Schefold/Hanselmann holen einen Titel für das Herz

Kunstrad  Serafin Schefold und Max Hanselmann gewinnen den Großen Weinpreis und sind für die WM gerüstet.

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Schefold/Hanselmann holen einen Titel für das Herz

Serafin Schefold (vorne) und Max Hanselmann reihten mit dem Gewinn des Großen Weinpreises in Erlenbach einen weiteren Titel in ihre Sammlung ein.

Foto: Schmerbeck

Es war kein Abend für Bestleistungen. Der Weltrekordhalter und dreifache Weltmeister Lukas Kohl wackelte. Einer-Weltrekordhalterin Milena Slupina stürzte gar. Und das ausgerechnet beim Weltcupfinale, beim Großen Weinpreis in Erlenbach, bei der Generalprobe für die Weltmeisterschaft am kommenden Wochenende in Basel.

Dennoch sind die Favoriten für die WM gerüstet, Kohl und Slupina holten sich in ihrer Klasse trotz der Schwierigkeiten den Gesamtsieg.

Das Mentale als Stärke

Für die WM gerüstet scheint auch der Zweier des RV Öhringen. In der offenen Klasse holten sich Serafin Schefold und Max Hanselmann den Tagessieg. Zwei Verletzungen in dieser Saison zerstörten früh die Hoffnungen auf die Weltcup-Titelverteidigung. Zwei Wettkämpfe der erst zum zweiten Mal ausgetragenen Serie mussten sie ebenso auslassen die wie die deutsche Meisterschaft. Ein kleines Fragezeichen stand zudem lange im Raum, ob es für die WM-Teilnahme reichen wird.

Es reicht, wie sich am Samstag zeigte. Der Fuß von Schefold ist voll belastbar. "Manchmal schmerzt er noch etwas, aber nicht so sehr, dass es stört", sagt der Neuensteiner. "Unsere Stärke ist auch das Mentale. Wir haben es bisher immer geschafft, die Verletzungen wegzustecken und nicht weiter darüber nachzudenken." Vergangene Saison hatte sich Hanselmann den Arm gebrochen - trotzdem wurden sie am Ende Weltmeister. Im April diesen Jahres brach sich Schefold den Arm und holte sich dann im Herbst, kurz vor der deutschen Meisterschaft, die Fußverletzung.

Steilvorlage für den seit langem ersehnten Triumph

In der Sulmhalle gewannen die beiden nun einen Titel, der in ihrer Sammlung noch fehlte: den Sieg beim Großen Weinpreis. Es ist eher ein Titel für das Herz als für das Renommee. Mit einem Umrechnungsfaktor werden die Punkte in den einzelnen Disziplinen vergleichbar, Vierer, Zweier und Einer auf einen Nenner gebracht. Durch die Patzer von Kohl und Slupina gewannen Schefold/Hanselmann die ausgelobten 100 Flaschen Wein.

"Auch wenn es kein offizieller Titel ist, bedeutet er uns viel", sagte Hanselmann. "Wir kommen schon her, seit wir klein sind und wollten unbedingt gewinnen. Das war nun eine Steilvorlage. Letztes Jahr hätten wir schon fast gewonnen, wenn wir bei der letzten Übung nicht einen Sturz gehabt hätten." Es gelang dieses Mal mit 164,10 Punkten. Eine Woche vorher kamen sie bei einem Drei-Länder-Vergleich auf rund zwei Punkte mehr. Nach der Verletzungspause eine starke, sehr stabile Leistung. Nun steht am Samstag in Basel die Mission Titelverteidigung an.

Eine gute Grundlage für Basel

"Beim Drei-Nationen-Cup waren wir fast an unserer Bestleistung dran, jetzt dieses Ergebnis. Das tut gut, ist eine gute Grundlage", sagen Hanselmann und Schefold, gestehen aber ein: "Es hätte besser sein können. Vielleicht hat man es von Außen nicht gesehen. Es war schon etwas wacklig. Es hätte für unser Gefühl besser sein können. Das ist aber meckern auf hohem Niveau."

Neben Kohl und Slupina holten sich Nina Stapf und Patrick Tisch (RV Pfeil Magstadt/Zweier open), Sophie Nattmann/Caroline Wurth (RSV Gutach/Zweier Frauen), sowie der Vierer des RSV Steinhöring den Gesamtsieg im Weltcup.

RSV Erlenbach ist zufrieden

"Auch wenn wir durch den Rückzug unseres Vierers während der Saison keine eigenen Sportler dabei hatten, sind wir zufrieden", sagte Wolfgang Kerner, Vorsitzender des RSV Erlenbach. "Es lief schon professionell ab."

Geplant war, dass das Finale der Serie auch nächstes Jahr in Erlenbach stattfinden soll. Zum dritten Mal. Doch dies wird nicht der Fall sein. "Die Stadt Tailfingen hat angefragt, ob sie es übernehmen dürfen, da sie ein Jubiläum feiern", erklärt Kerner. "Wir haben die Veranstaltung dann aus Solidarität übergeben." Damit steht aber nach 28 Jahren auch die Ausrichtung des Großen Weinpreises auf der Kippe. "Es kann schon sein, dass wir eine Pause einlegen", sagt Kerner. Das Problem wird sein, einen geeigneten Termin zu finden. 2021 könnte dann aber nochmal ein Weltcup-Finale in Erlenbach stattfinden.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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