus

Basketball  Die MHP Riesen Ludwigsburg und die Hakro Merlins Crailsheim starten am Samstag in die BBL-Saison. Nach Geisterspiel-Jahren ist die Vorfreude auf Spiele vor Zuschauern groß.

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Im Test gegen Ludwigsburg mit Jonah Radebaugh (re.) waren TJ Shorts und die Merlins chancenlos.

Foto: Marc Schmerbeck

Mittwochmittag. Entspanntes Training in der Ludwigsburger MHP Arena. Die Riesen bereiten sich gewissenhaft auf den Saisonstart der BBL am Samstag vor. Mit einer gewissen Lockerheit, aber auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit. Chefcoach John Patrick korrigiert, gibt Tipps.

Aber auch Jordan Hulls wird immer wieder um Rat gefragt. Der Routinier geht in seine zweite Saison bei den Riesen. Ist einer der wichtigen Ansprechpartner für die wenigen Neuzugänge. Unter anderem von Jaylen Hands, der demnächst offiziell vorgestellt werden soll, sobald er alle Checks überstanden und Unterschriften geleistet hat.

Fans dürfen nach 3G-Regel in die Halle

Sportlich überzeugte er den Coach schonmal. Bereits beim ersten Saisonspiel am Samstag (20.30 Uhr) gegen die Hamburg Towers könnte er mit auf dem Parkett stehen. "Vergangenes Jahr war ich der Neue", sagt Hulls. Und erst vor kurzem konnte er sich einen richtigen Eindruck von der Stadt Ludwigsburg verschaffen. "In der vergangenen Saison war ja fast alles geschlossen", sagt der Guard. Ein Grund dafür, eine weitere Saison in Ludwigsburg hinzuhängen war auch, dass er diese Saison international in der Champions League spielen kann.

Auch in der MHP Arena waren die Spiele eine geschlossene Veranstaltung, nur wenigen ein Besuch möglich. Und so freuen sich Spieler und Verantwortliche auf die Rückkehr der Fans. Stand jetzt dürfen die Hallen in Baden-Württemberg nach der 3G-Regel voll gefüllt werden. Zum Auftakt rechnet der Riesen-Vorsitzende Alexander Reil aber erstmal nur mit 2000 statt der möglichen 4000 Schaulustigen. Dies deutete auch schon der Vorverkauf an.

"Wir spüren, was auch schon Fußballclubs zu spüren bekamen", sagt Reil. "Es ist nicht so, dass die Leute strömen. Es gibt viele, die noch Bedenken haben, mit so vielen anderen Menschen zusammen in einem Raum zu sein. Deshalb müssen wir gewappnet sein und vor allem in der Anfangsphase damit rechnen, dass nicht so viele Zuschauer wie sonst kommen." Auch eine mögliche Einführung der 2G-Regel für Zuschauer hat er in seinen Planspielen. Zudem rechnet er für den Gesamtetat nur mit einer 40-prozentigen Zuschauerauslastung.

Ludwigsburg peilt einen Playoffplatz an

Doch an der Zielsetzung hat sich wenig geändert. Ein Playoffplatz soll es nach der Hauptrunde schon sein. Die großen Favoriten auf den Meistertitel sind andere. Bayern München steht ganz oben in der Rangliste, gefolgt von Alba Berlin. Alle anderen Teams sind Außenseiter. Und dort reihen sich auch die Riesen ein. Dabei kann Patrick auf altbewährtes Personal vertrauen. Es gab insgesamt nur wenige Veränderungen. Viele Spieler konnten gehalten werden.

"In Krisenzeiten schauen die Spieler nicht nur auf den Gehaltszettel, es geht ihnen auch um Sicherheit und das Thema, wie ein Verein mit den Spielern umgeht", sagt der Vorsitzende Alexander Reil. Trotzdem ist auch ihm klar, dass die vergangene Saison kaum zu toppen ist. Dritter wurde Ludwigsburg nach dem Aus im Playoff-Halbfinale.

Merlins haben als erstes Ziel den Klassenerhalt

Auch die Hakro Merlins Crailsheim gehen realistisch in die Saison. Sie überraschten in den beiden Spielzeiten und setzen sich nun erstmal bodenständig den Klassenerhalt zum Ziel. Im Hinterkopf haben aber auch sie, dass erneut ein Playoff-Platz möglich sein könnte. Allerdings können die Verantwortlichen nur schwer einschätzen, wie sehr sich die Doppelbelastung aus Fiba Europe-Cup und BBL auswirkt.

Einen ersten Eindruck des Leistungsvermögens können sie sich am Samstag (18 Uhr) beim Heimspiel gegen Würzburg verschaffen, bevor es unter der Woche bereits weitergeht. Am 2. Oktober steht das Pokal-Duell mit Ludwigsburg an.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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