Spomer knackt die harte Nuss zum Jahresabschluss

Boxen  Der Künzelsauer Mittelgewichtler gewinnt in Bruchsal seinen zehnten Profikampf gegen den Weißrussen Aliaksandr Dzemka vorzeitig.

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Spomer knackt die harte Nuss zum Jahresabschluss

10. Sieg im 10. Profikampf: Slawa Spomer bleibt auf Kurs.

Foto: imago-images/Frey

Mit einem Saunabesuch hat Slawa Spomer das Kampf-Wochenende ausklingen lassen und die entspannte Adventszeit begonnen. Nach vielen Wochen des täglichen Trainings und der ständigen stressigen Fahrerei nach Heidelberg ist für den in Künzelsau lebenden Mittelgewichtler jetzt erst einmal Ruhe im Kreise der Familie angesagt. Verdientermaßen - denn am Samstagabend in Bruchsal gewann der 27-Jährige auch den fünften Kampf des Jahres und den zehnten insgesamt. Von einem Leberhaken in der sechsten Runde erholte sich der Weißrusse Aliaksandr Dzemka nicht mehr. "Er hat dann aufgegeben, das war aber auch besser so. Das wäre sonst in Richtung Körperverletzung gegangen", sagte Spomer.

Gute Kombinationen geschlagen

Auch Manager Thomas Holefeld war angetan vom Auftritt seines Schützlings: "Das hat Slawa gut gemacht, er ist dann auch auf den Körper marschiert, hat gute Kombinationen geschlagen und zum Glück auch vorzeitig gewonnen. Das war nochmal eine deutliche Steigerung."

Der 28-Jährige aus Baranawitschy hatte zuvor allerdings erhebliche Gegenwehr geleistet. "Er hat deutlich mehr eingesteckt, als ich das erwartet hatte", gestand Spomer ein. Holefeld bezeichnete den an einen Tolkienschen Hobbit erinnernden Dzemka als "stabiles Kantholz" und "harte Nuss".

Blutender Cut über dem Auge

Die weißrussische Nuss erlitt bereits in der zweiten Runde einen großen Cut über dem Auge, aus dem es heftig blutete. "Da war ich mir eigentlich sicher, dass spätestens in der vierten Runde Schluss ist", sagte Spomer.

Doch mitnichten. Der stoisch agierende Gegner hatte in seinem 18. Profikampf keine Lust, zum zweiten Mal vorzeitig zu verlieren. "Er hat sich auch von ein paar Volltreffern nicht beeindrucken lassen, wirkte ohnehin seltsam emotionslos", wunderte sich Spomer. Der Eisenschädel war sogar so hart, dass sich eine ältere Kapselverletzung an Spomers Hand wieder zurückmeldete. "Damit hatte ich jetzt ein halbes Jahr Ruhe, aber es ist nicht weiter schlimm", gab der Künzelsauer Entwarnung. Das ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil das Flitter-Wochenende mit seiner Frau Ilona bevorsteht. Nächste Woche geht es in ein Wellness-Hotel nach Österreich. Zur selben Zeit reist sein Manager traditionsgemäß nach Teneriffa. Auf der spanischen Sonneninsel verbringt Holefeld den Dezember. Beim eingespielten Duo ist jetzt also Entspannung angesagt, bevor 2020 die großen Kämpfe kommen sollen.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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