WM-Mission mit Handicap

Kunstrad  Max Hanselmann und Serafin Schefold sind nach einer Verletzung rechtzeitig zum Start der Weltmeisterschafts-Qualifikation wieder fit.

WM-Mission mit Handicap

Am Wochenende starten Max Hanselmann (links) und Serafin Schefold vom RV Öhringen in das German Masters, die WM-Qualifikation.

Foto: Archiv/Schmerbeck

Die Weltmeister sind zurück auf dem Rad. Doch es wird für die Titelverteidiger im Zweier-Kunstradfahren in diesem Jahr ein schweres Unterfangen, erneut die WM-Qualifikation zu schaffen. Zum einen ist die Konkurrenz größer und stärker geworden. Zum anderen sind Serafin Schefold und Max Hanselmann vom RV Öhringen durch einen Trainingssturz ausgebremst worden.

Schefold brach sich dabei vor einigen Woche den Arm. Die beiden konnten nur eingeschränkt trainieren und ihr Programm nicht wie geplant aufstocken. So haben sie das neue Element, den Sattel-Lenker-Handstand, wieder aus der Kür gestrichen. Erst Ende Juli konnte Schefold den Arm wieder voll belasten und zumindest einen Handstand auf dem Boden drücken.

Heute beginnt in Wallbach die German-Masters-Serie, bei der sich zwei Paare das WM-Ticket sichern können. Patrick Tisch und Nina Stapf sowie Andre und Benedikt Bugner, die nach langer Verletzungspause zurückkehren, sind die härtesten Konkurrenten. In Wallbach mit dabei sind auch Fabienne Hammerschmidt und Lukas Burri aus der Schweiz, die außer Konkurrenz mitfahren, bei den Weltmeisterschaften dann aber die deutschen Paare ärgern könnten.

Das Programm eher etwas ab- statt aufgestockt

"Es geht wieder recht gut", sagt Schefold. "Mein Arm spielt wieder ordentlich mit. Ich habe keine Schmerzen mehr. Nur die Kraft ist noch nicht ganz da." Deshalb gehen die beiden auch auf Nummer sicher und haben ihr Programm eher etwas ab- statt aufgestockt. "Es ist ein vertrautes Programm, wir fahren es so seit drei Jahren. Zum Glück konnten wir darauf zurückgreifen", sagt Schefold. Das gibt Sicherheit. Und macht Mut für die anstehende Aufgabe.

"Trotz der kurzen Vorbereitung läuft es ganz gut", sagt Schefold. "Wir konnten aber auch keine Testwettkämpfe fahren." Auch den Weltcup mussten sie auslassen. "Jetzt schauen wir mal, was am Wochenende passiert", sagt Schefold. Wie eng es in der Serie zugehen wird, zeigen die eingereichten Punkte: Bugner/Bugner haben 167,20 Punkte aufgestellt. Schefold/Hanselmann 165,80 und Tisch/Stapf 165,40. Danach klafft schon eine deutlichere Lücke.

Wettkampfpraxis fehlt, Erfahrung und Routine sind noch da

Der kleine Vorteil für die Öhringer: Wenn es sein muss, können sie Risiko gehen und ihr Programm noch etwas aufstocken. "Es wird auf jeden Fall ganz knapp", sagt Schefold. "Uns fehlt etwas die Wettkampfpraxis." Dafür haben die beiden mittlerweile Erfahrung und Routine.

"Wir haben ein gutes Gefühl, sind recht stabil und fahren sauber. Nur die Konstanz fehlt noch etwas", sagt Schefold. "Wir sind zuversichtlich, dass er reichen kann. Wir haben die Chance auf das WM-Ticket, sicher ist es aber nicht. Vielleicht sind wir ja rechtzeitig wieder fit geworden. Der Heilungsprozess war jedenfalls gerade noch rechtzeitig fertig." Auch im vergangenen Jahr wurden die beiden ausgebremst durch eine Verletzung von Hanselmann. Am Ende des Jahres wurden sie in Lüttich Weltmeister.

Am 21. September geht es weiter

Der erste Teil des German Masters mit zwei Wertungen findet am Samstag in Wallbach statt. Weiter geht es mit zwei weiteren Wertungen dann am 21. September. Noch steht nicht fest, wo. Das dritte German Masters ist am 5. Oktober in Weil im Schönbuch. Den Abschluss der WM-Qualifikation bilden die deutschen Meisterschaften am 25. und 26. Oktober. Eines der Ergebnisse kann gestrichen werden.

 


Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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