BBL-Finalturnier in München: Mehr als nur eine Notlösung

Basketball  Positives Fazit kurz vor dem Ende des Turniers: Die Ulmer Spieler freuen sich trotz des Halbfinal-Aus gegen Ludwigsburg über die Erfahrung.

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Freute sich über die neue Turnier-Erfahrung: Ulms Per Günther.

Foto: dpa

Im Vorfeld gab es durchaus kritische Stimmen über das Konzept des Final-Turniers der Basketballer in München. Vermehrte Verletzungen durch den engen Spielplan und die daraus resultierende Belastung wurden ebenso befürchtet wie Lagerkoller im Quarantäne-Hotel, das die Spieler höchstens für Spaziergänge, Training oder die Spiele verlassen durften.

Ebenso war fraglich, welche Qualität die Partien der teils stark veränderten Mannschaften im Vergleich zur BBL-Hauptrunde haben würden. Vor dem Endspurt scheinen sich die Bedenken nun zerstreut zu haben. Klar ist auch, dass es keinen Corona-Meister geben wird, sondern einen würdigen deutschen Meister. Das Turnier ist mehr als eine Notlösung.

Großartige Erfahrung

"Es war eine großartige Erfahrung für mich. Ich bin wirklich froh, dass ich dabei sein durfte", sagte Thomas Klepeisz, der erst zum Turnier zu Ratiopharm Ulm stieß, über die zweieinhalb Wochen in München. "Es hat richtig viel Spaß gemacht. Auch unter dem Trainer und der Organisation. Ich glaube, das hat man uns auch angesehen." Er bedauerte, dass seiner Mannschaft im Halbfinale der Killerinstinkt etwas fehlte. Die Teams zeigten trotz der Geister-Atmosphäre im zuschauerfreien Audi Dome teils hochklassigen Basketball. Da steckte keiner zurück. Auch wenn im Turnierverlauf die Kräfte etwas schwanden, wie Ulms Per Günther fand.

Er sah Unterschiede zu den gewohnten Playoffs: "Normalerweise lebt Playoff-Basketball von der allgemeinen Atmosphäre, auch kreiert von den Fans, von den mehreren Tagen Vorbereitung auf den Gegner und die Feindseligkeit zwischen den Mannschaften. Viel davon ist hier nicht präsent", meinte Günther. "Da muss man es schaffen, intern eine Playoff-Atmosphäre zu schaffen." Dies schaffte Ludwigsburg im Halbfinale besser. Trotzdem fiel das Turnier-Fazit des ehemaligen Nationalspielers positiv aus: "Für mich persönlich überwiegt die Dankbarkeit, nochmal so eine coole Erfahrung gemacht zu haben. Manchmal klickt es einfach, es hat wirklich Spaß gemacht, mit dieser Mannschaft in dem Turnier zu spielen. Und tatsächlich gab es eine Zeitlang Hoffnung, einen Titel zu gewinnen. Und dies ist etwas sehr wertvolles."

Eher ein positives Fazit

Berlins Niels Giffey sagte im Gegensatz bereits während der Gruppenphase, dass er weiter kein Fan des Turniers sei. Bayerns Danilo Barthel taten die Sonnentage in München gut. Insgesamt herrschte eher ein positives Fazit vor.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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