Befreiungsschlag gegen Augsburg, erster Saisonsieg der Sport-Union-Rugger

Rugby  87:13-Sieg bei der Zweitliga-Heimpremiere für die Neckarsulmer Sport-Union. Liam McAree mit 33 Punkten Spieler des Spiels.

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Nicht nur der junge Yannik Kies (am Ball) legte gegen überforderte Augsburger einen starken Auftritt hin.

Foto: Andreas Veigel

Fast zwei Jahre hatte der Sportplatz am Rossmarkt in Neckarsulm im Dornröschenschlaf gelegen. Am vergangenen Samstag wurde er vom Zweitliga-Team der Sport-Union endlich wachgeküsst. Und wie! Mit einem 87:13 (45:13)-Kantersieg gegen den RFC Augsburg fuhr das Team des Trainerduos Philipp Carter und Daniel Ludik den ersehnten ersten Saisonsieg ein. Nach den unglücklichen, punktlosen Niederlagen in den beiden Auswärtsspielen gegen die starken Teams aus München wurde das erste Heimspiel zum erhofften Befreiungsschlag für die Gastgeber.

"Wir waren uns überhaupt nicht sicher, dass wir so deutlich gewinnen und so souverän spielen würden", sagte Carter. Schon gar nicht, da Kapitän Kilian Bibby wegen einer Muskelverletzung ausgefallen war. "Wir wollten kein Risiko eingehen, da er gegen Augsburg eher ersetzbar war als in den nächsten Spielen", erklärte Carter.

Ein Argentinier als Dreh- und Angelpunkt

So führte wie in vielen früheren Jahren Ex-Abteilungsleiter Marcel Kapolla sein Team aufs Feld. Dort zeigte sich schnell, dass der Sturm der Gastgeber den Fuggerstädtern haushoch überlegen war. Schon nach wenigen Minuten gelang Liam McAree der erste Versuch. Es war der Auftakt zu furiosen ersten 40 Minuten. Spielmacher Santiago Schiavini war einmal mehr Dreh- und Angelpunkt der Neckarsulmer. Der Argentinier steuerte selbst drei Versuche bei und überzeugte mit einer Trefferquote von 85 Prozent bei den Extrakicks, so dass er mit 33 Punkten bester Scorer des Teams war. Kapolla brachte es auf vier Versuche und damit 20 Punkte. "Ich habe seit Jahren nicht mehr auf der Position 8 gespielt. Das war ein bisschen zurück zu den Wurzeln. Dafür lief es aber super", freute sich Kapolla. Zum Spieler des Tages wurde jedoch der Neuseeländer McAree gewählt, den die Gäste zu keinem Zeitpunkt in den Griff bekamen. "Liam ist einer unserer neuen Superstars", sagte Carter schmunzelnd. Schon zur Pause war die Partie vor 150 Zuschauern beim Stand von 45:13 entschieden.

Einspielen für die nächsten Partien

Doch statt in den Trainingsmodus zu verfallen und das Spiel nach Hause zu schaukeln, machten die Neckarsulmer auch im zweiten Durchgang weiter Druck. Die Standards Gasse und Gedränge waren weiter eine klare Angelegenheit für die Neckarsulmer. Daraus resultierten bis zum Schlusspfiff 42 weitere Punkte. "Wir hatten uns zur Pause vorgenommen, an unserem System festzuhalten, um uns noch besser einzuspielen. Das hat sehr gut geklappt. Die Augsburger hatten fast nie den Ball", sagte Kapolla.

Tanayot Promnoi überzeugte zudem auf der ungewohnten Schlussposition ebenso wie Andreas Zell als Innendreiviertel. Ebenfalls stark agierte der Youngster Yannik Kies in der ersten Sturmreihe. "Wir haben alle Spieler eingesetzt und die Jungs von der Bank haben für Extra-Schwung gesorgt", lobte Carter, der aufgrund einer Knieverletzung nicht selbst mitwirken konnte.

Das erste Erfolgserlebnis nach langer Zeit

Mit Daniel Zamfir und Mario Vedric kamen selbst zwei Neckarsulmer Veteranen zum Einsatz, letzterer steuerte sogar noch einen Versuch zum Erfolg bei und freute sich riesig darüber. "Für viele unserer jungen Spieler war es das erste Erfolgserlebnis, die kannten bisher ja nur Niederlagen. Jetzt wissen wir, dass wir Spiele gewinnen können", sieht Carter deutlichen Rückenwind für die nächsten Aufgaben.

Die erste davon steht am Samstag, 9. Oktober (16 Uhr) beim Heidelberger TV auf dem Programm. Das Team von Trainer Ben Scherrer weist mit einem Sieg und zwei Niederlagen die gleiche Bilanz auf wie die Sport-Union. Das nächste Heimspiel findet erst am 23. Oktober (14 Uhr) gegen den RC Unterföhring statt.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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