Öhringer feiern ihre Goldjungs zum dritten Mal

Kunstrad  Die Stadt empfängt zusammen mit Fans die Weltmeister Serafin Schefold und Max Hanselmann nach Spitzenleistung in Basel.

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Öhringer feiern ihre Goldjungs zum dritten Mal

Serafin Schefold (vorne) und Max Hanselmann tragen das Regenbogentrikot der Radsportweltmeister und ihre Gold-Medaille Nummer drei, als sie im Hoftheater begeistert begrüßt werden.

Foto: Herbert Schmerbeck

Für Max Hanselmann und Serafin Schefold standen die Öhringer am Montagabend Spalier: Bereits zum dritten Mal in vier Jahren wurden die beiden Besten im Kunstradfahren in ihrer Stadt feierlich und herzlich als Weltmeister empfangen.

Mit tosendem Applaus begrüßten die rund 75 Fans die zwei jungen Männer im Hoftheater. Der Saal war mit Lichterketten, Fan-Plakaten und einer großen Deutschlandfahne mit den Namen "Sea + Max" geschmückt.

Zwei Tage zuvor hatte das Duo bei der Hallenradsport-WM im schweizerischen Basel den dritten Weltmeistertitel im Zweier-Kunstradfahren der offenen Klasse gewonnen. Nach der WM-Party am Samstag stand für die Goldjungs am Sonntagabend ein Sportlerbankett mit den internationalen Athleten der Weltmeisterschaft an. "Wir hatten eine kurze Nacht", sagte Max Hanselmann lachend in Öhringen.

Lied für die Weltmeister sitzt

Hier, zu Hause in Hohenlohe, kamen die Weltmeister in den Genuss eines selbstgedichteten Siegersongs von Simone Hanselmann, den die Anwesenden zu Ehren der Titelverteidiger sangen. "Ihr könnt drehen, super stehen, ihr habt Ziele, ihr habt Charme", lautet eine Zeile daraus.

"Das erste Mal haben wir das Lied in Stuttgart gesungen und zuvor im Fanbus geprobt", erzählte die Mutter von Max Hanselmann von der Kunstrad-WM 2016. Damals holten ihr Sohn und Serafin Schefold WM-Silber nach Öhringen. "Dieses Mal konnten die Fans das Lied aus dem Stehgreif heraus."

Im Hoftheater wurden die entscheidenden Minuten gezeigt

Auf der Leinwand im Hoftheater wurden die entscheidenden Schlussminuten der Finalkür gezeigt, der SWR hatte am Samstag live von der Basler St. Jakobshalle berichtet.

Man sah, wie die Hohenloher mit schnellen Übergängen bei den Übungen überzeugten: Bei der letzten saß Hanselmann auf den Schultern von Schefold, während dieser mit einem Rad des Fahrrads rückwärts fuhr - die Übung gelang sauber. Damit hat das Paar insgesamt 168,25 Punkte erreicht, ein Ergebnis um wenige Zehntel knapp unter dem Weltrekord.

"Nach der erfolgreichen Kür spürte man das Aufatmen unter den Zuschauern", sagte Daniel Kratschmar vom württembergischen Radsportverband, einer von rund 30 Fans, die nach Basel gereist waren. "Dann hat die ganze Halle gejubelt." Etwa 3000 Menschen hatten vor Ort die Künste der Sportler bestaunt.

"Es war einfach megageil", bringt Max Hanselmann das Gefühl des Sieges auf den Punkt. "Auf so ein Finale das Jahr hinzuarbeiten, bei der tollen Atmosphäre auf die Fläche zu fahren, - wenn ich daran zurückdenke, bekomme ich Gänsehaut", sagte der 22-Jährige.

Im verletzungsreichen Jahr war die hohe Konzentration ausschlaggebend

Neben Hanselmanns Arbeit in einer Haßlocher Werkzeugschleiferei und Schefolds Studium der Wirtschaftsinformatik in Mannheim feilen die beiden mit 20 Trainingsstunden pro Woche an ihrem Können.

"Dieses Jahr war für uns ausschlaggebend, wir konnten mentale Stärke beweisen", sagte Serafin Schefold. Der 23-Jährige motiviert sich vor den Küren mit Musik. Nach einer Verletzung von Hanselmann im letzten Jahr und zwei Verletzungen von ihm in dieser Saison war vor allem der Kopf, trotz Trainingspausen "nicht aufzugeben und voll konzentriert zu sein," gefragt.

Größten Respekt vor dem Kunstrad-Zweier sprach Wolfgang Kerner vom Radsportbezirk Stuttgart aus und fand treffend, wie der SWR-Moderator am Samstag die beiden anerkennend als "mentale Monster" beschrieb. Reden über Hanselmanns und Schefolds Leistungen hielten auch Bürgermeister Thilo Michler, Barbara Eckle vom Sportkreis Hohenlohe und Marcus Fuchs vom RV Öhringen.

Danach bedankten sich die Weltmeister ausführlich bei allen Unterstützenden. Nicht zuletzt wurden ihre Heimtrainer, Jürgen Wieland und Roland Schefold, gefeiert. In 17 Jahren Training haben sie zur Weltklasse der zwei Ausnahmesportler beigetragen.

Das Ziel für Stuttgart ist klar

"Bei der WM in Stuttgart 2020 wollen wir den Weltrekord knacken", sagte Max Hanselmann am Montag. Dafür nehmen sich die beiden den sogenannten Sattel-Lenker-Handstand vor, er gehört zu den schwersten Übungen im Kunstrad. Die Öhringer hatten ihn schon einmal bei einer Meisterschaft geschafft, im März in der Schweiz, nach den Verletzungen aber seither ausgespart.

 


Bigna Fink

Bigna Fink

Volontärin

Bigna Fink ist seit Februar 2019 Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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