Slawa Spomers einziges Problem heißt Heimweh

Boxen  Box-Profi Slawa Spomer bereitet sich in einem Trainingszentrum in Berlin auf seinen Kampf am 21. September in Heilbronn vor. Auch Axel Schulz schaute dort zuletzt vorbei.

Slawa Spomers einziges Problem heißt Heimweh

Illustre Runde in Berlin (von links): Björn Schicke, Jack Culcay, Axel Schulz, Slawa Spomer und Culcay-Trainer Michael Stachewicz.

Foto: privat

Der Alltag eines Profiboxers ist nicht gerade glamourös. "Es ist Arbeit. Andere Leute gehen ins Büro, ich gehe in die Trainingshalle", sagt Slawa Spomer. Der Mittelgewichtler bereitet sich derzeit im Trainingszentrum von Agon Sports am Berliner Olympiastadion auf seinen achten Profikampf am 21. September bei "Kultur im Ring" in der Römerhalle vor.

In der Trainingsgruppe des Profiboxstalls in der Hauptstadt finden sich prominente Namen wie Ex-Weltmeister Jack Culcay, der deutsche Mittelgewichts-Meister Björn Schicke oder der von Graciano Rocchigiani entdeckte Vincenzo Gualtieri.

"Hier habe ich fünf Partner in meiner Gewichtsklasse. Die Vielfalt habe ich am Olympiastützpunkt in Heidelberg nicht. Zudem kennt man sich dort natürlich mittlerweile in- und auswendig", erklärt Spomer die Vorteile des zweiwöchigen Berlin-Aufenthalts. Auch der frühere Schwergewichtler Axel Schulz schaute vergangene Woche mal vorbei. "Ich habe aber ehrlicherweise keine Ahnung, warum er hier war. Es war jedenfalls sehr schön, ihn mal persönlich kennenzulernen", sagt Spomer.

Keine Zeit fürs Berliner Nachtleben

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Eintrittskarten für "Kultur im Ring" gibt es im Diginights-Ticketshop unter www.kultur-im-ring.de. Tickets für "Fighting for Future" in Koblenz bei Eventim.

Eine nette Abwechslung. Schließlich ähneln sich die Tagesabläufe sehr. "Eine Einheit am Vormittag, eine am Nachmittag. Dazwischen ausruhen, abends essen, schlafen", fasst Spomer seine üblichen 24 Stunden zusammen. Wenn der 26-Jährige schon keine Gelegenheit hat, das Berliner Nachtleben zu erkunden, freut er sich doch zumindest über das kulinarische Angebot. "Mein Hotel ist direkt am Alexanderplatz. Hier kann man überall gut und preiswert essen gehen. Bisher habe ich dabei nicht ein Mal in die Schüssel gegriffen."

Der einzige Wermutstropfen seines Berlin-Trips ist das Heimweh nach Frau Ilona und Sohnemann Levar. "Wir telefonieren jeden Abend, aber ich vermisse meine Familie und bin froh, wenn ich spätestens am Sonntag zurück in Künzelsau bin", sagt Spomer. Ja, richtig, der gebürtige Heilbronner und Wahl-Heidelberger ist jetzt Hohenloher. "Wir sind nach dem Ende meiner Ausbildung umgezogen", bestätigt Spomer. Praktisch - schließlich wohnt fast die gesamte Verwandtschaft in der Umgebung.

Vorfreude aufs Heimspiel in Heilbronn

Verwandt mit seinem Stützpunkt-Kollegen Kastriot Sopa ist Spomer zwar nicht, aber er freut sich, dass der deutsche Amateurmeister im Halbweltergewicht auch bei "Kultur im Ring" dabei sein wird. "Er kann boxerisch richtig was bieten. Das ist gut für die Veranstaltung und gut für die Zuschauer", sagt Spomer.

Sein übernächster großer Termin steht ebenfalls bereits fest. Am 2. November wird Spomer bei der Veranstaltung "Fighting for Future" in der CGM-Arena in Koblenz in den Ring steigen. Das Box-Event ist gleichzeitig eine Benefiz-Gala zugunsten sozial benachteiligter Kinder. Sport1 wird 140 Minuten live übertragen. "Für uns ist das natürlich eine großartige Sache, und wir wünschen uns, dass alles so verläuft wie geplant und wir überzeugen können", sagt Spomers Promoter Thomas Holefeld.

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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