Volleyballerinnen wollen mit Expertise aus Heilbronn siegen

Volleyball  Christian Wolf, der Co-Trainer der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen, stammt aus der Region. Der 33-Jährige ist in Langenbrettach aufgewachsen - und hofft jetzt auf den Einzug ins EM-Halbfinale.

Von Jörg Palmer
Mit Expertise aus der Region

Ob die deutschen Frauen um Co-Trainer Christian Wolf (Sechster von rechts) auch heute Abend nach dem EM-Viertelfinale gegen Polen so jubeln?

Foto: dpa

Am Mittwoch gilt es für die deutschen Volleyball-Frauen bei der Europameisterschaft. Im Viertelfinale heißt der Gegner Polen. Der Gastgeber setzt im Kampf um den Einzug ins Halbfinale ab 20.30 Uhr (Sport 1) auf den Faktor Heimvorteil. Deutschland hingegen greift auf Expertise aus der Region zurück.

Der ehemalige Waldenburger Volleyballspieler Christian Wolf ist als Co-Trainer mit von der Partie und im Trainerstab der Nationalmannschaft. Der 33-jährige gebürtige Heilbronner ist in Langenbrettach aufgewachsen. Mit dem Volleyballsport angefangen hat Christian Wolf im Studienheim Maria Hilf der DJK Bad Mergentheim und anschließend bei der TSG Öhringen.

Aufstieg in die Oberliga mit der SG Sportschule Waldenburg

Im Jahr 2005 wechselte er früh zu den Volleyballern nach Waldenburg, wo er bis 2009 spielte, mit der SG Sportschule sogar in die Oberliga aufstieg. Eine Saison spielte er dann in Wiesbaden in der Regionalliga, ehe Christian Wolf der Liebe wegen nach Münster zog.

Nun wurde Volleyball vom Hobby zum Beruf und Wolf Co-Trainer am Bundesstützpunkt. Im Anschluss wechselte er für zwei Jahre als Landestrainer nach Mecklenburg-Vorpommern ins Leistungszentrum des Serienmeisters Schweriner SC. 2014 ging es wieder zurück nach Münster und er übernahm die sportliche Verantwortung am Bundesstützpunkt. Der gelernte Winzer brennt für seinen aktuellen Beruf.

Wohin der nächste Schritt führt, ist noch nicht klar

"Ich liebe es, junge Menschen bei ihrer Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen", sagt Wolf. Nach fünf Jahren hat er nun unlängst den Olympiastützpunkt in Münster im Sommer verlassen, um den nächsten Entwicklungsschritt im Trainergeschäft zu gehen. Wohin? Das sei noch nicht spruchreif, sagt er. In Münster ist das Bedauern jedenfalls groß. "Christian hat sehr gute Arbeit geleistet. Wir hoffen, dass er dem deutschen Volleyball erhalten bleibt", sagt Wolfgang Schütz, Sportdirektor beim Westdeutschen Volleyball-Verband.

Die Zeit zwischen den beiden Jobs kann Christian Wolf als Co-Trainer der Frauen-Nationalmannschaft optimal überbrücken. Unterschiedliche Lehrgänge, Turniere in Montreux und Kaliningrad, Nations League in Deutschland und China, Olympiaqualifikation in China, sowie die intensive EM-Vorbereitung. Überaus wertvolle Erkenntnisse für einen noch jungen Coach, der erst am Anfang seiner Trainer-Karriere steht und der über jede neue Erfahrung dankbar ist.

"In diesem Sommer war ich häufig außerhalb meiner Komfortzone. Wir spielen gegen die besten Teams der Welt mit den besten Spielerinnen und Trainern der Welt. Das ist es, was ich mir vorgestellt habe und was mich langfristig nach vorne bringt."

Wolf ist froh, kein Fußball-Trainer zu sein

Christian Wolf studierte einst Weinbau und Önologie, was er aber nicht abschloss. Nun kümmert er sich um den Prädikatsjahrgang im deutschen Frauen-Volleyball. "Ich bin froh, dass ich nicht Fußballtrainer, sondern Volleyballtrainer bin", hat Wolf einmal im Interview gesagt, "weil es im Volleyball nicht in erster Linie ums Geld geht, sondern ums Herz."

Wolfs Terminkalender im Sommer war proppenvoll und lässt nur wenig Zeit für andere Dinge. Aber die positiven Ergebnisse bei der Europameisterschaft lassen das straffe Programm schnell vergessen. "Was hier gerade abläuft, ist phänomenal und die Stimmung im Team ist top", berichtet Wolf von der EM-Vorrunde in Bratislava. "Jetzt wollen wir mehr", blickt Christian Wolf erwartungsvoll auf das zweite K.o.-Spiel.

 


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