Starker Kienle triumphiert bei der Challenge Heilbronn

Triathlon  Sebastian Kienle, der Challenge-Titelverteidiger vom hep Sports Team, setzt sich auf der Triathlon-Mitteldistanz klar durch. Der Ironman-Weltmeister von 2014 zerstreut weiter die Sorgen wegen seiner Achillessehnen-Probleme.

Von Andreas Öhlschläger

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Es war ein Siegerlachen. Aber es war auch ein bisschen mehr. Erleichterung spiegelte sich im Gesicht. Als Sebastian Kienle nach seinem Triumph bei der Challenge Heilbronn strahlend im Zielraum stand, freute sich der Lokalmatador vom Güglinger hep Sports Team über den ersten Sieg nach seinem schmerzhaften Zwangs-Ausstieg im vergangenen Oktober bei der Ironman-WM auf Hawaii. Die leidigen Achillessehnen-Probleme hatten den 34-Jährigen nicht ernsthaft behindert.

"Das war eines der besten Mitteldistanz-Rennen, das ich je gemacht habe", jubelte Kienle. Ein paar Mal war er schon im  "roten Bereich". Aber in dem, der für Qual-erprobte Profi-Triathleten völlig normal ist. "Die Schmerzen waren sehr positiver Art", sagte der Titelverteidiger in Heilbronn. Es sei super, "wenn man weiß, dass es weh tut, weil man richtig Gas gibt". 

"Eines der besten Mitteldistanz-Rennen, das ich je gemacht habe"

Das tat er von Beginn an. "Im Normalfall ist mein Rückstand nach dem Schwimmen deutlich größer." Als Sechster verließ der Ironman-Weltmeister von 2014 auf dem Rad die Wechselzone, nur der Erste, Florian Angert, war richtig weggezogen. 

Aber nach der Radstrecke kam der Bike-Spezialist Kienle auf Platz eins bei den Laufschuhen an. Als Überraschungsmann an der Spitze mit dabei: Ruben Zepuntke, der frühere Radprofi. "Der kriegt von mir zwölf Punkte", nicht zehn Punkte, witzelte Sebastian Kienle voller Anerkennung. Am Ende wurde Zepuntke Dritter und staunte selbst ein bisschen. "Ich schwimme erst seit einem Jahr."

Er profitierte auch von der Schwäche des Mitfavoriten Andreas Dreitz, der auf der abschließenden Halbmarathon-Strecke einbrach und letztlich nur Vierter wurde. "Einen Tick zu schnell" sei das Tempo für ihn nach dem harten Radkurs gewesen, sagte Dreitz. "Ich musste ab Mitte der Laufstrecke richtig leiden." Für den Heilbronn-Sieger von 2014 war es beim deutschen Meisterschaftsrennen am Sonntag "nicht das gewünschte Ergebnis, aber es war richtig geil". So sind sie, die Triathleten, sie können auch Spaß haben, wenn es nicht optimal läuft. 

Von Rang zwei auf vier, das war die Dreitz-Geschichte. Von Platz vier auf zwei, das war die Lauf-Erfolgsstory von Florian Angert. Auf dem Rad war er von den Spitzenkräften ein gutes Stück abgehängt worden. "Aber erst habe ich mir den Ruben geholt und dann den Andi", beschrieb Angert seine Aufholjagd. "Beim Sebi war nichts zu machen." 

Angert freute sich total. "Ich bin eigentlich nicht so der Megaläufer. " Als er ins Ziel kam, nahm ihn Sebastian Kienle gleich in den Arm. Da waren es zwei, die bei der hep Challenge Heilbronn einen richtig guten Triathlon-Tag erlebt hatten. 

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Daniela Bleymehl hat bei den Frauen die Challenge-Mitteldistanz gewonnen

Bei den Frauen hat Daniela Bleymehl (vor der Heirat Sämmler) die Challenge-Mitteldistanz gewonnen. Sie hat damit den Heilbronner Sieges-Hattrick perfekt gemacht. Erste 2017, 2018 und 2019. 

Nach der Radstrecke lag die Titelverteidigerin noch auf Platz zwei hinter der seit einem Jahr ungeschlagenen Laura Philipp. Doch die Heilbronn-Siegerin von 2015 und 2016 musste beim Laufen aufgeben. Sie war nach dem vorangegangenen Kältestart in Buschhütten angeschlagen gewesen. 

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