Traum vom WM-Sieg ist für den Horkheimer Sebastian Heymann geplatzt

Handball  Die starke Leistung des Handballtalents aus Horkheim reicht der deutschen U21-Auswahl nicht zum Viertelfinaleinzug. Im WM-Achtelfinale verlor das Team in der Verlängerung mit 36:37 gegen Portugal.

Von Stephan Sonntag
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Der WM-Traum des Horkheimers Sebastian Heymann ist geplatzt

Sebastian Heymann (li.) muss fortan seinen Fokus auf die A-Nationalmannschaft richten, im Juniorenbereich kann er keine Titel mehr gewinnen.

Foto: Archiv/dpa

Nein, es sollte einfach nicht sein. Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat ihr WM-Achtelfinale am Donnerstagabend gegen Portugal in der Verlängerung mit 36:37 (14:14, 30:30) verloren und muss den Traum vom Titel frühzeitig begraben. Besonders bitter war die Partie im spanischen Pontevedra für Deutschlands Kapitän Sebastian Heymann.

Bei seiner letzten Chance auf einen internationalen Titel im Juniorenbereich war der 21-Jährige mit neun Treffern Top-Torschütze, rettete sein Team mit zwei wichtigen Treffern überhaupt erst in die Verlängerung und musste am Ende doch einsehen, dass er es allein nicht richten kann.

Gegen eine starke Abwehr tut sich das deutsche Team schwer

In einer Partie, in der die Portugiesen von Anfang an die spielerische stärkere Mannschaft waren, musste das Team von Bundestrainer Martin Heuberger über Wille, Kampf und Einsatz den Erfolg suchen. Gegen die ungemein offensive, höchst agile und taktisch nahezu perfekt arbeitende Abwehr der Iberer tat sich das deutsche Team schwer. Immer wieder erahnten die Portugiesen die Passwege, fingen die Bälle ab und kamen zu leichten Gegenstoßtoren.

Doch auch aus dem stehenden Angriff fand die erste Sechs der Portugiesen um die achtfachen Torschützen Andre Gomes und Diogo Silva immer wieder Lücken. Gefährlich aus dem Rückraum, stark am Kreis, treffsicher von Außen - das Aufgabengebiet für die deutsche Abwehr war breit gefächert.

Warnung vor den Stärken der Portugiesen reichte nicht

"Portugal ist ein unangenehmer Gegner. Sie wirken im Angriff sehr abgeklärt und haben eine gute Achse Rückraum Mitte und Kreis, darüber hinaus auch wurfgewaltige Rückraumschützen auf beiden Seiten", hatte Heuberger die Stärken des Gegners schon im Vorfeld richtig analysiert. Allein seine Männer schafften es nicht, beständig mit der geforderten "guten Beinarbeit und viel Aggressivität zu agieren".

So schien der Viertelfinaleinzug schon in der regulären Spielzeit verpasst zu werden. Doch Heymann stemmte sich mit zwei Einzelaktionen in der Schlussphase gegen die Niederlage und glich zum 30:30 aus. Der Anwurf der Portugiesen direkt ins noch verwaiste deutsche Tor zum vermeintlichen 31:30-Sieg fand keine Anerkennung mehr.

Traumpass von Heymann bleibt ungenutzt

Beim Stand von 34:34 hatte das deutsche Team die größte Chance, auf die Siegerstraße einzubiegen. Heymann gewann den Ball in der Abwehr, spielte anschließend mit einem Traumpass Joshua Thiele am Kreis frei, doch der Hannoveraner scheiterte an Portugals Keeper Manuel Gaspar.

Im nächsten Angriff bei 34:35-Rückstand verweigerte Hendrik Schreiber eine klare Wurfgelegenheit, suchte stattdessen einen Mitspieler und verlor den Ball. Ein zweites Mal ließen sich die ausgebufften Portugiesen, die praktisch mit ihrer ersten Sechs 70 Minuten durchspielten, die Führung in der Schlussphase nicht mehr nehmen.

 


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