Teammanager der Red Devils sieht in Heilbronn Potenzial

Basketball  In ihrer zweiten Oberliga-Saison geht es den Reds Heilbronn nicht nur darum, die Klasse zu halten. Die Reds wollen auch ihren Nachwuchs fördern. In der starken Teamchemie liegt die Stärke des Vereins.

Heilbronns Spielertrainer Goran Mijic geht mit seiner Erfahrung auch selbst voran, setzt aber lieber das Team in Szene.

Foto: Mario Berger

In sieben, acht Jahren ein Heilbronner Talent bei den Bundesliga-Profis in Ludwigsburg zu sehen, "das wäre schon sehr schön", sagt Matthias Götz. Längst ist die Vision des rührigen Teammanagers der Reds mehr als bloßer Traum. Götz, der im Unterland für das Basketball steht wie kaum ein Zweiter, "sieht Potenzial in Heilbronn - wir wollen langfristig mehr aufbauen".

Schon jetzt besteht eine Kooperation mit den Ludwigsburger MHP Riesen, eine Jugend auf dem Vormarsch und eine erste Mannschaft, die an diesem Sonntag (17 Uhr) beim Team Ehingen Urspring in ihr zweites Oberliga-Jahr startet.

Hagner ist nicht mehr dabei: ein Verlust, aber kein Beinbruch

Was künftig fehlt, ist bei den Aktiven der zweitligaerfahrene Routinier und Leistungsträger Eugene Hagner, der sich durch einen Umzug nach Nordrhein-Westfalen von den Reds der TSG verabschiedet hat. Ein Verlust, aber kein Beinbruch, wie Kapitän Stilianos Eleftheridis versichert: "Die starke Teamchemie und der Zusammenhalt machen uns aus. Wir haben nicht einen Superstar und der Rest sind Rollenspieler."

Der kleine Pointguard fällt mit seinen 1,63 Metern dennoch besonders auf unter den großen Kollegen. "Die Kids fahren voll auf Stili ab", weiß Matthias Götz: "Er ist das beste Beispiel dafür, dass es bei uns für jeden eine Nische gibt."

Genau das wollen die Reds rüberbringen, für ihren Sport werben. "Wir sind zu Grundschulen gegangen und haben Training mit den ganzen Klassen gemacht. Uns als die Basketballmannschaft in Heilbronn vorgestellt. Die Kinder fanden es toll, man hat es in ihren Augen gesehen", sagt 2,07-Meter-Mann Simon Schmitz.

Matthias Götz: Das System greift in fünf Jahren richtig

Auch bei dem Heilbronner Studenten war dieses Leuchten früh vorhanden. In Ludwigsburg durchlief Schmitz die Jugendakademie. Und besitzt damit nicht als einziger Know-how aus der Barockstadt. Gerade für die Ausbildung im Nachwuchsbereich gibt der Bundesligist seinem Kooperationspartner viel an die Hand. "Das System greift in fünf Jahren richtig", rechnet Matthias Götz mit Toptalenten, die aus der neu gegründeten U12 hervorgehen sollen.

"Es ist wichtig, dass frischer Wind von unten nachkommt, damit wir nicht irgendwann nur mit 40-Jährigen dastehen", sagt Schmitz schmunzelnd. Denn seine Reds sind schon jetzt ein eher älteres Oberliga-Team. Jungs, die sich schon lange kennen, und auch neben dem Parkett gerne Zeit miteinander verbringen. Große Gelder fließen hier nicht, aber "wenn ein Sport dein Hobby ist, dann ist es immer ein bisschen mehr als ein Hobby. Du willst immer dein Maximum geben. Zumindest wollen wir das", sagt Spielertrainer Goran Mijic.

Die Punkte verteilen sich auf viele verschiedene Hände

Der serbische Ex-Profi lässt auf dem Feld lieber die Mannschaft glänzen, als sich selbst in Szene zu setzen. Genau das macht die Heilbronner seit Jahren aus. Einen absoluten Schlüsselspieler, den der Gegner einfach aus dem Spiel nehmen kann, gibt es nicht. Regelmäßig verteilen sich die Punkte auf viele verschiedene Hände. Satte 22 Spieler hat Mijic in dieser Saison in seinem Kader.

Miroslav Dogic, der früher zusammen mit dem Spielertrainer in Mostar aktiv war, ist reaktiviert worden. Auch Steffen Heinle hat die vergangene Saison nicht in Heilbronn gespielt und ist nun zurück. Hugas Jasinskas und Juan David Rincon kommen beide aus der zweiten Mannschaft der Reds. Benjamin Trek stößt aus der eigenen U 18 zum Team. "Wir müssen die Neuen erstmal integrieren, damit sie ihre Rolle im Team finden", sagt Schmitz.

Deshalb zählt es in erster Linie, wie im Vorjahr möglichst souverän die Klasse zu halten. Und in sieben, acht Jahren vielleicht ein Toptalent hervorzubringen.

TSG Reds Heilbronn: Mario Antic, Daniel Buch, Sinisa Cibula, Miroslav Dogic, Stilianos Eleftheriadis, Steffen Heinle, Hugas Jasinskas, Benjamin Krek, Ferdinand Krug, Zdravko Marjanovic, Goran Mijic, Vedran Milicevic, Carmelo Pellegrino, Sebastian Perger, Josip Prgic, Juan David Rincon, Amjad Sara, Michael Sauter, Simon Schmitz, Jan-Lucas Spathelf, Christoforos Stefanidis, Athanasios Stergatos.

 


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

Kommentar hinzufügen