Anderer Modus, neue Motivation für die Hohenloher Drittliga-Turner

Turnen  Für die KTV Hohenlohe soll es mit der neuen Saison am 10. Oktober in der 3. Liga Nord losgehen. Allerdings steht dann ein neuer Modus, bedingt durch die Corona-Pandemie, an.

Email

Bastian Hofmann hofft auf Drittliga-Einsatzzeiten.

Foto: Marc Schmerbeck

Die Planungen der Turner laufen. Auch beim Drittligisten KTV Hohenlohe. Zumindest hat die Deutsche Turn Liga einen Starttermin für die 3. Liga und auch einen neuen Modus festgelegt. "Je nachdem wie es sich mit Corona entwickelt, kann es sich noch ändern", sagt KTV-Kapitän Philipp Schmidt.

Genau hat er bei der DTL noch nicht nachgefragt, die Mitteilungen aber wie folgt interpretiert. So sollen die acht Mannschaften ab 10. Oktober wieder an die Geräte gehen. Dabei wird die Liga in zwei Staffeln aufgeteilt. "Ich denke, das wird nach geographischen Gesichtspunkten geschehen", sagt Schmidt.

Das bedeutet, dass es erstmal drei Wettkämpfe geben wird. Die jeweils beiden besten Teams bestreiten dann Überkreuz zunächst ein Halbfinale, die Sieger das Finale und den Aufsteiger in die 2. Liga. Absteiger wird es keine geben.

Die Terminierung sorgt für neue Motivation im Training

"Es gibt wenigstens einen Plan und damit weiß man auch, wofür man trainiert", sagt Schmidt. Einige Trainingseinheiten haben die KTV-Turner seit der Corona-Zwangspause in der Halle wieder abgehalten. "Es war etwas anders als sonst, aber den Umständen entsprechend in Ordnung", sagt Schmidt. "Für mich war es schon hart, da ich nach dem letzten Wettkampf auf null herunter gefahren habe."

Andere Team-Mitglieder hielten sich fit. Silas Bortt beispielsweise mit einem selbst gebauten Fitnessstudio in einer Scheune. Bastian Hofmann, seit vergangener Woche nun auch mit dem Pokal für den Hohenloher Sportler des Jahres 2019 dekoriert, konnte zusammen mit seinem Bruder Benjamin zumindest etwas Gerätetraining im Garten simulieren.

"Da haben wir uns ein bisschen was aufgebaut. Es ging schon einigermaßen. Ansonsten war halt noch Krafttraining möglich", sagt Hofmann. "Aber es war schon schwierig, die Motivation hoch zu halten. Beim Turnen ist es nicht einfach, wenn man nicht in die Halle kann. Auch jetzt mit den Abstandsregeln ist es nicht immer ganz einfach. Bevor wir in die Halle durften, hatten wir mit den Trainern teilweise Kontakt über Skype und haben so auch trainiert."

Anderer Modus, neue Motivation für die Hohenloher Drittliga-Turner

KTV-Turner Silas Bortt hat kräftig improvisiert und sich in der Scheune eine kleine Trainingshalle aufgebaut, in der er sich während der Corona-Zwangspause fit halten konnte. Mit selbst geschweißten Gestellen und selbst betonierten Gewichten.

Foto: privat

So hatten die Hohenloher durchaus Glück, dass sie frühzeitig wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen war. "Aus Backnang habe ich gehört, dass die noch nicht in die Halle durften", sagt Hofmann. "Ich hoffe, es geht zeitnah los und dass wir die Übungen wieder wettkampfreif hinbekommen."

Bastian Hofmann hofft auf Einsätze in der 3. Liga

Wie in der vergangenen Saison hofft er auf einige Einsätze in der 3. Liga. "Da bin ich vor allem am Sprung und dem Pferd zum Einsatz gekommen", sagt der 16-Jährige vom TSV Niedernhall. "Aber mein prinzipielles Ziel ist es, überhaupt Einsätze in der ersten Mannschaft zu bekommen. Im Herbst soll es auch noch Einzelwettkämpfe geben." Da plant Hofmann mit der baden-württembergischen Meisterschaft. "Da gibt es aber noch nichts Genaues", sagt Hofmann.

Anfang des nächsten Jahres will er dann auch wieder bei der 2. Mannschaft in der Oberliga angreifen. "Ich denke, dass die abgelaufene Saison auf Null gesetzt wird", sagt Hofmann. Genaue Angaben, wie die Runde gewertet wird, gibt es wohl aber noch nicht. "Aber die Planungen sehen genauso aus, wie die für dieses Jahr", sagt Schmidt. "Der Klassenerhalt war für uns durch. Gespannt bin ich, wie es bei der 3. Mannschaft läuft, die hätte es wohl in den Aufstiegswettkampf geschafft."

Gründe für die Modus-Änderung

Der Termin für die Aufstiegswettkämpfe der 3. und auch 2. Liga ist abhängig von der Austragung der deutschen Meisterschaften der Männer, die noch vom Deutschen Turner-Bund (DTB) terminiert werden müssen. Eine Abstiegsrunde wird es nicht geben, da es 2020 in keiner der erste drei Ligen einen Absteiger geben wird.

Die Änderungen des Ligamodus und des Terminplans waren notwendig geworden, weil es durch die Coronavirus-Pandemie und die Verschiebung der Europameisterschaften von April auf Dezember vor allem in der Bundesliga zu Verschiebungen und Umplanungen kommen wird.

In der darauf folgenden Saison werden dann zehn Mannschaften in der Bundesliga und jeweils 16 Teams in der zweiten und dritten Bundesliga antreten. In der zweiten Liga wird es in der Nord- und Südschiene jeweils zwei Absteiger geben. Analog dazu turnen die jeweils zwei punktärmsten Mannschaften der dritten Bundesliga Nord- und Süd die Relegation. Diese müssen sich dort mit möglichen Liganeulingen messen.

 

Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

Kommentar hinzufügen