Ultraläufer fordert beim EBM-Papst Marathon den Rekordsieger

Marathon  Auf der langen Distanz zeichnet sich beim 24. EBM-Papst Marathon eine starke Spitzengruppe ab. Ultraläufer Dominik Kozanda, Rekordsieger Kay-Uwe Müller und Titelverteidiger Martin Schwab sind die Favoriten auf den Sieg.

EBM-Papst Marathon: Ultraläufer fordert Rekordsieger und Titelverteidiger

Topfavoritin über zehn Kilometer: Veronica Hähnle-Pohl.

Foto: Archiv/Berger

Da ist selbst Uwe Richlik gespannt. Der Wettkampfleiter des EBM-Papst Marathons rund um Niedernhall ist ein routinierter Triathlet, war schon einige Male beim Ironman auf Hawaii und hat das Ticket für 2020 gelöst.

Als er die Starterliste der 24. Auflage der Laufveranstaltung im Kochertal durchforstete, stieß er auf eine interessante Konstellation. Und zwar gerade auf der Langstrecke. Für die 42,195 Kilometer, die um 8.30 Uhr gestartet werden, haben drei der ersten vier aus dem vergangenen Jahr gemeldet. Dazu kommen Rekordsieger Kay-Uwe Müller (TSG Schwäbisch Hall) und der Ultraläufer Dominik Kozanda. "Das könnte schon sehr spannend werden", sagt Richlik.

Landesmeisterschaften in Karlsruhe dezimieren das Halbmarathon-Feld

Auf der Halbmarathondistanz, für die der Startschuss um 9.25 Uhr fällt, fehlen hingegen einige Anmeldungen schneller Läufer im Vergleich zum Vorjahr. Ein Grund könnte sein, dass der EBM-Papst Marathon 2018 gleichzeitig die Halbmarathon-Landesmeisterschaft war. Dieses Jahr finden die Titelkämpfe erst in zwei Wochen in Karlsruhe statt. Da werden sich einige für die baden-württembergischen Meisterschaften schonen und sich darauf konzentrieren.

Für Veronica Hähnle-Pohl von der TSG Heilbronn wird Niedernhall ein Test für Karlsruhe sein. Gerade erst vom Trainingslager in St. Moritz zurück, hat sie für die zehn Kilometer (Start 9.05 Uhr) gemeldet. Sie hält auch den Streckenrekord mit 37:30 Minuten, den sie 2016 aufstellte. Hähnle-Pohl hat sich zum Ziel gesetzt, an die Bestzeit ranzukommen oder diese gar zu unterbieten.

Finisher-Medaille auf den Oberarm tätowiert

Über die Marathondistanz hat Richlik Müller als deutlichen Favoriten ausgemacht. "Egal wo, er läuft immer zwischen 2:30 und 2:40 Stunden. Diese Konstanz ist bewundernswert", sagt Richlik. "An einem normalen Tag wird er von den anderen nur schwer zu schlagen sein." Vier Mal bereits gewann Müller in Niedernhall und ließ sich aus Verbundenheit auch die Finisher-Medaille auf den Oberarm tätowieren. Außerdem war Müller bereits auf der Halbmarathonstrecke und im Duo-Marathon siegreich. Titelverteidiger Martin Schwab (Adelshofen) hatte 2018 eine Siegerzeit von 2:48,40 Stunden.

Schwer einzuschätzen auf dieser Distanz ist Kozanda. Für den in Spanien lebenden gebürtigen Heilbronner sind die 42,195 Kilometer beinahe ein Sprint. 29 Marathons hat er auf seiner Agenda stehen, 39 Halbmarathons. Und dazu kommen die Extrem-Veranstaltungen. 2018 absolvierte er einen Triple-Ultra Ironman. Dabei geht es nach 11,4 Kilometern Schwimmen erstmal 540 Kilometer aufs Rad und danach werden drei Marathons (126,6 Kilometer) absolviert. Und das ganze Non-Stop. Dazu startete der 31-Jährige bei Ultramarathons über 130, 100 oder 80 Kilometer sowie in Australien bei einem 160-Kilometer-Lauf mit 19 Flussüberquerungen. Kozanda mag die ganz besonderen Herausforderungen.


Wenn der Marathon zum Spaziergang wird

Der idyllische Anstieg in die Weinberge am Ingelfinger Fass vorbei mag da wie ein Spaziergang anmuten. Es bleibt abzuwarten, in welcher Geschwindigkeit er das angeht. "Es ist spannend zu sehen, wie so ein Ultraläufer die Marathonstrecke angeht und mit Spezialisten mithalten kann", sagt Richlik

Im Zielbereich gibt es dann in diesem Jahr einige optische Veränderungen. Diese waren durch die Umbauten und der Verlegung der Tennisplätze in Niedernhall notwendig geworden. So gibt es die Zielverpflegung für die Athleten nun nach dem Einlauf auf der linken Seite. Außerdem wurde die Fußgängerüberquerung um einige Meter versetzt - direkt über die Start-Ziel-Linie.

Los geht es bereits am Samstag mit dem Nordic Walking (15 Uhr). Am Sonntag folgen die Starts im Marathon (8.30 Uhr), Halbmarathon (9.05 Uhr) und Zehn-Kilometer-Lauf (9.25 Uhr). Den Abschluss bilden die Handbiker (14 Uhr) und die Inline Skater (14.45 Uhr).

 


Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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