Riesen feiern Weihnachten auf Platz zwei

Basketball  Ludwigsburg schlägt Bayreuth mit 89:84 und untermauert Position in der BBL-Spitzengruppe

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Riesen feiern Weihnachten auf Platz zwei

Nick Weiler-Babb gelangen 19 Punkte beim Ludwigsburger Sieg.

Foto: Schmerbeck

Der Trainer wollte sich nicht aus der Reserve locken lassen. Auf keinen Fall. Dabei war am späten Samstagabend nach dem 89:84-Heimsieg gegen Bayreuth klar, dass die Riesen Ludwigsburg die Weihnachtsfeiertage auf Platz zwei der BBL verbringen werden. Also als erster Verfolger des noch ungeschlagenen Bundesliga-Spitzenreiters FC Bayern München.

Doch John Patrick wollte auch nach rund einem Drittel der Saison noch nicht allzu weit nach vorne schauen. An die Playoffs, und daran, dass sein Team auf dem besten Wege ist,diese zu erreichen, will er momentan noch nicht blicken. Zumindest nach außen hin. "Das macht ein Trainer nicht", sagt Patrick. "Wir fokussieren uns jetzt auf das nächste Spiel."

Verfolgerduell am 27. Dezember

Dieses ist am 27. Dezember um 20.30 Uhr ein Verfolgerduell gegen den Tabellenvierten in Bamberg. Doch klar scheint, nach dem Umbruch im Sommer ist es den Ludwigsburger Verantwortlichen gelungen, aus vielen Neuzugängen ein Team zu formen, das das Zeug zu einer Spitzenmannschaft hat.

Das sieht auch Bayreuths Trainer Raoul Korner so: "Man muss der unglaublichen Qualität Ludwigsburgs Respekt zollen. Da halten wir deren Top-Scorer auf null Punkte und dann kommt Smith und haut uns 22 rein."

Carrington mehr als 26 Minuten ohne Treffer

Riesen-Spielmacher Khadeen Carrington hatte nicht seinen besten Tag erwischt. Mehr als 26 Minuten stand er auf dem Feld. Ein Korb gelang ihm dabei nicht. Doch es spricht für den Teamgeist und die Breite im Kader der Ludwigsburger, dass trotzdem ein Sieg gelang. So gelangen eben Jaleen Smith und Marcos Knight jeweils 22 Punkte. Nick Weiler-Ball kam auf 19. Die Riesen sind in dieser Saison nur ganz schwer auszurechnen. Davon zeugen zehn Siege in zwölf Spielen.

Teamspirit, Willen und auch Einsatzfreude sind klar zu erkennen. Das hatten die Verantwortlichen vor der Saison auch gefordert. "Ludwigsburg steht nicht zu unrecht da oben", sagt Korner. "Ludwigsburg hat ganz viel Talent. Sie haben alles, was ein Top-Team braucht." Fast alles.

Problemstelle ist unter den Korb

Die Problemstelle ist unter dem Korb. Bayreuths Center Andreas Seiferth durfte 27 Punkte erzielen. "Bayreuth hat uns mit Seiferth und Travis wirklich weh getan. Das ist eben das Problem einer Mannschaft, die auf Guards fokussiert ist", sagt Patrick. "Aber auch wenn wir eine Guards-Mannschaft sind, kann es nicht sein, dass jeder Center gegen uns sein Karriere-High hat." Um diese Problematik aber in den Griff zu bekommen wurde vor kurzem mit Cameron Jackson vom Ligakonkurrenten Mitteldeutscher BC ein weiterer Center verpflichtet. Gegen Bayreuth kam ein Einsatz aber noch zu früh.

So sorgten die etablierten Kräfte für den Erfolg nach einem holprigen Beginn. Ludwigsburg fand im ersten Viertel nicht in den Rhythmus, hatte zu viele Fehlwürfe zu verzeichnen - 25:30. Im zweiten Viertel passte die Defensive deutlich besser und auch die Wurfquote stimmte nun. So gingen die Gastgeber mit einem knappen 50:47 in die Halbzeit.

Es blieb bis zum Ende ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Ludwigsburg ging mit einem 68:63 in das letzte Viertel und verteidigte den Vorsprung, wenn auch mit Mühe, bis zum 89:84-Erfolg. "Es ist schön, zehn Siege zu haben. Das gibt uns Selbstvertrauen. Das ist wichtig, weil wir viele neue Spieler haben", sagt Patrick. "Wie gut wir wirklich sind, zeigt sich auch in den Duellen mit den Spitzenteams."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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