Snooker-Erstligist aus Heilbronn startet dritten Angriff auf den Titel

Billard  Snooker-Bundesligist TSG Heilbronn hat sich erneut verstärkt und ist stärker aufgestellt denn je. Das Team startet seinen dritten Anlauf auf die nationale Snooker-Krone. Am Wochenende spielt es gegen Rüsselsheim und Mayen-Koblenz.

Dritter Angriff auf den Titel

Neuzugang Omar Alkojah war in den vergangenen beiden Spielzeiten der beste Spieler in der Bundesliga.

Fotos: privat

Vizemeister in den Spielrunden 2017/2018 und 2018/2019, jeweils hinter dem Dominator 1. FC Mayen-Koblenz - der große Traum vom deutschen Mannschafts-Meistertitel hat sich für Snooker-Bundesligist TSG Heilbronn bisher nicht erfüllt.

In der neuen Saison, die am Wochenende mit zwei Auswärtsspielen in Rüsselsheim und Mayen-Koblenz beginnt, startet das Team aus dem Billard-Zentrum vom Pfühlpark seinen dritten Anlauf auf die nationale Snooker-Krone. Mit einem erneut verstärkten Kader ist die Zuversicht groß, dieses Ziel nun endlich realisieren zu können.

"Eigentlich waren wir gar nicht auf der Suche nach Verstärkungen, das hat sich zufällig ergeben", erzählt der Heilbronner Team-Manager Pedro Chacon von zwei vielversprechenden Neuverpflichtungen.

Omar Alkojah war stärkster Bundesliga-Akteur

Neben dem amtierenden deutschen Meister der Herren, Michael Schnabel, und dem amtierenden deutschen Juniorenmeister Richard Wienold geht nun auch Omar Alkojah (vom Aachener Snookerclub) für die TSG an die Platte. Der seit vielen Jahren in Deutschland lebende Syrer ist international erfahren und war in den letzten beiden Spielzeiten stärkster Akteur der Bundesliga.

Zudem geht nun auch mit dem 19-jährigen Jurastudenten Daniel Sciborski der aktuelle deutsche Vizemeister der Herren und Junioren vom BC SB Horst-Emscher mit der TSG auf Titeljagd. Dem Team erhalten geblieben ist der mehrfache nationale Meister und ehemalige Profi Patrick Einsle, der 2018/2019 etwas kürzer getreten war, nun aber wieder voll angreifen will.

Komplettiert wird das Team durch den amtierenden deutschen Jugendmeister Fabian Haken und Ismail Türker. Sechs Topspieler, von denen pro Spiel nur vier eingesetzt werden können: Die TSG hat ein Luxus-Problem bei der Aufstellung.

"Der Name TSG Heilbronn hat inzwischen einen guten Klang"

Dritter Angriff auf den Titel

Mit Diana Stateczny spielt eine Europameisterin im zweiten TSG-Team

"Sciborski und Alkojah haben sich selbst angeboten, weil sie in eine Mannschaft mit Titelambitionen wechseln wollten. Der Name TSG Heilbronn hat inzwischen einen guten Klang, wir haben uns ein gewisses Renommee erarbeitet", berichtet Chacon und ist froh, über einen deutlich breiteren Kader verfügen zu dürfen, auch weil mit Schnabel, dem besten deutschen Spieler der vergangenen Saison, ein Leistungsträger zum Saisonstart fehlt. "Er bestreitet in Myanmar die WM der Amateure im Six-Red, einer abgespeckten Snooker-Variante mit nur sechs statt 15 roten Kugeln", klärt Chacon auf.

Die erste Mannschaft könnte in der größten Not auch auf Spieler der zweiten Mannschaft zurückgreifen, die in der 2. Bundesliga mit Suphi Yalman, Diana Stateczny, Germanos Nestoridis (deutscher Jugendmeister 2018), Oktay Yildiz, Dennis Wörthmüller, Stefan Künzl und Antonio Benvenuto vorne mitspielen will. Interessant ist die einzige Dame in den beiden Topteams der Heilbronner. Neuzugang Stateczny ist frischgebackene Europameisterin der Frauen und könnte problemlos in jeder Bundesliga-Mannschaft mitspielen.

Eine Frau in den beiden Topteams der Heilbronner

"Eigentlich könnten wir in der 1. Bundesliga zwei Mannschaften stellen", hebt Chacon hervor. "Vielleicht sind wir zu euphorisch, aber wir sind so stark aufgestellt wie noch nie. Die Konkurrenz sieht uns schon als den FC Bayern München der Snooker-Bundesliga." Doch allein die Vorschusslorbeeren garantieren noch keinen sportlichen Erfolg. "Es gibt einen Dreikampf um den Titel, das ist schon im Vorfeld klar", sagt Chacon. "Hauptkonkurrent ist erneut Mayen-Koblenz. Aber auch Stuttgart zählt zu den Mitfavoriten, die haben sich ebenfalls verstärkt und wollen um den Titel mitspielen."

Das erste Wochenende ist gleich richtungsweisend. Am Samstag fährt die TSG Heilbronn als Favorit nach Rüsselsheim, bevor sonntags beim Meister Mayen-Koblenz angetreten wird.

 


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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