Rugby-Turnier in Obereisesheim: Spielen, feiern und nie schlafen

Rugby  Die zehnte Auflage der AMS Sevens in Obereisesheim steht an diesem Wochenende bevor. Ein launiger Rückblick auf die vergangenen neun Jahre, in denen die eine oder andere schräge Gestalt dabei war.

Von Stephan Sonntag

Rugby-Turnier in Obereisesheim: Spielen, feiern und nie schlafen
Spektakulärer Sport, riesenhafte Gestalten und eigenwillige Gesichtsbemalungen: Bei den AMS Sevens in Obereisesheim ist einiges geboten. Foto: Archiv

Als das Siebener-Rugbyturnier in Obereisesheim im Jahr 2010 seine Premiere feierte, hätte wohl keiner der Organisatoren gedacht, dass es sich zu einer Institution im Sportkalender mausern würde. Doch genau das ist geschehen: An diesem Wochenende geht bereits die zehnte Auflage über die Bühne. Eine gute Gelegenheit, um mal einen launigen Blick in die Vergangenheit zu werfen.

2010: "Toll, wie alles geklappt hat. Toll, wie viele Zuschauer da waren. Toll, wie alle mit angepackt haben", lautete Dominik Hoffmanns Fazit nach der Premiere. Der Weinsberger ist bis heute der Cheforganisator. Einzig einige kurzfristigen Absagen trübten den Premieren-Spaß. In Erinnerung geblieben sind besonders die Guinness Leprechauns aus Irland und ihr nackt umherlaufender Troll.

2011: "In der Summe einfach geil", sagte der damalige Kapitän Marcel Kapolla, der inzwischen Leiter der Neckarsulmer Rugby-Abteilung ist. Landes-Innenminister Reinhard Gall hatte die Schirmherrschaft für das Turnier übernommen und verkündete: "Neckarsulm hat wieder bewiesen, dass es die Sportstadt im Unterland ist." Beeindruckt hatte besonders das niederländische Frauen-Nationalteam, das sich selbst durch männliche französische Flitzer bei ihrem Turnier-Durchmarsch nicht irritieren ließ.

2012: "Wir sind stolz auf euch", sagte Sport-Unions-Vorsitzender Rolf Härdtner über die jüngste Abteilung in seinem Verein. Die Rugger waren im selben Jahr von der TSG Heilbronn nach Neckarsulm gewechselt. Die Lokalmatadoren schlossen das Turnier als Neunter ab: "Wir haben uns ein bisschen selbst disqualifiziert, indem wir die deutsche Nationalmannschaft eingeladen haben", sagte Kapolla. Die Schwarzen Adler waren die souveränen Sieger.

2013: Seine Siebener-Turnier-Premiere feierte der neue Neckarsulmer Spielertrainer Mark Kuhlmann - und brach sich gleich mal den Daumen. Dennoch belegte die Sport-Union Rang zwei, musste sich im Finale lediglich dem deutschen Siebener-Meister RK Heusenstamm geschlagen geben. "Das ist ein anderes Level", konstatierte Kuhlmann nach der 7:36-Niederlage und kündigte gleich an, in spätestens zwei Wochen wieder fit zu sein.

2014: Die Aufbruchstimmung durch die Aufnahme des Siebener-Rugbys ins olympische Programm war auch in Obereisesheim spürbar. Erstmals herrschte ein Gleichgewicht an Frauen- und Männerteams. Positiv wurde die Verlegung von Pfingsten in den Juli bewertet: "Das passt vielen Teams besser in den Plan", sagte Hoffmann damals.

2015: Die "Grauen Adler", eine illustre Truppe ehemaliger Nationalspieler, drückte dem Turnier den Stempel auf. Obwohl fast alle bereits jenseits der 40 waren, erreichten sie das Viertelfinale. "Wir haben siebener-untypisch gespielt: Nicht so schnell, dafür mehr auf Kontakt", verriet Andreas Muder das Erfolgsrezept des Teams um Neckarsulms Coach Mark Kuhlmann.

Rugby-Turnier in Obereisesheim: Spielen, feiern und nie schlafen

2016: Kinder-Planschbecken statt Eistonne - auch in Sachen Regeneration sind Rugbyspieler improvisationsfreudig. "Es ist einfach die perfekte Veranstaltung, um die Saison ausklingen zu lassen", sagte Lotte Pollack, Kapitänin des RC Mainz - und ergänzt mit Blick auf die langbärtigen Gestalten im Wasser: "Alles, was drumherum geschieht, sehen wir mit einem Augenzwinkern."

2017: "Tagsüber spielen, nachts feiern, nie schlafen" - dieses Motto eines irischen Teilnehmers könnte getrost über jeder Auflage stehen. Erstmals wurden die "AMS Junior Sevens" für Nachwuchsspieler ausgetragen.

2018: Mit dick bandagiertem Knöchel und noch im Trikot erschien Abteilungsleiter Marcel Kapolla zum Vip-Empfang. Nach kurzer Ansprache streifte er sich ein frisches T-Shirt über und ließ sich von Teamkapitän Lucas Sack ins Krankenhaus fahren. "Man will ja gut aussehen dort", ließ er als erfahrener Kunde noch wissen.

 

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